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Griechisch-mazedonische Grenze Hunderte Flüchtinge aus Idomeni suchen neue Route

Die Flüchtinge am geschlossenen Grenzübergang in Idomeni suchen neue Wege nach Mazedonien. Hunderte versuchen ihr Glück über eine neue Flußroute. Mehrere ertranken beim Überquerungsversuch.

Mehrere hundert Menschen haben sich vom griechischen Flüchtlingslager Idomeni aus auf den Weg gemacht, um zu Fuß die Grenze zu Mazedonien illegal zu überqueren. Nach einem acht Kilometer langen Marsch durchquerten einige hundert von ihnen einen reißenden Fluss auf griechischer Seite, dessen anderes Ufer noch etwa 500 Meter von der mazedonischen Grenze entfernt ist, wie ein dpa-Reporter berichtete.

An dieser Stelle unweit der Ortschaft Chamilo gebe es dem Anschein nach keinen Grenzzaun mehr, der die Menschen auf ihrem Weg in Richtung Deutschland aufhalte. Die Flüchtlinge stammen demnach vorwiegend aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Bei der Querung des Flusses halfen junge Männer schwächeren Flüchtlingen, damit diese nicht von der Strömung mitgerissen wurden.

Später zogen griechische Bereitschaftspolizisten auf und teilten den Menschen mit, dass ihr Vorhaben sinnlos sei: Auf mazedonischer Seite würden die Flüchtlinge bereits erwartet und von den dortigen Behörden wieder zurück über die Grenze nach Griechenland gebracht. Die Bereitschaftspolizisten versuchten zwar, die Gruppe aufzuhalten, ließen sie dann aber passieren, ohne Gewalt anzuwenden.

Mehrere Flüchtlinge ertrinken

In der Nacht war es bereits zu einem Drama in einem Fluss an der griechisch-mazedonischen Grenze gekommen. Drei Flüchtlinge ertranken bei der Fahrt über einen Fluss, teilte die Polizei mit. Die Frau und zwei Männer hatten mit 23 anderen Migranten versucht, den Suva-Reka-Fluss in einem Boot zu überqueren. Durch starken Regen führte er Hochwasser und barg gefährliche Stromschnellen. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung handelt es sich bei den drei Opfern um Afghanen.

Bestatter transportieren die drei Leichen ab. (Foto: AP)

Die Leichen seien am frühen Montagmorgen geborgen worden. Die 23 Überlebenden wurden in ein Flüchtlingscamp in Mazedonien gebracht.

Mehr zum Thema: Zahl der Flüchtlinge in Griechenland steigt kontinuierlich

Auch vor der griechischen Insel Kos kenterte am Montag ein Flüchtlingsboot. Hier werden nach Angaben der griechischen Küstenwache noch acht Menschen vermisst, fünf konnten aus den Fluten gerettet werden. Das Flüchtlingsboot war aus der Türkei gestartet. Je ein Boot der griechischen und der italienischen Küstenwache sowie ein Hubschrauber nahmen an der Suchaktion teil. In der Region herrschten starke Winde, wie der Sprecher der Küstenwache, Nikos Langadianos, im Fernsehen sagte.

In dem improvisierten Lager Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze ist die Lage dramatisch. Nach neuem Dauerregen ist das Camp völlig verschlammt. Dutzende Menschen, darunter viele Kinder, leiden unter Atemwegserkrankungen, wie das griechische Staatsfernsehen berichtete. Die Behörden riefen die Migranten abermals auf, das Camp zu verlassen und in andere organisierte Lager im Landesinneren zu gehen. Bislang sollen nach Schätzungen griechischer Medien mehr als tausend Menschen Idomeni verlassen haben. Rund 12.000 Migranten harren dort weiter aus.

Dramatische Lage in Idomeni

Insgesamt befinden sich nach Angaben des zuständigen Krisenstabs mehr als 44.500 Migranten in Griechenland. Fast 9300 Migranten wurden auf den Inseln der Ostägäis gezählt, gut 11.100 im Großraum Athen. Der Rest harrte im improvisierten Camp von Idomeni und in verschiedenen Lagern in Nordgriechenland aus.

Der Zustrom über die Ägäis ist weiter enorm. Allein am vergangenen Wochenende setzten nach vorläufigen Behördenangaben fast 4000 Migranten von der Türkei nach Griechenland über. In der griechischen Hafenstadt Piräus kamen am Montagmorgen an Bord von zwei Fähren gut 600 neue Migranten an. Sie hatten in den vergangenen Tagen aus der Türkei zu den Inseln Lesbos und Chios übergesetzt. Nach offiziellen Angaben waren am 10. März 835, am 11. März 232 und am 12. März 2578 Migranten aus der Türkei auf diesen Inseln angekommen.

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