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Feuerpause in Syrien Kinderlachen statt Bombenexplosionen

Die Waffenruhe verschafft den Menschen in Syrien eine Atempause. Bewohner umkämpfter Städte, die seit Jahren mit Artilleriefeuer und Bombenexplosionen leben, erleben ein paar außergewöhnliche Tage.

"Zu dieser Zeit kreisen normalerweise drei oder vier Flugzeuge über uns, bereit, Fassbomben abzuwerfen", berichtete der Oppositionsaktivist Schadi Mattar am 27. Februar 2016 in der Rebellenhochburg Daraja bei Damaskus. "Heute, Gott sei Dank, geschieht nichts."

"Wir sind völlig verloren heute, unser Tagesablauf ist durch diese Waffenruhe auf den Kopf gestellt", scherzte der Aktivist Hassan Abu Nuh in der umkämpften Rebellenhochburg Talbisse in der Provinz Homs. "Normalerweise heben die Helikopter um 08.00 Uhr ab und die Party beginnt. Heute dagegen nichts."

Die sogenannten Weißhelme, die in den Rebellengebieten Verletzte bergen, schrieben auf Twitter mit einem Augenzwinkern: "Wegen Waffenstillstands geschlossen."

Die Waffenruhe hielt weitgehend

Selbst in Aleppo, das seit Juli 2012 zwischen Rebellen und Regierung geteilt ist, herrschte am Wochenende ungewohnte Ruhe. Der elfjährige Ahmed freute sich, dass sein Vater ihn und seine Geschwister erstmals unbegleitet auf einen Spielplatz ließ. Und Ussama Diri zeigte sich überrascht über die vielen Leute auf der Straße. "Normalerweise gibt es sehr wenig Bewegung bis mittags wegen der Flugzeuge im Einsatz", erzählte der Einwohner des Viertels Magajer.

An der Feuerpause ab Samstag um Mitternacht, die von den USA und Russland vermittelt worden war und auch von den anderen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats unterstützt wurde, beteiligten sich die syrischen Regierungstruppen mit ihren russischen Verbündeten und fast hundert Rebellengruppen. Die Dschihadistengruppen Islamischer Staat und Al-Nusra-Front waren nicht Teil der Vereinbarung. Am Wochenende wurden zwar vereinzelt Kämpfe und Luftangriffe aus verschiedenen Landesteilen gemeldet, doch hielt die Waffenruhe weitgehend. Tote gab es der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge bei vereinzelten Gefechten. Rund hundert Menschen starben bei einem Angriff der Terrormiliz IS in der Grenzstadt Tel Abjad.

Erstmals fühlen sich Bewohner in Sicherheit

Der Rebellenkämpfer Abu Scherif berichtete, es sei so ruhig gewesen, dass er von der Front nach Hause zurückkehren konnte. "Es gab keine Angriffe, keine Infiltrationsversuche seitens der Regierungstruppen. Natürlich gab es von Zeit zu Zeit Schüsse, doch weder Artilleriebeschuss noch Luftangriffe", sagte Abu Scherif. Selbst die Islamistengruppe Ahrar al-Scham, die mit der Al-Nusra-Front verbündet ist, sagte zu, sich an die Feuerpause zu halten.

"Erstmals fühlen wir uns in Sicherheit, weil alle die Waffenruhe respektieren", sagte der Händler Bassam Salhab in der Hauptstadt Damaskus, die von der Regierung gehalten wird. Zwar gingen einige Geschosse auf dem Platz der Abassiden nieder, doch gab es keine Opfer, allgemein war es ruhig. Der 55-Jährige sah in der Feuerpause ein Hoffnungszeichen. "Die Leute sind müde, der Krieg hat bereits zu lange gedauert", meinte Salhab. "Die einzige Lösung ist eine Waffenruhe."

 

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