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Interview mit Baschar al-Assad Diktator belehrt Deutschland in der Flüchtlingsfrage

Baschar al-Assad begrüßt die Waffenruhe in Syrien, glaubt aber nicht an deren Bestand. Die deutsche Asylpolitik lobt der Machthaber im ARD-Interview. In seinen Augen ist es dennoch der falsche Weg.

Der syrische Staatschef Baschar al-Assad hat die derzeitige Feuerpause in seinem Land als "Hoffnungsschimmer" bezeichnet. In einem ARD-Interview, das am Dienstagabend vollständig in der Sendung "Weltspiegel-Extra" auf tagesschau.de ausgestrahlt wird, sagte Assad zugleich, es werde schwierig sein, die "multilaterale Vereinbarung" zur Waffenruhe einzuhalten und zu sichern.

Damit meine er, "dass wir es mit mehr als einhundert Gruppierungen von Terroristen und mit so vielen weiteren Ländern zu tun haben, von denen sie unterstützt werden". Das syrische Regime spricht bei Oppositionsgruppen in der Regel pauschal von "Terroristen". Assad fügte hinzu: "Wir werden das unsrige tun, damit das Ganze funktioniert – jedenfalls reicht der gute Wille sicher nicht."

Er bot den Kämpfern der Opposition eine Amnestie und gegebenenfalls eine "Rückkehr in ihr normales zivilisiertes Leben" an. Bedingung sei, dass sie die Waffen abgeben. Bereits vor der Waffenruhe habe es in dem Bürgerkriegsland einzelne lokale Waffenstillstände und ein Angebot zur "Aussöhnung" gegeben, erklärte er.

Humanitäre Hilfe statt Asyl

Mit Blick auf Deutschland erklärte der syrische Machthaber, es sei "gut, wenn Flüchtlinge aufgenommen werden, die ihr Land aufgrund der herrschenden Not verlassen". Es stelle sich aber die Frage, ob es nicht klüger und auch "weniger kostspielig" wäre, Syrern zu helfen, in ihrem eigenen Land leben zu können. Dafür müsse sich der Westen entschließen, gegen den Terror und nicht gegen sein Land zu kämpfen, sagte Assad.

Die Lage der Bevölkerung sei ein "humanitäres Desaster". Er wies Berichte zurück, wonach seine Truppen Tausende eingekesselte Menschen von der Lebensmittelzufuhr abschneiden. "Wie sollen wir diese Gebiete von der Nahrungsmittelzufuhr abschließen, wenn wir sie doch nicht an der Beschaffung von Waffen hindern können?" sagte er. Erst am Montag hatten die Vereinten Nationen davor gewarnt, dass in den belagerten Städten Tausende Bewohner vom Hungertod bedroht seien.

ARD rechtfertigt sich vorab

In dem 25-minütigen Exklusiv-Interview lehnte Assad jede eigene Verantwortung für den Gewaltkonflikt in Syrien ab. Allerdings räumte er ein, dass Syrien nicht mehr "vollständig souverän" sei. Das Land benötige militärische Hilfe aus Russland, dem Iran und dem Libanon. Dies geschehe aber, um das Übergreifen des islamistischen Terrors auch auf "andere Gebiete und nicht nur in Nachbarländer" zu begrenzen.

Der Chefredakteur von ARD Aktuell, Kai Gniffke, begründete im Blog der "Tagesschau" die Entscheidung für ein Interview mit Assad. Mit dem syrischen Machthaber zu sprechen und ihn zu befragen bedeute nicht, sich mit ihm gemein zu machen, seine Politik gut zu heißen oder zu tolerieren, schrieb Gniffke: "Vielmehr geht es darum, etwas von ihm wissen zu wollen, zu erfragen, wie er die Dinge sieht und zu zeigen, wie er tickt."

Das sei eine Kernaufgabe von Journalismus, betonte der Chefredakteur in dem Eintrag unter der Überschrift "Darf man mit Assad reden?" Man hoffe mit dem Interview dazu beizutragen, dass sich die Zuschauer und Nutzer ein eigenes Urteil über den Syrien-Konflikt bilden können. Das komplette Interview mit dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad wird am Dienstagabend um 20.15 Uhr auf tagesschau.24 in der Sendung "Weltspiegel-Extra" ausgestrahlt.

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