Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Flüchtlingskrise Mit jedem Tag wächst die Not in Griechenland

Die Grenze nach Mazedonien ist nahezu dicht, weiterhin erreichen täglich neue Flüchtlinge die griechischen Inseln. Zehntausende sitzen fest. Wie lange hält das finanzschwache Griechenland das aus?

Nachts schlafen sie zu Hunderten in den Wartehallen der Häfen, in Parks, in Bussen, auf Fähren, in überfüllten Auffanglagern oder unter freiem Himmel. Tagsüber probieren sie auf welche Weise auch immer, in den Norden zu gelangen – zu Fuß entlang der Autobahn, per Bus oder auch im Taxi. Mehr als 25.000 Flüchtlinge sitzen mittlerweile in Griechenland fest, weil die Länder der Balkanroute ihre Grenzen dicht gemacht haben. Von einem "Tsunami" an der Nordgrenze sprechen griechische Medien.

Der kleine Ort Idomeni an der Grenze zu Mazedonien beherbergt mittlerweile mehr als 5500 Flüchtlinge, und der Zug der Migranten reißt nicht ab. Zum Teil marschierten sie zu Fuß über die Autobahn gen Norden, Kleinkinder auf dem Arm; alte Menschen werden im Rollstuhl geschoben.

Viele schlafen im Freien

Das Auffanglager am Grenzübergang bietet lediglich Platz für 1500 Menschen, alle anderen schlafen im Freien und wärmen sich abends an Lagerfeuern. Immer wieder kommt es im Gerangel um Nahrungsmittel oder auch Zelte zu Zusammenstößen.

"Bisher können wir es noch bewältigen", sagte Gemma Gillie von der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. "In der Nacht zum Samstag hat es geregnet, aber wir hatten noch ausreichend Decken und Regenmäntel sowie Nahrungsmittel und Wasser." Auch die griechische Bevölkerung hilft landesweit. Dort, wo die Flüchtlinge und Migranten campen, werden Milch, frisches Obst und Gemüse hingebracht; auch Kleider und Zelte werden gesammelt.

 

Wird der Ausnahmezustand verhängt?

Wie es jedoch mit den Menschen weitergehen soll, möchte niemand mutmaßen. Am Samstagnachmittag öffnete Mazedonien überraschend seinen Grenzübergang, um 300 Flüchtlinge aus Griechenland passieren zu lassen. Wie der griechische Nachrichtensender Skai berichtete, wollten die Staaten entlang der Balkanroute nach einem neuen Beschluss ursprünglich 580 Menschen pro Tag durchlassen.

Doch sämtliche Auffanglager und Hotspots (Registrierzentren) des Landes sind bereits überfüllt; im Eiltempo versucht die griechische Regierung, zusätzlichen Raum zu schaffen, beispielsweise in Kasernen der Armee.

Man dürfe nicht – wie andere Länder – in Rassismus und Unmenschlichkeit verfallen, warnte am Samstag ein Parlamentarier im Staatsfernsehen. An die Hilfsbereitschaft der Menschen appellieren weiterhin viele Medien, doch die Lage wird zunehmend kritisch für das Land: Bleiben die Grenzen geschlossen, könne man bei der Versorgung schnell an die Grenzen der Möglichkeiten gelangen, heißt es.

Mit jedem Tag der Krise schwinden aber auch die Hoffnungen des von der Finanzkrise schwer gebeutelten Landes auf eine wirtschaftliche Erholung. In den Feriengebieten bleiben zunehmend die Touristen aus. Das belastet die Bevölkerung zusätzlich.

Tsipras ruft zur Solidarität in Europa auf

"Der Spiegel" berichtet, dass Griechenland die Verhängung des Ausnahmezustandes in Erwägung ziehe, um die anderen EU-Länder zur Solidarität zu zwingen. Aufregung herrscht zudem in den griechischen Medien über die Information des Magazins, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) die Sorge habe, die EU-Länder könnten dem Land wegen der Flüchtlingskrise bei den Sparauflagen für das dritte Rettungspaket entgegenkommen.

Ohne die gemeinsame Anstrengung Europas sei die Flüchtlingskrise nicht zu bewältigen, betonte Ministerpräsident Alexis Tsipras. Allein, gehört haben das die Nachbarstaaten offenbar nicht, denn die Grenze nach Mazedonien blieb auch den Samstag fest verschlossen.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Für diese Seite sind keine Kommentare vorgesehen.
 
Die syrische Luftwaffe setzt in Aleppo jetzt besonders tödliche Bomben ein.
Blutige Schlacht in Syrien
Aleppo soll in einer Woche fallen
Das Museum der Smithonian Institution enthält 36 000 Ausstellungsstücke. Foto: Jim Lo Scalzo
"Wir alle sind Amerikaner"
Museum für Schwarzen-Geschichte eröffnet
Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Flüchtlingsgipfel.
Flüchtlingsgipfel in Wien
Merkel will monatlich "mehrere Hundert" Migranten aufnehmen
Viktor Orban auf dem Flüchtlingsgipfel in Wien.
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán
EU soll in Libyen "gigantische Flüchtlingsstadt" errichten
Er ist für den türkischen Präsidenten der Staatsfeind Nummer eins: Fethullah Gülen.
Gülen bezichtigt Erdogan der Verschwörung
"Sie haben das Jahre geplant"
Deutschlands bekanntester Geheimagent steht bald vor Gericht.
Das Phantom Werner Mauss
Deutschlands geheimster Agent im Zwielicht
Am Flughafen in Düsseldorf griff die Polizei zu: Ein mutmaßlicher IS-Kämpfer war aus einem Trainingscamp zurückgekehrt.
Festnahme in Düsseldorf
Mutmaßliches IS-Mitglied am Flughafen gefasst
Beate Zschäpe ist die Hauptangeklagte im NSU-Prozess.
Beweismittel vernichtet?
NSU-Opferanwälte stellen Strafantrag gegen Bundesanwälte
Das Video zeigt die letzten Sekunden im Leben von Keith Lamont Scott auf einem Parkplatz in Charlotte.
Erschossener Afroamerikaner in Charlotte
"Schießt nicht auf ihn! Er hat keine Waffe!"
Eine Momentaufnahme aus dem September 2015: Vom Bahnhof Nickelsdorf aus reisen Flüchtlinge weiter nach Deutschland.
Österreichs Ex-Bundespräsident
Unwissenheit ist ein Hauptproblem in der Flüchtlingskrise
Österreichs Kanzler Christian Kern lädt am Samstag in Wien zum Flüchtlingsgipfel. Seit seinem Amtsantritt im Mai versucht er sich medienwirksam als Staatsmann zu profilieren.
Kern vor Flüchtlingsgipfel
"Mit dem bisherigen Tempo kann man nicht zufrieden sein"
Die CDU-Abgeordnete Bettina Kudla sorgte bereits zum zweiten Mal mit einem Tweet für Unmut in ihrer Partei.
Bettina Kudla sorgt für Eklat
Der verstörende Nazi-Tweet der CDU-Abgeordneten
Für seine Wähler ist Labour-Parteichef Jeremy Corbyn jene Lichtgestalt, die ein Ende des etablierten politischen Systems bringen soll.
Großbritannien
Warum Labours Irrelevanz für Europa gefährlich ist
Demonstration von Rechten: Im rechtsextremen Spektrum habe laut Ministerium vor dem Hintergrund der Flüchtlingsdebatte "die Widerstandsrhetorik zugenommen".
Innenministerium
Zahl fremdenfeindlicher Gewalttaten verdoppelt sich
Bundesinnenminister Thomas de Maizière will sich für die Themen Wohlfahrtspflege und Seelsorge einsetzen.
Thomas de Maizière
Mit Nichtintegration "bestätigen Muslime Vorurteile"
Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier spricht beim Unions-Kongress in Würzburg. Foto: Nicolas Armer
"Deutschlandkongress"
CDU und CSU bemühen sich um Einigkeit
Kein Durchkommen für Flüchtlinge: Soldaten der mazedonischen Armee patrouillieren am Grenzzaun zwischen Griechenland und Mazedonien.
Balkan-Route
Klarer Kurswechsel in der Flüchtlingskrise
Bundeskanzlerin Angela Merkel wird in Wien von ihrem österreichischen Amtskollegen Christian Kern begrüßt. Foto: Christian Bruna
Fokus auf EU-Außengrenzen
Flüchtlingsgipfel: Deutschland sichert weitere Hilfe zu
Max Mannheimer setzte sich seit den 1980er Jahren unermüdlich als Zeitzeuge für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ein. Foto: Andreas Gebert
Kämpfer gegen das Vergessen
Holocaust-Überlebender Max Mannheimer stirbt mit 96 Jahren
BDA-Präsident Ingo Kramer: «Leider äußern sich Politiker heute gegenüber Flüchtlingen und Fremden in einer Weise, die ihnen vor einiger Zeit peinlich gewesen wäre.» Foto: Sophia Kembowski
Ingo Kramer übt Kritik
BDA-Präsident warnt vor Imageverlust für deutsche Produkte