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Donald Trumps Thesen im Faktencheck "Sie werden sich mir nicht verweigern"

Mit radikalen Positionen findet der umstrittene US-Präsidentschaftsanwärter Donald Trump zahlreiche Anhänger. Doch welche seiner markigen Thesen stimmen überhaupt? Die Fakten im Überblick.

In der elften Debatte der republikanischen Bewerber um die US-Präsidentschaftskandidatur sorgte Donald Trump erneut für heftige Diskussionen. Der Multimillionär liegt nach mehreren Vorwahlen in Führung. Diskutiert wurde über Trumps Kurswechsel im Zuge des Vorwahlkampfs, über Diskrepanzen in seiner politischen Linie und seinen Charakter. Nicht alle seiner Positionen sind mit Fakten untermauert.

Trump und Putin

Mitbewerber Marco Rubio: "Und Wladimir Putin, für den Sie, Donald, Bewunderung ausgedrückt haben..."
Trump: "Falsch. Falsch."
Rubio: "Donald, Sie haben gesagt, er sei ein starker Führer."
Trump: "Falsch."

Tatsächlich bewertete Trump Putin im Vergleich mit US-Präsident Barack Obama positiv. In einem Interview des Fernsehsenders MSNBC vom 18. Dezember freute sich Trump über ein Lob des russischen Präsidenten: "Wenn dich jemand als brillant bezeichnet, ist das immer gut, besonders dann, wenn derjenige Russland lenkt." Als der Interviewer darauf verweist, dass Kritiker Putin vorwerfen, Gegner umzubringen zu lassen und in die Ukraine einmarschiert zu sein, erwidert Trump, dass Putin "sein Land führt, und zumindest ist er ein Führer, anders als das, was wir in diesem Land haben".

Trump und der Terror

Trump zufolge durften Angehörige der Attentäter des 11. Septembers 2001 um die Zeit der Anschläge herum die USA verlassen, obwohl "sie wussten, was passierte. Die Ehefrauen wusste ganz genau, was passierte. Sie reisten zwei Tage vorher ab und sie sahen im Fernsehen zu, wie ihre Ehemänner ins World Trade Center, ins Pentagon flogen."

Faktisch ist nicht bekannt, dass Verwandte der Flugzeugentführer vor oder nach den Anschlägen in den USA waren. Trump scheint Angehörige der Entführer mit Angehörigen von Osama bin Laden zu verwechseln, die sich damals in den USA aufhielten. Sie verließen das Land neun Tage nach den Anschlägen, nicht zwei Tage davor. Nachdem Bin Laden zum Hauptverdächtigen geworden war, organisierte Saudi-Arabien die Ausreise von mehr als 20 Mitgliedern von dessen Familie, zumeist Nichten und Neffen, da Racheakte seitens US-Bürgern befürchtet wurden. Die Regierung des damaligen US-Präsidenten George W. Bush wurde wegen der Ausreiseaktion scharf kritisiert.

Trump und das Geld

Rubio äußerte sich abwertend über den Geschäftserfolg des Unternehmers Trump, schließlich habe dieser "mehr als 200 Millionen Dollar geerbt".

Ob das stimmt, ist schwer zu sagen. Trumps Vater, Fred Trump, starb 1999 und hinterließ ein Vermögen, das öffentlich auf 200 Millionen bis 250 Millionen Dollar (nach heutigem Wert 182 Millionen bis 227 Millionen Euro) geschätzt wurde. Genaue Angaben gibt es nicht, und das Vermögen sollte zwischen Trump und zweien seiner Geschwister aufgeteilt werden.

Außenhandel

Trump: "Beim Handel gehen wir völlig unter. . Mit China werden wir handelsmäßig 505 Milliarden Dollar verlieren. . Mexiko, 58 Milliarden Dollar. Japan, wahrscheinlich etwa, sie wissen es noch nicht genau, aber etwa 109 Milliarden Dollar."

Trump liegt beim US-Handelsdefizit mit China völlig daneben. Es betrug 2015 insgesamt 365,7 Milliarden Dollar - ein Rekord und das größte Defizit der USA mit einem anderen Land. Doch das US-Defizit mit allen Ländern zusammen lag vergangenes Jahr bei 531,5 Milliarden nach 508,3 Milliarden im Jahr 2014 - also etwa so viel wie Trump nur dem Handel mit China zuschrieb. Bei den Zahlen für Mexiko lag Trump richtig, nicht aber bei jenen für Japan. Es betrug im vergangenen Jahr nicht 109 Milliarden, sondern 68,6 Milliarden.

Folter als Verhörmethode

Trump wiederholte seine Forderung nach harten Verhörmethoden für Terrorverdächtige. "Wir sollten Waterboarding einsetzen, und wir sollten noch schärfere Mittel als Waterboarding einsetzen." Auf die Frage, was er tun würde, wenn sich die Streitkräfte einem solchen Befehl widersetzten, weil er gegen US-Recht verstieße, sagt er: "Sie weigern sich nicht. Sie werden sich mir nicht verweigern. Glauben Sie mir."

In Wirklichkeit sind Angehörige der Streitkräfte verpflichtet, einen Befehl zu verweigern, der nach Militärrecht illegal ist. Führen sie einen gesetzeswidrigen Befehl aus, riskieren sie eine Bestrafung.

Über Hillary Clinton

Trump: "Ich habe (die demokratische Präsidentschaftsbewerberin) Hillary Clinton in vielen Umfragen geschlagen. Die Pew-Umfrage kam gerade heraus. Ich habe Hillary Clinton vor kurzem in einer Fox-Umfrage geschlagen, ich habe Hillary Clinton in 'USA Today' geschlagen, ich habe sie heute in einer Umfrage in Ohio geschlagen. Ich bin der einzige, der Hillary Clinton schlägt."

Tatsächlich wird Trump in der jüngsten Fox-Umfrage von Clinton geschlagen, während eine 'USA Today'-Umfrage ihn in Führung sieht. In zahlreichen Umfragen seit Mai ist Clinton im direkten Vergleich weit häufiger die Gewinnerin als Trump. Dies sagt allerdings noch nichts darüber aus, wer bei der Wahl im Herbst letztlich die Nase vorn hat, wenn beide Parteien über ihren jeweiligen Präsidentschaftsbewerber entschieden haben.

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