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Heftige Explosion in Ankara Dutzende Tote und Verletzte in der Türkei

Bei einem Terroranschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara sind Dutzende Menschen getötet und mehr als 120 verletzt worden. Die Detonation ereignete sich an einer Bushaltestelle.

Mit einer Autobombe haben Terroristen am Sonntag in Ankara mindestens 34 Menschen getötet und 125 verletzt. Die Zahlen nannte die türkische Regierung am Abend. Nach "ersten Indizien" vermute man ein Selbstmordattentat kurdischer Extremisten, hieß es aus Regierungskreisen. Einer der Täter sei eine Frau gewesen. Es ist bereits der dritte schwere Anschlag in der türkischen Hauptstadt binnen fünf Monaten.

Die heftige Explosion ereignete sich in der Nähe von Bushaltestellen am zentralen Boulevard Attatürk beim Kizilay-Platz. In der Umgebung liegen Regierungsgebäude und Ministerien. Der Sender NTV meldete, ein offenbar mit Sprengstoff beladenes Auto sei in der Nähe eines Busses in die Luft geflogen. Mehrere Fahrzeuge fingen Feuer.

Krankenwagen und Polizei rasten zum Ort der Explosion. 30 Menschen starben direkt am Tatort, vier weitere später im Krankenhaus, wie Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu sagte. Von den Verletzten seien 19 in ernstem Zustand.

Die Polizei riegelte den Platz ab und warnte vor einer möglichen zweiten Bombe. Kriminalisten untersuchten den Tatort. Wie bei früheren Anschlägen verboten die Behörden den Medien, drastische Bilder vom Tatort zu verbreiten.

Serie von Anschlägen reißt nicht ab

Der 28-jährige Dogan Asik berichtete, er sei in einem Bus gewesen, als sich die Explosion ereignete. "Da waren etwa 40 Leute", sagte Asik, der Verletzungen am Gesicht und am Arm davontrug. Der Bus "wurde langsamer. Ein Auto fuhr an uns vorbei, und "bumm" flog es in die Luft." In Läden am Kizilay-Platz zersplitterten Schaufenster. Innenminister Efkan Ala sagte offiziell, man habe Beweise gesichert, werde aber bis zum Abschluss der Ermittlungen nichts sagen. Das Land werde im Kampf gegen Terrorismus nicht nachlassen.

Erst vor drei Wochen hatte ein Attentat auf einen Militärkonvoi in Ankara 29 Menschen getötet. Dazu bekannten sich damals die Freiheitsfalken Kurdistans TAK, eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, gegen die die türkische Regierung im Südosten des Landes militärisch vorgeht. Die Regierung machte damals syrische Kurden verantwortlich.

Kurdenpartei verurteilt Anschlag

Den neuerlichen Anschlag verurteilte die prokurdische Demokratische Volkspartei am Sonntag. Man teile den großen Schmerz anderer Bürger, hieß es in einer Stellungnahme. Diese wurde besonders beachtet, weil die Partei bisweilen als politischer Arm der PKK beschuldigt wird.

Im Oktober hatten bei einem Anschlag auf eine kurdische Friedensdemonstration in der türkischen Hauptstadt 102 Menschen ihr Leben verloren. Damals fiel der Verdacht ebenfalls auf kurdische Extremisten oder Angehörige der IS-Terrormiliz. Diese soll nach Darstellung der Türkei auch hinter einem Selbstmordattentat vor der Blauen Moschee in Istanbul im Januar stehen, bei dem elf Deutsche starben.

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