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Piercing-Gegner aus dem Sauerland Tunnel im Ohrläppchen? "Werde nicht erfahren, was im Kopf ist"

Piercings, Hoodies und schlechter Sprachgebrauch sind unerwünscht bei Henning Zoz. Mit einer Einladung für Schüler zu einer Tagung hat der Unternehmer für Aufsehen gesorgt. Was war da los?

Herr Zoz, in Ihrer Firma in Wenden ist gerade ein großes deutsch-japanisches Nanostruktur-Symposium zu Ende gegangen. Sie hatten dazu im Vorfeld auch technikinteressierte Schüler der umliegenden Schulen eingeladen – allerdings nur, wenn sie auf bunte Haare, "Blech im Gesicht", herunterrutschende Hosen und Hoodies verzichten und eines "ordentlichen Sprachgebrauchs mächtig" sind. Klingt, als hätten Sie einschlägige negative Erfahrungen gemacht. War dieser detaillierte Dresscode wirklich nötig?

Henning Zoz: Nicht für die Veranstaltung, aber für die Gesellschaft. Körperverletzung im Kinderzimmer können wir nicht dulden. Ich habe vier Kinder, ich war mein halbes Leben lang alleinerziehender Vater. Kinder sind unsere erste Verantwortung und unsere edelste Aufgabe, wir brauchen jedes einzelne für unsere Zukunft. Aber wir verderben unseren Kindern die Zukunft, wenn wir sie zu sehr verwöhnen. Das führt dazu, dass sie nicht mehr den richtigen Einstieg in die Leistungsgesellschaft finden.

Und dazu gehören ordentliche Klamotten?

Jedenfalls eine ordentliche Einstellung. Es ist doch eigentlich ein Witz, dass ich reklamieren muss, dass jemand hier so erscheint, wie es im Jugendschutzgesetz und den Einstellungsvoraussetzungen von Polizei und Bankhäusern verankert ist.

Der Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, Garrelt Duin, sieht das anders. Er hat seine Teilnahme wegen der "Gesichtskontrolle" abgesagt. Haben Sie dafür Verständnis?

Mein Fehler war, dass ich diesen Brief als Veranstalter geschrieben habe, nicht als Privatmann. Dafür entschuldige ich mich auch. Aber in der Sache habe ich nichts zurückzunehmen.

Ist ein ordentliches äußerliches Erscheinungsbild für Sie generell wichtig, auch bei Ihren Mitarbeitern?

Es sitzt niemand bei mir am Mittagstisch, der offensichtlich den Eindruck vermittelt, dass es ihm nicht schmeckt. Wenn wir Kinder auf das Berufsleben vorbereiten wollen, muss selbstverständlich sein, dass sie dem Berufsleben auch Respekt entgegenbringen. Dazu gehören auch Regeln. Es ist nichts egal auf dieser Welt. Leider sind diese Selbstverständlichkeiten bei uns ziemlich unter die Räder gekommen.

Aber ich sage Ihnen: Wenn jemand links und rechts einen Tunnel im Ohrläppchen hat, dann werde ich nicht mehr erfahren, was dazwischen in seinem Kopf ist. Wenn ich um die äußeren Werte nicht drumherum komme, wird es sehr oft passieren, dass ich an die inneren Werte nicht mehr herankomme.

Was sagen Sie denen, die Sie jetzt für einen kleinkarierten Spießer halten?

Ich bin sehr unkonventionell. Eine meiner Lebensweisheiten ist: You wanna say what you think. Und die andere: You don't wanna be usual. Die Reaktionen, die ich erhalten habe, waren im Übrigen durchweg positiv. Das Fax steht nicht mehr still.

Was wäre das Äußerste der Gefühle, was Sie Ihren eigenen vier Kindern an modischen Extravaganzen durchgehen lassen würden? Nicht vielleicht doch ein klitzekleines Piercing an verdeckter Stelle?

Das kann ich Ihnen sagen, meine minderjährige Tochter hat sich mal ein Bauchnabelpiercing machen lassen, als ich gerade auf Reisen war. Ich habe die Reise vorzeitig abgebrochen und ihr zur Begrüßung einen großen Magneten an den Bauch gehalten. Da war das Gejammer groß. Aber das Piercing kam weg. Wir sind für unsere Kinder verantwortlich, dann müssen wir uns auch das Recht herausnehmen, Dinge für sie zu entscheiden. Sie werden es uns später danken.

Was hängt denn bei Ihnen so im Kleiderschrank?

Ich habe zehn gleiche Anzüge, 30 gleiche Hemden und fünf gleiche Schuhe. Ich kann jederzeit auf eine Hochzeit, eine Party oder eine Beerdigung gehen, ich bin immer richtig angezogen.

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