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Reporter unter Beschuss in Syrien Todesgefahr trotz Waffenruhe

Eigentlich gilt in Syrien eine Waffenruhe, dennoch bleiben Gefechte nicht aus. Die Islamisten beteiligen sich ohnehin nicht an der Feuerpause, wie N24-Reporter Christoph Wanner hautnah erfuhr.

Die Feuerpause in Syrien, die den Weg zu Friedensgesprächen eröffnen soll, hat den vierten Tag in Folge weitgehend gehalten. Allerdings kam es vereinzelt erneut zu Gefechten. Sowohl die syrische Regierung als auch die Rebellen meldeten Artilleriebeschuss im Süden. Bei einem von russischen Ministerien organisierten Pressetermin schlugen in einem nordsyrischen Dorf Artilleriegranaten ein.

In dem kürzlich von Regierungstruppen zurück eroberten Dorf Kinsibba nahe der türkischen Grenze mussten die Journalisten in Deckung gehen, als Granaten in der Hauptstraße einschlugen. Einige verletzten sich dabei. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow, sagte, der Beschuss sei von Stellungen der Nusra-Front gekommen. Der syrische Al-Kaida-Ableger ist wie die Terrormiliz Islamischer Staat von der Feuerpause ausgenommen.

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"Wir können überhaupt nicht sagen, wer und von wo geschossen hat. In dem Moment, wo der Beschuss stattgefunden hat, war uns erstmal allen Angst und Bange zu Mute", sagte N24-Reporter Christoph Wanner, der an dem Termin teilnahm. Die Journalisten wurden nach den Granatenexplosionen aus dem Dorf in Sicherheit gebracht. Kurz darauf seien bei weiterem Beschuss drei syrische Soldaten getötet und acht weitere verwundet worden, sagte Konaschenkow.

Auf dem Luftwaffenstützpunkt Hemeimim blieben Dutzende russische Kampfflugzeuge in Parkposition. Bei einem ähnlichen Termin im Januar starteten und landeten unablässig Kampfjets. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es würden weiteres Radar und Aufklärungsdrohnen auf den Stützpunkt verlegt, um Artilleriestellungen von IS und Nusra-Front aufzuspüren.

15 Verstöße gegen die Waffenruhe an einem Tag

Die syrische Staatsagentur Sana meldete, Rebellen hätten sieben Granaten auf von der Regierung kontrollierte Viertel der Stadt Sabil und den Flughafen von Daraa abgefeuert, wo der Konflikt im März 2011 begann. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete ihrerseits, Regierungstruppen hätten Stellungen der Rebellen in der Stadt beschossen und mehrere Menschen verletzt. Das russische Verteidigungsministerium meldete am Dienstag 15 Verstöße gegen die Waffenruhe in 24 Stunden, die meisten bei Damaskus, Aleppo, Homs und in Latakia.

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US-Außenminister John Kerry zeigte sich nach einem Treffen mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Montag in Washington nicht beunruhigt über die bis dahin gemeldeten Scharmützel. Die Verstöße gegen die Feuerpause seien nicht groß genug gewesen, um die Einstellung aller Feindseligkeiten in dem Bürgerkriegsland zu erschüttern, sagte Kerry. Eine von den USA und Russland geführte Task Force stelle Ermittlungen zu allen gemeldeten Verletzungen an.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat Rebellen eine Amnestie in Aussicht gestellt, wenn sie sich entwaffnen lassen. In einem Interview der ARD sagte Assad: "Das ist alles, was wir fordern. Sonst fordern wir nichts. Wie gesagt, wir werden ihnen eine umfassende Amnestie geben." Die Oppositionskräfte müssten ihre Waffen abgeben, "ob man sich nun wieder am politischen Prozess beteiligen will oder kein Interesse am politischen Prozess hat."

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