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US-Wahlen 2016 Erst der zweite Blick verrät Trumps Schwächen

Bei den US-Republikanern wächst die Angst. Donald Trump liegt scheinbar uneinholbar vor seinen Konkurrenten. Doch auch der rechte Polit-Milliardär hat Schwächen. Und diese sind eine Gefahr für ihn.

Wer wählt Trump? Wie sieht der typische Cruz-Wähler aus? Von wem bekommt Rubio die Stimmen? Nach den ersten Vorwahlen entsteht allmählich ein klareres Bild der typischen Wähler republikanischer Kandidaten.

Nominierung (Foto: Infografik Die Welt)

Dazu wurden nationale Erhebungen ausgewertet sowie Befragungen an Wahllokalen, wo schon Caucuses und Primaries stattgefunden haben. Das Gesamtbild hat leichte Unschärfen, weil beispielsweise ein weißer, protestantischer Mittdreißiger aus Wyoming mit einem Wähler ähnlichen Profils aus New York nur schwer zu vergleichen ist – dennoch werden unterschiedliche Fangemeinden deutlich.

Wer wählt Donald Trump?

Donald Trump (Foto: Foto: dpa, Infografik Die Welt)

Demografie Die Wähler des New Yorker Immobilienunternehmers sind häufiger männlich – 36 Prozent der männlichen Teilnehmer an den Vorwahlen der Konservativen wählen Trump, aber nur 29 Prozent der Vorwählerinnen. Besonders viel Unterstützer hat Trump auch bei Republikanern ohne Collegeabschluss. Bei ihnen bekommt er 42 Prozent Stimmen, bei solchen mit höherer Schulbildung sind es nur 29 Prozent. Und in der Gehaltsgruppe unter 50.000 Dollar jährlich würde jeder zweite Konservative Trump wählen. Das geht aus einer Untersuchung im Auftrag der "Washington Post" hervor. Wähler unter und über 50 Jahre favorisieren Trump dabei in etwa gleich häufig.

Wichtig: Trumps Erfolg ist nicht auf einzelne Gruppen begrenzt. Bei einer Nachwahlbefragung der "New York Times" unter Republikanern in South Carolina hat Trump im Vergleich zu seinen Konkurrenten Marco Rubio und Ted Cruz den größten Zuspruch bei Wählern, die Soldaten sind oder irgendwann mal beim Militär waren (35 Prozent im Vergleich zu 23 bei Rubio und 21 bei Cruz) – aber auch bei jenen, die nie gedient haben (31 gegenüber 21 und 24 Prozent). Und selbst bei den Evangelikalen kommt der mehrfach geschiedene und nicht als Kirchgänger profilierte Trump auf vergleichbare Werte wie Ted Cruz, der Favorit der ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung.

Inhalte Volle 51 Prozent der Teilnehmer an der republikanischen Vorwahl in South Carolina gaben an, Trump habe das beste Konzept in Sachen Einwanderung. 36 Prozent halten ihn für kompetent bei Wirtschaft und Arbeitsplätzen und 31 Prozent, wenn es um Terrorbekämpfung geht. "Er sagt, wie es ist" – diese Aussage treffe auf Trump zu, finden 78 Prozent der Republikaner-Anhänger, und 45 Prozent sind überzeugt: "Er bringt den notwendigen Wandel."

Nicht weniger als 91 Prozent der konservativen Vorwähler in South Carolina glauben zudem, dass Trump mit internationalen Krisen am besten umgehen könne. Seine Verfolger Rubio (1 Prozent) und Cruz (3 Prozent) sind hier völlig marginalisiert.

Trumps Schwächen: Nur acht Prozent der Wähler in South Carolina sagten, Trump teile ihre Werte. Das ist ein bröckeliges Fundament. Und lediglich 21 Prozent glauben, er könne die Präsidentschaftswahlen im Sommer gewinnen. Bei Rubio sagten das mehr als doppelt so viele (47 Prozent). Allerdings: Je mehr Vorwahlen Trump für sich entscheidet, desto stärker dürfte diese Zahl nach oben gehen.

Wer wählt Marco Rubio?

Marco Rubio (Foto: Foto: AP, Infografik Die Welt)

Demografie Der Senator aus Florida hat etwas mehr Fans unter weiblichen Konservativen (23 Prozent) als unter männlichen (22 Prozent). Nach der "Washington Post"-Umfrage ist seine Wählerschaft jünger und macht bei den 18- bis 49-Jährigen 14 Prozent aus, bei den über 50-Jährigen hingegen lediglich zehn Prozent.

Unter Wählern mit Einkommen oberhalb von 50.000 Dollar sind Rubio-Anhänger nahezu doppelt so stark vertreten wie bei jenen mit geringerem Verdienst (8 Prozent). Wähler mit College-Abschluss würden doppelt so häufig Rubio wählen wie jene, deren Schullaufbahn nach der Highschool endete (18 zu 9 Prozent).

Inhalte Marco Rubio liegt gleichauf mit Trump, aber auch mit Ted Cruz bei der Kompetenzfrage zur Reduzierung von Staatsausgaben. Alle drei Politiker kamen in South Carolina auf 25 Prozent.

In Sachen Wirtschaftskompetenz hat Rubio (24 Prozent) zwölf Prozentpunkte Rückstand auf Trump, bei Terrorismus (23 Prozent) immerhin acht und bei Immigration (11 Prozent) gar 40 Prozentpunkte. Ein wichtiger Punkt für Rubio: 47 Prozent der republikanischen Vorwähler glauben, er könne im November die Präsidentenwahl gewinnen. Von Trump denken das nur 21, von Cruz 17 Prozent.

Rubio wurde in South Carolina häufiger von Republikanern gewählt, die sich als "ziemlich konservativ" (25 Prozent) einschätzten, als von "Gemäßigten" (23 Prozent) und "sehr konservativen" (19 Prozent).

Wer wählt Ted Cruz?

Ted Cruz (Foto: Foto: AP, Infografik Die Welt)

Demografie Der texanische Senator bekam in South Carolina bei Vorwählerinnen genauso gute Werte wie bei Vorwählern (je 22 Prozent). Mit 18 Prozent ist seine Anhängerschaft laut der "Washington Post"-Umfrage bei den über 50-Jährigen deutlich größer als bei den 18- bis 49-Jährigen.

20 Prozent derjenigen, die sich evangelikale Protestanten einordnen, favorisierten Cruz. Sein Anteil bei den Wählern ohne höhere Schulbildung übertrifft knapp den bei Konservativen mit Collegeabschluss (16 gegenüber 15 Prozent), und bei den Einkommen unter 50.000 Dollar jenen oberhalb dieser Summe (15 und 14 Prozent).

Inhalte Ted Cruz dominiert laut den Ergebnissen der Nachwahlbefragung in South Carolina vor allem unter der "sehr konservativen" Wählerschaft (35 Prozent), wo Trump auf 29 und Rubio auf 19 Prozent kommen.

Von dem Senator aus Texas sagen zudem die meisten Wähler: "Er teilt meine Werte" (34 Prozent gegenüber 27 bei Rubio und lediglich acht Prozent bei Trump). Dass er im November die Präsidentenwahl gewinnen könne, glaubten lediglich 17 Prozent der Teilnehmer an der republikanischen Vorwahl in South Carolina. Damit bildet er das Schlusslicht hinter Trump (21) und Rubio (47 Prozent).

… und wen wählen die Latinos?

Bei Demokraten wie Republikanern wird die schnell wachsende Wählergruppe der Latinos oder Hispanics besonders heftig umworben, also Bürger mit ethnischen Wurzeln in Lateinamerika. Trump weist seit seinem Sieg beim Caucus in Nevada immer wieder darauf hin, dass er unter nahezu allen Wählergruppen vorne gelegen habe – und mit 44 Prozent (Rubio 29, Cruz 18 Prozent) sogar bei der überschaubaren Gruppe der Hispanics unter den Republikanern.

Das überrascht, weil Trump immerhin den Bau einer Mauer zum Schutz vor den "Vergewaltigern und Drogendealern" aus Mexiko propagiert, sowie die Abschiebung von rund zwölf Millionen zumeist hispanischer Illegaler aus den USA. Allerdings: Die Nachwahlumfrage in Nevada basierte auf lediglich 1573 Befragten, von denen sich nur acht Prozent als Hispanics bezeichneten. Wenn sich von ihnen 44 Prozent zu Trump bekannten, waren dies ganze 55 Personen. Rubio kam nach dieser angreifbaren Erhebung (bei einer Fehlerrate von 8,5 Prozent) auf 29, Cruz auf 18 Prozent.

Zu einem anderen Bild gelangt eine US-weite Umfrage der "Washington Post" und Univision unter 1200 Hispanics im Februar. Auf die Frage nach ihrem republikanischen Wunschkandidaten sprachen sich 34 Prozent für Rubio aus, der selbst Sohn kubanischer Einwanderer ist, während Trump (22 Prozent) und Cruz (21 Prozent) dicht beieinander lagen. Cruz' Vater stammt ebenfalls aus Kuba und floh wie Rubios Eltern noch unter Diktator Fulgencio Battista in die USA, also vor der Machtübernahme durch das kommunistische Castro-Regime 1959.

Auf gezielte Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten zu den einzelnen Kandidaten sagten 72 Prozent der Hispanics, sie hätten eine "sehr schlechte Meinung" von Trump. Eine "sehr gute" oder "einigermaßen gute" Meinung äußerten nur acht beziehungsweise neun Prozent.

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