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US-Vorwahlen der Demokraten Hillary Clinton siegt und geht zur Attacke über

Die Ex-Außenministerin besiegt ihren Gegner Bernie Sanders haushoch. Die Nominierung ist ihr kaum noch zu nehmen. Darum knöpft sie sich in ihrer Siegesrede bereits Donald Trump vor.

Hillary Clinton fühlt nicht mehr den Bern. Die Ex-Außenministerin gewann wohl alle fünf Staaten – die Auszählung in Missouri ist jedoch noch offen – und verprügelte damit am "Super Tuesday No. 2" ihren hartnäckigen Verfolger Bernie Sanders förmlich. Der Slogan des selbst etikettierten demokratischen Sozialisten, "Feel the Bern", kam diesmal nicht auf Temperaturen. Und für die Geschichtsbücher steht bald ein neuer Eintrag an: Erstmals wird im Sommer eine der beiden großen Parteien in den USA eine Frau als Präsidentschaftskandidatin nominieren.

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In Florida (65 zu 33 Prozent), Ohio (58:41) und North Carolina (55:40) triumphierte Clinton ausgesprochen klar. In Illinois, wo sie geboren wurde, siegte sie knapp (51:48). Und in Missouri überholte sie den bis dahin führenden Sanders erst nach Auszählung von über 99 Prozent der Stimmen.

"Wir bewegen uns näher heran an die Nominierung durch die Demokratische Partei und näher an den Gewinn der Wahlen im November", sagte Clinton vor jubelnden Anhängern im floridianischen Palm Beach. Beim "echten" Super-Dienstag Anfang März hatte sie acht Staaten geholt, während Sanders auf vier Siege kam.

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Nicht nur die Gesamtheit der gewonnenen Staaten ist für Clinton wichtig. Mindestens ebenso bedeutsam ist die Nord-Süd-Verteilung. Dass die einstige First Lady von Arkansas im Süden erfolgreich sein würde, war stets erwartet worden. Darum hatten Demoskopen ihren Sieg in Florida bereits eingepreist. Aber dass sie auch in Ohio mit rund 14 Prozentpunkten weit vorne liegen würde, hatten die wenigsten Umfragen hergegeben.

Clintons Vorsprung wächst auf rund 300 Stimmen

Erneut bestätigte sich Clintons enormer Rückhalt bei den Minderheiten. In Florida und North Carolina kam sie auf 80 Prozent der schwarzen Wähler, und in Florida auf 70 Prozent der Hispanics. In Missouri beträgt der Anteil der Schwarzen lediglich elf Prozent, während er in North Carolina bei 22 und in Florida bei 16 Prozent liegt. In Illinois machen die Afroamerikaner 15 Prozent der Bevölkerung aus. Dass Clinton aber auch weitgehend weiße Staaten gewinnen kann, bestätigt Ohio, wo die Schwarzen einen ähnlichen Anteil wie in Missouri stellen.

Gemessen in Wahlleuten für die National Convention im Juli in Philadelphia beträgt Clintons Vorsprung nun nahezu 700 Delegierte. In abgegebenen Stimmen bei den bisherigen Primaries und Caucuses sind es fast zwei Millionen. Gewann Clinton 19 Staaten und Gebiete, war Sanders neunmal erfolgreich. Damit kämpft der Senator zwar hartnäckiger als zu Beginn dieses Zweikampfes erwartet. Aber als Barack Obama 2008 überraschend die auch damals favorisierte Clinton schlug, hatte er zu diesem Zeitpunkt einen geringeren Vorsprung. Allerdings: Unter "unabhängigen" Wählern schnitt Sanders am Dienstag besser ab als Clinton.

Darum umarmte Clinton in ihrer Siegesrede zwar weiterhin linke Themen, die Sanders gesetzt hat, wie den Kampf gegen die hohen Studiengebühren. Auch teilte sie erneut aus gegen Wall Street und "überbezahlte Konzernchefs". Aber sie schoss nicht mehr gegen den nunmehr geschlagenen Senator, sondern gegen ihren voraussichtlichen Gegner im November: Der nächste Präsident müsse das Land zusammenbringen und nicht Mauern bauen. Und wenn er zwölf Millionen Immigranten deportieren und sämtlichen Muslimen die Einreise in die USA verbieten wolle, "dann macht ihn das nicht stark, sondern schwach". Um Donald Trump, das Kuckucksei dieser Vorwahlen in den USA, kommt eben nicht einmal Hillary Clinton an einem triumphalen Abend herum.

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