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Sexualkunde für Migranten "Beim Sex geht es nicht nur um richtige Technik"

"Mehr als nur Geschlechtsverkehr": Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigt Migranten online, wie Sexualität und Liebe funktionieren. Und dabei geht es ganz schön zur Sache.

"Beim Sex geht es nicht nur um die richtige Technik. Wichtig ist auch, dass Sie auf die Gefühle und Wünsche des jeweils anderen achten, Intimität teilen und die richtige Atmosphäre schaffen", heißt es auf dem Onlineportal zanzu. "Jedes Mal, wenn Sie Sex haben, sollten Sie Ihre Zustimmung geben und sich bereit fühlen."

Die neue Plattform "zanzu – Mein Körper in Wort und Bild" ist ein Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und soll Migranten über Sexualität und Liebe informieren. Dabei setzen die Macher ganz und gar nicht nur vergleichsweise harmlose Formulierungen wie "Sex ist mehr als nur Geschlechtsverkehr. Dazu gehören, unter anderem, auch küssen, streicheln und Oralsex."

"Sie können auch mit einem Dildo Verkehr haben"

Im Gegenteil: Sexstellungen, diverse Praktiken, der Einsatz jeglicher Körperteile – alles wird detailliert beschrieben und anhand von Piktogrammen eindrücklich dargestellt. "Sie können auch die Brustwarzen und den Anus ihres Partners mit der Zunge stimulieren", steht da zum Beispiel. Oder: "Sie können auch mit Gegenständen Vaginalverkehr haben, wie einem Dildo oder einem Vibrator."

Die Informationen sind in 13 Sprachen (u. a. Arabisch, Türkisch und Russisch) online. Unterteilt sind sie in die Kategorien Körper, Familienplanung und Schwangerschaft, Infektionen, Sexualität, Beziehungen und Gefühle, Rechte und Gesetze.

Laut der "Süddeutschen Zeitung" kommt die Idee aus Belgien. "Vor allem zu uns geflüchtete Menschen, die noch nicht lange in Deutschland leben, erhalten hier einen diskreten und direkten Zugang zu Wissen in diesem Bereich", sagte Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, dem Blatt. Hintergrund: In vielen Herkunftsländern spielt sexuelle Aufklärung eine untergeordnete Rolle.

Die Plattform richte sich aber auch an Ärzte und Beratungsstellen und soll den sprachlichen Umgang mit Migranten zu dieser Thematik erleichtern.

Wichtig scheint bei aller Offenheit im Hinblick auf die Spielarten menschlicher Sexualität aber vor allem auch eines: Zu zeigen, dass Geschlechtsverkehr ein freiwilliger Akt sein sollte. „Es gibt keine Regeln, um zu definieren, was guter Sex ist und was nicht. Das variiert von Mensch zu Mensch“, erklärt zanzu. Und: „Sprechen Sie über ihre Grenzen. Sie müssen nicht alles machen oder mögen.“

Seit Ende Februar können sich Flüchtlinge auf der Online-Plattform "zanzu" über Sex informieren. (Foto: www.zanzu.de)

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