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UN prangern Verbrechen im Südsudan an Wenn Soldaten mit Vergewaltigungen bezahlt werden

Die Vereinten Nationen werfen dem Militär im Südsudan brutale Menschenrechtsverstöße vor. Unter anderem würden Vergewaltigungen von Frauen massiv als Kriegswaffe eingesetzt.

Die UN werfen regierungstreuen Truppen im Südsudan systematische sexuelle Gewalt gegen Zivilisten vor. "Es geht um eine der brutalsten Menschenrechtssituationen der Welt mit einem massiven Einsatz von Vergewaltigung als Terror-Instrument und Kriegswaffe", sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Seid Ra'ad al-Hussein, in Genf. Dennoch werde der Südsudan international weitgehend ignoriert.

2015 sei die meiste Gewalt von regierungsnahen Kämpfern ausgegangen, wenn auch die Rebellen gravierende und systematische Menschenrechtsverbrechen begangen hätten. Regierungstreue Kämpfer bekämen statt eines Soldes die Erlaubnis, Frauen zu vergewaltigen, hieß es in einem entsprechenden Bericht.

In fünf Monaten habe das Hochkommissariat von mehr als 1.300 Vergewaltigungen in nur einem von zehn Bundesstaaten erfahren. Dabei handele es sich jedoch nur um einen Bruchteil der von Soldaten und regierungsnahen Milizen verübten sexuellen Gewalt, betonte Al-Hussein.

Bei lebendigem Leibe verbrannt, in Bäumen aufgehängt

Das Menschenrechtsbüro beruft sich auf ein Team, das die Lage vor Ort überprüfte. Dessen Bericht listet grauenhafte Befunde auf: Demnach werden Zivilisten, die der Unterstützung der Opposition verdächtigt werden, bei lebendigem Leibe verbrannt, in Schiffscontainern erstickt, an Bäumen aufgehängt oder zerstückelt.

Beide Seiten hätten Verbrechen wie sexuelle Gewalt, Entführung, Verschwindenlassen, Ermordung und andere Angriffe auf die Zivilbevölkerung verübt, hieß es in dem Bericht. Doch im Jahr 2015 hätten regierungstreue Truppen die Verantwortung für die meisten Verbrechen.

Amnesty International warf den Regierungstruppen vor, mehr als 60 Jungen und Männer in einen Schiffscontainer gesperrt zu haben, wo sie erstickten. Die toten Körper seien in einem Massengrab verscharrt worden, heißt es in einem ebenfalls am Freitag veröffentlichten Bericht. Trotz der Hinweise auf die Verbrechen hätten die Behörden noch keine Schritte zur Aufklärung unternommen, kritisierte Amnesty.

Unterdessen warnte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR vor neuen schweren Kämpfen in dem bislang friedlichen südsudanesischen Bundesstaat Western Equatoria. Tausende Menschen seien vor der Gewalt in die Nachbarländer Demokratische Republik Kongo, Uganda und Zentralafrikanische Republik geflohen, teilte das UNHCR in Genf mit. In Western Equatoria State bekämpfen sich Regierungstruppen und lokale bewaffnete Gruppen.

Inlands-Flüchtlinge leben in katastrophalen Verhältnissen

Kämpfe in zuvor ruhigen Gegenden des Südsudan zwingen nach Angaben der Vereinten Nationen Tausende Menschen zur Flucht. Ihr Ziel seien die Demokratische Republik Kongo, Uganda und die Zentralafrikanische Republik, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag in Genf mit. Die neuerlichen Kämpfe seien im Bundesstaat Western Equatoria ausgebrochen.

Das UNHCR hofft, in der kommenden Woche Zugang zu schätzungsweise 7.000 südsudanesischen Flüchtlingen zu bekommen. Diese lebten derzeit "in unerträglichen Bedingungen" in Bambouti, das in einem schwer erreichbaren Gebiet im östlichsten Teil der Zentralafrikanischen Republik liegt.

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Der Südsudan hatte im Sommer 2011 seine staatliche Unabhängigkeit vom Sudan erlangt. Trotz seiner Bodenschätze, vor allem an Erdöl, ist die Armut in dem jungen Staat groß. Hinzu kommt eine Vielzahl sozialer und politischer Konflikte. Seit 2013 liefert sich Staatspräsident Salva Kiir einen blutigen Machtkampf mit seinem Herausforderer Riek Machar. Rund 2,5 Millionen Menschen wurden dadurch bereits zur Flucht getrieben. Seit der Staatsgründung sollen UN-Blauhelme für Stabilität im Land sorgen.

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