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Erfolge bei US-Vorwahlen Ab jetzt kämpft Hillary Clinton an zwei Fronten

Es sieht gut aus für Hillary Clinton. Nach dem Super Tuesday kann sich die Demokratin berechtigte Hoffnungen auf die Kandidatur machen. Ihre Strategie wird sie jetzt ändern müssen.

Nein, die Vorwahl bei den Demokraten ist noch nicht endgültig entschieden. Aber Hillary Clinton ist an diesem Super Tuesday der Präsidentschaftskandidatur der Demokraten einen wichtigen Schritt näher gekommen. Sie hat sieben Staaten gewonnen, während ihr Konkurrent Bernie Sanders vier für sich entscheiden konnte. Das klingt nicht nach einem großen Vorsprung, wegen der unterschiedlichen Größe der Staaten hat Clinton aber ihre Führung bei den Delegiertenstimmen um mehr als 100 kräftig ausgebaut. Und sie hat in den gewonnenen Staaten auch deutlich besser abgeschnitten, als aufgrund deren demographischer Zusammensetzung zu erwarten gewesen wäre.

Allerdings hat Sanders Achtungserfolge erzielen können, die deutlich machen, dass er noch immer auf eine enthusiastische Anhängerschaft bauen kann. Er hat auch einen bisher noch nie da gewesenen Spendenrekord erreicht und allein im Februar mehr als 42 Millionen Dollar an Kleinspenden gesammelt. Sanders hat also einen langen Atem, das Rennen ist noch nicht zu Ende.

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Der Wahlkalender hatte Clinton einen deutlichen Vorteil beschert, weil in dieser frühen Phase der Vorwahlen die Südstaaten eine große Rolle spielten. Dort leben viele Afro-Amerikaner, die zu einem überwiegenden Teil demokratisch wählen – und deshalb vor allem an den demokratischen Vorwahlen teilnehmen. Sanders ist es nicht gelungen, die schwarze Gemeinschaft auf seine Seite zu ziehen.

Zudem konnte Hillary auch Massachussetts knapp gewinnen, wo wenig Schwarze leben. Der Staat ähnelt demographisch New Hampshire, wo Sanders mit großem Vorsprung gewinnen konnte. Das weist darauf hin, dass Clinton die professionellere Kampagne fährt – und dass es ein Nachteil für Sanders ist, wenn er die Wähler nicht im engen und direkten Kontakt überzeugen kann.

Sanders ist das Opfer der Trump-Show

Der Wahlkampf in den USA ist spätestens mit dem Super Tuesday in die entscheidende Phase eingetreten, in der der Transformationsriemen der Medien eine größere Rolle spielt als zu Beginn. In den ersten Vorwahlstaaten Iowa und New Hampshire hatten die Kandidaten Monate zugebracht, um eine relativ kleine Zahl von Wählern von ihren Vorzügen zu überzeugen. Doch solch ein intimer Kontakt ist die Ausnahme und in der riesigen Fläche der USA nicht durchzuhalten.

Die Kandidaten sind deshalb darauf angewiesen, sich über Medienberichterstattung bekannter zu machen. Doch da zieht der Zirkus bei den Republikanern derzeit alle Aufmerksamkeit auf sich. Das macht es schwer für Sanders, seinen Rückstand im Bekanntheitsgrad gegenüber Clinton aufzuholen. Der sozialistische Senator aus Vermont ist so in gewisser Weise auch ein Opfer der Trump-Show.

Hat möglicherweise doch nicht viel Zukunft: Bernie Sanders in Fort Collins in Colorado. (Foto: AFP)

Clinton schießt sich auf Trump ein

Angesichts ihres Vorsprunges – der noch größer wird, wenn man die Stimmen der Superdelegierten dazu zählt, die sich schon für Hillary ausgesprochen haben – sieht Clinton wie die voraussichtliche Gewinnerin der demokratischen Vorwahl aus. In ihrer Siegesrede hat sie deshalb schon den Blick über den demokratischen Tellerrand gehoben und Trump ins Visier genommen. "Wir wissen, wir haben eine Menge Arbeit vor uns", sagte Clinton, "aber diese Arbeit besteht nicht darin, Amerika wieder groß zu machen, Amerika hat nie aufgehört, großartig zu sein." Eine deutliche Kritik an Trumps zentralem Wahlkampfslogan.

Bernie Sanders hingegen machte deutlich, dass es ihm um mehr geht als die Präsidentschaftskandidatur. "Diese Kampagne dreht sich nicht nur darum, den Präsidenten zu wählen", sagte er am Abend in Vermont. "Es geht auch darum, Amerika zu transformieren." Sanders sprach auch erneut von der "politischen Revolution", die er anstrebe. Er hofft, das Programm der Partei auf dem Nominierungsparteitag mit prägen zu können, wenn er bis zum Schluss im Rennen bleibt und respektable Ergebnisse einfahren kann.

Und das markiert denn auch den Balanceakt, den Clinton in den kommenden Monaten leisten muss. Sie wird sich einerseits wieder in die Mitte bewegen müssen, um auch die Unabhängigen gewinnen zu können. Andererseits muss ihr daran gelegen sein, den jugendlichen, idealistischen Enthusiasmus, den Sanders entfacht hat, für die Partei nutzbar zu machen. Keine einfache Aufgabe.

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