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Neues Flüchtlingslager in Nordfrankreich Hunderte Holzhütten für mehr Menschlichkeit

Holzhütten statt Zelte: Nach dem Abriss des Flüchtlingslagers im französischen Calais hat eine andere Gemeinde gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen ein neues Lager errichtet.

Ein neues Flüchtlingslager mit Platz für 1500 Bewohner ist in Nordfrankreich am Ärmelkanal eröffnet worden. Die ersten Flüchtlinge bezogen am Montag die Holzhütten des Camps in der an Dünkirchen angrenzenden Gemeinde Grande-Synthe, das nach Angaben der Verantwortlichen als erstes Flüchtlingslager dieser Art in Frankreich internationalen Standards entspricht.

In dem von der Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und der Stadtverwaltung von Grande-Synthe errichteten Lager sollen in erster Linie Flüchtlinge unterkommen, die bislang in einem nahe gelegenen illegalen Camp unter miserablen hygienischen Bedingungen lebten. Im Lager von Basroch harrten zuletzt mehr als 1000 Menschen aus, die meisten von ihnen irakische Kurden. Anfang Dezember waren es den Behörden zufolge noch 2900.

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In dem am Montag eröffneten Lager wurden 220 hölzerne Wohncontainer errichtet. Ihre Zahl soll bald auf 375 anwachsen – dann hätte das Lager Platz für 2500 Menschen. Es gibt Duschen und Toiletten, außerdem Küchen und Unterrichtsräume.

Präfektur hatte sich gegen die Hütten ausgesprochen

"Heute ist ein Tag voller Menschlichkeit", sagte der grüne Bürgermeister von Grande-Synthe, Damien Carême, am Montag. "Ich gleiche ein Versagen des Staates aus." Die Bilder des wilden Lagers von Basroch habe er nicht mehr "ausgehalten".

Die Präfektur der Region hatte sich gegen die Errichtung der Holzhütten ausgesprochen – sie will die Flüchtlinge in Aufnahmezentren in anderen Landesteilen bringen. Bewohner der Region befürchten, das neue Lager in Grande-Synthe könne noch mehr Flüchtlinge dazu bringen, in die Region zu kommen.

Tatsächlich hoffen die meisten Flüchtlinge, die in Nordfrankreich ausharren, mit Fähren oder durch den Eurotunnel heimlich nach Großbritannien zu gelangen. Bekannt geworden ist besonders das Flüchtlingslager im keine 40 Kilometer westlich von Grande-Synthe gelegenen Calais. Seit einer Woche lassen die Behörden den südlichen Teil des sogenannten Dschungels abreißen.

Frankreich ist von der Flüchtlingskrise deutlich weniger betroffen als andere europäische Länder – die meisten Flüchtlinge zieht es nicht nach Frankreich. Die französische Regierung hat sich bereit erklärt, im Zuge der Umverteilung von Flüchtlingen in Europa 30.000 Menschen aufzunehmen.

Die Umverteilung kommt aber kaum voran. Am Montag wurden zwar 152 Flüchtlinge – die meisten von ihnen Syrer und Iraker – von Griechenland aus nach Frankreich geflogen. Damit hat Frankreich aber bislang erst knapp 300 der insgesamt 30.000 zugesagten Flüchtlinge aufgenommen.

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