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Die neun wichtigsten Fakten Warum diese Wahlen alles verändern

Einen solchen Wahlsonntag hat es in Deutschland noch nie gegeben. Den Grünen gelingt eine Sensation, die CDU erlebt ein Fiasko und die AfD schockt die Republik. Die neun wichtigsten Fakten.

SPD-Chef Sigmar Gabriel sprach noch am Wahlabend von einer "Zäsur", die saarländische Ministerpräsident Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) von einer "Kampfansage" an die etablierten Parteien. Aus den Wahlergebnissen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt lassen sich neun außergewöhnliche Trends ablesen.

1. Alle Koalitionen abgewählt: Bei den Wahlen in den drei Ländern haben die jeweiligen Regierungsbündnisse durchweg ihre Mehrheit verloren. In Baden-Württemberg gelingt den Grünen zwar ein historischer Wahltriumph, der Koalitionspartner SPD aber steht vor einem Scherbenhaufen. In Rheinland-Pfalz gewinnt die SPD unerwartet deutlich, die Grünen kommen dort aber nur ganz knapp in den Landtag. Und in Sachsen-Anhalt sackt die CDU auf knapp 30 Prozent und die SPD auf gut zehn Prozent ab - die bisherige große Koalition steht ohne Mehrheit da.

Mehr zum Thema: Alles Wichtige zum Super-Wahlsonntag im N24-Liveticker

2. Grüne zwischen Himmel und Hölle: Die Grünen landen in Baden-Württemberg einen historischen Wahltriumph. Niemals zuvor konnten die Grünen bei einer Wahl überhaupt die stärkste Partei stellen. In Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt aber kommt die Partei nur mit Ach und Krach in die Landtage.

3. Schwarzer Sonntag für die CDU: Nicht nur, dass die CDU in Baden-Württemberg erstmals in ihrer Geschichte auf den zweiten Rang rutschte, sie fuhr mit 27,5 Prozent auch das mit Abstand schlechteste Ergebnis ein. Auch in Rheinland-Pfalz stand die Partei nie so schlecht da wie am 13. März 2016.

4. AfD jubelt in Ost und West: Die AfD wirbelt die deutsche Parteienlandschaft durcheinander: In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz erzielten die Rechtskonservativen deutlich zweistellige Ergebnisse, in Sachsen-Anhalt wurden sie mit gut 24 Prozent hinter der CDU sogar zweitstärkste Kraft.

5. Aller guten Dinge sind drei: Ein Zweierbündnis aus Grüne und CDU in Baden-Württemberg ist zwar rechnerisch möglich, aber unwahrscheinlich. CDU-Kandidat Wolf hat schon angekündigt, es mit einer Deutschland-Koalition mit SPD und FDP zu probieren. Auch in Sachsen-Anhalt ist nur noch eine Dreier-Koalition denkbar. Diese wurden früher eigentlich nur als Notlösungen eingegangen, um eine große Koalition aus Sozial- und Christdemokraten zu verhindern. In Rheinland-Pfalz ist ein Zweierbündnis aus CDU und SPD möglich. Ob CDU-Kandidatin Julia Klöckner als darauf eingeht, ist fraglich.

6. Keine Rolle für die Linke: Eine herbe Schlappe gab es für die Linke: Sie kam in Sachsen-Anhalt auf nur noch knapp 17 Prozent, von "viel Frust" sprach Spitzenkandidat Wulf Gallert. In den beiden anderen Bundesländern scheiterte die Linke an der Fünf-Prozent-Hürde.

7. Direkt in den Landtag: Die AfD hat in Baden-Württemberg sogar zwei Direktmandate errungen. Die Kandidaten setzten sich in den Wahlkreisen Pforzheim und Mannheim I durch. In Pforzheim hatte bisher die CDU das Mandat inne, in Mannheim I die SPD.

8. Personenkult statt Programmatik: Parteiprogramme scheinen keine Zugkraft mehr zu haben. Sowohl die Grünen in Baden-Württemberg als auch die SPD in Rheinland-Pfalz kopierten den Wahlkampf-Stil von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Bundestagswahlkampf 2013: Alle setzten auf eine sehr stark personenfixierte Kampagne. In allen drei Ländern behaupteten sich am Sonntag die Amtsinhaber, auch in Sachsen-Anhalt.

9. Höhere Wahlbeteiligung hilft AfD: Zu den drei Landtagswahlen waren rund 12,7 Millionen Bürger aufgerufen, gut ein Fünftel aller Wahlberechtigten in Deutschland. Und die Wahlbeteiligung war in allen drei Ländern höher als 2011. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz lag sie jeweils bei rund 71 Prozent (+11 Prozent und +10 Prozent), in Sachsen-Anhalt bei 63 Prozent (+11,8 Prozent).

Doch ausgerechnet bei einer steigenden Wahlbeteiligung erzielte die AfD nun ihr stärkstes Ergebnis. "Wir haben die Wähler zurück an die Wahlurnen geholt", sagte AfD-Chefin Frauke Petry selbstbewusst.

- In Baden-Württemberg werden die Grünen mit Regierungschef Winfried Kretschmann mit 31 Prozent stärkste Partei. Der bisherige Koalitionspartner SPD liegt bei knapp 13 Prozent. Die CDU holt mit Spitzenkandidat Guido Wolf 26,9 Prozent und ist erstmals in der Geschichte des Landes nur zweitstärkste Partei. Die AfD erreicht auf Anhieb fast 15 Prozent. Die FDP kommen auf gut 8 Prozent.

- In Rheinland-Pfalz gewinnt die SPD mit Regierungschefin Malu Dreyer unerwartet deutlich mit gut 36 Prozent. Die CDU, noch vor wenigen Monaten mit einem zweistelligen Vorsprung in den Umfragen, holt mit Spitzenkandidatin Julia Klöckner rund 32 Prozent. Die AfD wird mit über 13 Prozent auf Anhieb drittstärkste Kraft, die FDP liegt bei bei 6 Prozent. Die Grünen verlieren über zehn Prozent und müssen mit 5 Prozent um den Einzug in den Landtag zittern.

- In Sachsen-Anhalt erreicht die CDU mit Ministerpräsident Reiner Haseloff knapp 30 Prozent. Zweitstärkste Kraft wird die AfD mit 24 Prozent, dahinter rangiert die Linke mit gut 16 Prozent. Die SPD kommt mit fast 11 Prozent nur abgeschlagen auf Platz vier. FDP und Grüne bangen mit jeweils 5 Prozent um den Einzug in den Landtag.

 

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