Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Unicef-Bericht Ein Drittel der syrischen Kinder kennt nur Krieg

Sie sind noch klein, doch seit Jahren erleben sie nur Bomben, zerstörte Häuser, Gewalt, Flucht. Unicef schlägt Alarm: 3,7 Millionen syrische Kinder leiden unter dem Krieg in ihrem Land.

Jedes dritte Kind in Syrien kennt nach Angaben der Vereinten Nationen nur ein Leben im Krieg und auf der Flucht. Seit Beginn des Bürgerkriegs vor fünf Jahren wurden etwa 3,7 Millionen syrische Mädchen und Jungen geboren, hieß es in einem Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef. Dies sei etwa ein Drittel aller syrischen Kinder.

Über 151.000 von ihnen sind als Flüchtling in einem der syrischen Nachbarländer zur Welt gekommen und haben ihre Heimat noch nie gesehen.

"Krasse Gewalt gegenüber Kindern"

"Millionen syrische Mädchen und Jungen unter fünf Jahren kennen nichts als Krieg und Flucht", sagte der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider. Das Leben dieser Kinder sei geprägt von Angst, Gewalt, Hunger und Vertreibung.

"Krasse Gewalt gegenüber Kindern ist an der Tagesordnung. Dazu gehören Bombenattacken und gezielte Angriffe von Heckenschützen genauso wie die Rekrutierung von Kindern." Aber auch Verstümmelung, Entführung, Angriffe auf Schulen, heißt es.

Ein syrisches Mädchen zwischen zerstörten Häusern in der syrisch-kurdischen Stadt Kobane. (Foto: AFP/Getty Images)

Dem Unicef-Bericht zufolge leben fast sieben Millionen Kinder in Syrien in Armut. Mindestens 2,1 Millionen Minderjährige in dem Bürgerkriegsland und 700.000 in Nachbarländer geflüchtete Kinder können keine Schulen besuchen.

Den Schätzungen zufolge leiden derzeit etwa 8,4 Millionen Kinder und Jugendliche in Syrien und den Nachbarländern direkt unter dem Bürgerkrieg.

Unicef verurteilte zudem die Rekrutierung von Kindersoldaten durch bewaffnete Gruppen. Die rekrutierten Kinder würden immer jünger werden. Wurden zu Beginn des Krieges hauptsächlich Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren etwa als Träger oder Koch eingesetzt, müssen seit 2014 auch deutlich jüngere Kinder kämpfen.

Dabei übernehmen sie lebensgefährliche Aufgaben an der Front wie die Bewachung von Checkpoints und die Versorgung von Verwundeten. Einige von ihnen seien erst sieben Jahre alt.

"Können kostbare Kinderjahre nicht zurückholen"

"Wir können die kostbaren Kindheitsjahre, die von diesem brutalen Krieg gestohlen worden sind, nicht zurückholen, aber wir können und müssen verhindern, dass die Zukunft dieser Kinder auch gestohlen wird", sagte Unicef-Chef Anthony Lake.

"Im Zuge des andauernden Krieges kämpfen Kinder einen Erwachsenenkrieg", sagte Unicef-Regionaldirektor Peter Salama. "Weiterhin brechen Kinder die Schule ab und werden zur Arbeit gezwungen, während die Mädchen früh verheiratet werden."

Im syrischen Bürgerkrieg wurden nach UN-Schätzungen bereits mehr als 270.000 Menschen getötet, etwa die Hälfte der einst 23 Millionen Einwohner des Landes musste infolge des Konflikts ihre Häuser verlassen. Seit dem 27. Februar gilt in Syrien eine Waffenruhe.

Als schwere Hypothek für die Zukunftsfähigkeit des Landes bezeichnet Unicef die Zerstörung des einst guten syrischen Bildungssystems. Als Reaktion habe Unicef die Initiative "No lost Generation" gegen eine "verlorene Generation" ins Leben gerufen. In Syrien wurden beispielsweise im vergangenen Jahr über eine Million Schulbücher gedruckt und verteilt, nachdem die Produktion in lokalen Druckereien zusammengebrochen war.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.