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Grenzstadt Idomeni Mazedonien drängt Flüchtlinge zurück nach Griechenland

Nach der Flucht Hunderter Migranten aus Idomeni nach Mazedonien geht es wieder zurück nach Griechenland. Dort empört sich Regierungschef Tsipras über eine Flugblatt-Aktion für Flüchtlinge.

Die Balkanroute bleibt dicht: Hunderte Menschen aus dem Flüchtlingslager im griechischen Idomeni sind mit ihrem Versuch gescheitert, über die grüne Grenze nach Mazedonien und weiter nach Mitteleuropa zu kommen. Die meisten mussten am Dienstag zurückkehren. Betroffene berichteten, sie seien von mazedonischen Sicherheitskräften mit Schlagstöcken traktiert und zur Umkehr gezwungen worden.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras verurteilte eine Flugblatt-Aktion scharf, mit der Migranten über die grüne Grenze nach Mazedonien gelockt worden seien. "Dieses Spiel mit Menschenleben muss aufhören", sagte er bei einer Pressekonferenz in Athen.

Am Vortag war es nach Schätzungen mazedonischer Medien bis zu 2000 Migranten aus dem griechischen Elendslager Idomeni gelungen, den mazedonischen Grenzzaun über Umwege zu umgehen und illegal in das Nachbarland einzureisen. Die meisten Flüchtlinge wurden nach Medienberichten in Mazedonien festgenommen. Im nordgriechischen Grenzort war ein Flugblatt an die Migranten mit detaillierten Informationen verteilt worden, wie man über die grüne Grenze nach Mazedonien gelangen könnte. Viele folgten dem Aufruf, einen reißenden Fluss zu durchqueren, etliche Menschen verletzten sich dabei nach griechischen Medienberichten. Tsipras bezeichnete die Flugblattaktion als "gefährliches Verhalten zu Lasten der Flüchtlinge".

Er rief die Migranten auf, der griechischen Regierung zu vertrauen und von Idomeni aus in die bereitstehenden Auffanglager zu gehen. "Es ist ausgeschlossen, dass die Balkanroute sich noch einmal öffnen wird", stellte er klar.

Ein dpa-Reporter vor Ort beobachtete, dass mazedonische Sicherheitskräfte einen Teil der Menschen über die grüne Grenze zurück nach Griechenland zwangen. Allerdings sollen sich griechischen Medienberichten zufolge weiterhin rund 700 Migranten auf mazedonischem Boden befinden. Was mit ihnen geschehen soll, war zunächst unklar.

"Bedrohliche Situation" auf mazedonischem Gebiet

Einige zurückgekehrte Migranten berichteten einem dpa-Reporter auf der griechischen Seite, sie seien von mazedonischen Sicherheitskräften mit Schlagstöcken traktiert worden. Andere schilderten, sie hätten eine Nacht auf mazedonischem Gebiet verbracht und eine "bedrohliche Situation" erlebt. Vor ihnen habe sich eine Phalanx aus Soldaten und Polizisten mit Hunden formiert. Die Sicherheitskräfte hätten die kleinen Zelte der Flüchtlinge zerstört und die Migranten harsch aufgefordert, nach Griechenland zurückzukehren.  

Der Sprecher des Flüchtlings-Krisenstabs, Giorgos Kyritsis, erläuterte, der Flüchtlings-Exodus aus Griechenland nach Mazedonien sei von Unbekannten organisiert worden. "Wir haben in unseren Händen Flugblätter, die zeigen, dass das eine organisierte Aktion war" sagte der Sprecher. Nach griechischen Medienberichten könnten linksgerichtete Gruppierungen hinter der Aktion stecken.  

Griechische Medien veröffentlichten Kopien der Flugblätter, die Unbekannte an die Migranten verteilt hatten. Darin ist der Weg eingezeichnet, wie die Migranten über Umwege nach Mazedonien einreisen können.

 

Nur wenige Wirtschaftsflüchtlinge

Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNHCR setzten seit Beginn des Jahres bis zum 13. März 143.205 Migranten von der Türkei zu den griechischen Inseln über. Nach Regierungsangaben sollen sich in ganz Griechenland etwa 46.000 Migranten aufhalten. Die meisten von ihnen seien Kriegsflüchtlinge, sagte der stellvertretende griechische Verteidigungsminister Dimitris Vitsas. "Wir haben nur wenige Wirtschaftsflüchtlinge etwa aus nordafrikanischen Staaten", ergänzte er.  

Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl hält das geplante Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei für rechtswidrig. "Schutzsuchende dürfen nicht sehenden Auges einem Staat ausgeliefert werden, der sie nicht schützen will", sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt in Berlin.

Die geplante Vereinbarung der EU mit der Regierung in Ankara sieht vor, dass Flüchtlinge, die auf den griechischen Inseln ankommen, in die Türkei zurückgeschickt werden. Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen darüber ab Donnerstag erneut beraten.

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