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Machtwechsel in Myanmar Suu Kyi überlässt "Marionette" den Vortritt

In Myanmar hat die Partei von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi zwei Kandidaten für das Präsidentenamt nominiert. Suu Kyi ist aus Verfassungsgründen nicht dabei, wird aber das Land leiten.

Der jahrzehntelange Kampf von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi für die Demokratie in ihrem Heimatland Myanmar wird nicht damit enden, dass sie doch Präsidentin ihres Landes wird. Das ist seit Donnerstag klar, als ihre Nationale Liga für Demokratie zwei Kandidaten für das Amt des Präsidenten von Myanmar nominiert hat. Auch wenn die endgültige Wahl des Präsidenten noch aussteht, gilt nun als sicher, dass entweder Htin Kyaw, ein langjähriger Vertrauter Suu Kyis, oder Henry Van Hti Yu, Angehöriger der ethnischen Minderheit der Chin, Präsident wird.

Suu Kyi, die ihre Partei im vergangenen Jahr zu einem überwältigenden Sieg geführt hat, wird aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht persönlich das oberste Amt im Staat ausüben können. Nach all den Jahren des Kampfes und der Opfer vonSuu Kyi und den Scharen ihrer Anhänger wird so auch etwas Enttäuschung mitschwingen, wenn ihre NLD am 1. April die Regierung übernehmen und damit die vom Militär gestützte Partei ablösen wird, die seit 2011 an der Macht war.

Drei Kandidaten stehen zur Wahl

Drei Kandidaten stehen für den Posten des Präsidenten zur Wahl. Zwei davon haben Ober- und Unterhaus des Parlaments mit Htin Kyaw und Henry Van Hti Yu benannt. Ein dritter, den das Militär nominiert, muss noch bekanntgegeben werden. Die Mitglieder des Parlaments werden dann noch in diesem Monat einen der drei Kandidaten zum Präsidenten wählen, die anderen beiden werden Vizepräsidenten. Nach der Wahl im November herrschte große Vorfreude auf die erste frei gewählte zivile Regierung nach mehr als 50 Jahren Militärherrschaft.

Mehr zum Thema: Erdrutschsieg für Partei von Aung San Suu Kyi

Um die lange Spanne bis jetzt zu überbrücken, hat sich im Volk ein regelrechter Ratesport entwickelt, wer denn nun Präsident werden könne. "Die meisten Menschen sind daran total interessiert", sagt der 61 Jahre alteChit Win ausNaypyidaw. "Am 10. März wissen wir endlich genau Bescheid."

Video: Erste Parlamentssitzung in Myanmar

 

Suu Kyi: "Ich werde alle Entscheidungen treffen"

"Kein Problem", sagte Suu Kyi nach dem Wahlsieg im November und machte klar, dass sie diejenige sein wird, die die Fäden in der neuen Regierung in der Hand hält. "Nun, ich werde alle Entscheidungen treffen, so einfach ist das", sagte sie in einem BBC-Interview. Die verfassungsrechtlichen Anforderungen seien rein technisch und könnten sie nicht daran hindern, alle Entscheidungen zu treffen, die der Führer der siegreichen Partei treffe. "Dem Präsidenten wird genau gesagt, was er tun kann", sagte sie dem Sender NewsAsia. Der Politik-AnalystToe Kyaw Hlaing geht nicht davon aus, dass die Menschen mit diesem Arrangement ein Problem haben werden. "Das Volk hat für die Veränderung gestimmt, jetzt will das Volk einen rein zivilen Präsidenten", sagte er der Nachrichtenagentur AP. "Wenn jetzt ein Zivilist als Präsident an die Macht kommt, denke ich, dass ihn das Volk unterstützen wird. Die Öffentlichkeit wird sich nicht darum kümmern, ob er ein Stellvertreterpräsident ist oder nicht."

So wie Suu Kyi das Anforderungsprofil für den neuen Präsidenten beschrieben hat, wird dessen Loyalität zu ihr eine Hauptanforderung sein. Doch ohnehin hat sie nur wenige charismatische Parteikollegen mit starkem Willen, darunter ihr Hausarzt Tin Myo Win oder ihre persönliche Assistentin Tin Mar Aung. Htin Kyaw stand bei den Spekulationen ganz oben auf der Liste der möglichen Kandidaten. Er ist der Manager einer Wohltätigkeitsorganisation, die nach Suu Kyis Mutter benannt ist. Der 70 Jahre alte Oxford-Absolvent hat beeindruckende familiäre Verbindungen. Sein Vater war ein Volksdichter und Abgeordneter der NLD. Seine Frau ist eine prominente Abgeordnete im aktuellen Parlament. Sein Schwiegervater, ein ehemaliger Armeeoberst, war Mitbegründer der NLD.

Henry Van Hti Yu ist Oberhausabgeordneter der NLD. Ihm dürfte zugute gekommen sein, dass Suu Kyi wollte, dass mindestens ein Vizepräsident eine Frau ist oder einer ethnischen Minderheit angehört.

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