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Saudi-Arabien Mann soll wegen atheistischer Tweets zehn Jahre in Haft

Ein 28-Jähriger Saudi hatte sich auf Twitter dazu bekannt, nicht an Gott zu glauben. Ein Gericht verurteilte ihn deshalb nun zu langjähriger Haft – und zusätzlich zu einer weiteren drastischen Strafe.

Ein Gericht in Saudi-Arabien hat einen Mann wegen atheistischer Twitter-Nachrichten zu zehn Jahren Haft, 2000 Peitschenhieben und einer Geldstrafe von umgerechnet 4900 Euro verurteilt. Der Mann habe in mehr als 600 Tweets die Existenz Gottes geleugnet, Koranverse lächerlich gemacht, sämtliche Propheten als Lügner bezeichnet und erklärt, ihre Lehren säten Feindseligkeiten, berichtete die Internetzeitung "Al-Watan".

Der 28-Jährige habe sich dazu bekannt, nicht an Gott zu glauben, seine Tweets habe er nicht bereuen wollen. Diese gäben seine persönlichen Lebensauffassungen wieder. Er habe das Recht, diese zum Ausdruck zu bringen. Der Name des Mannes wurde nicht genannt.

Bereits 69 Hinrichtungen in diesem Jahr

Saudi-Arabien erlebt seit Inthronisierung von König Salman im Januar vergangenen Jahres eine Welle von Verhaftungen und drastischen Urteilen. Erst am Dienstag wurden der amtlichen Nachrichtenagentur SPA zufolge erneut fünf Häftlinge exekutiert. Dies meldete die amtliche Nachrichtenagentur SPA. Damit steigt die Zahl der Hingerichteten in diesem Jahr nach einer inoffiziellen Zählung auf 69.

Mehr zum Thema: Dichter Aschraf Fajadh in Saudi-Arabien zum Tode verurteilt

Gehenkt wurden laut SPA ein Jordanier und ein Saudi wegen Drogenschmuggels sowie ein Katarer und zwei weitere Saudis wegen Mordes. Alle waren in getrennten Verfahren verurteilt worden.

Am 2. Januar hatte das sunnitische Königreich an einem Tag 47 Menschen exekutieren lassen, darunter den prominenten schiitschen Oppositionsführer Nimr al-Nimr. Dessen Tod hatte Unruhen im Iran ausgelöst und zu einer diplomatischen Krise zwischen beiden Ländern geführt.

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