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Aussage im NSU-Prozess Böhnhardt soll Zschäpe verprügelt haben

Uwe Böhnhardt soll seine mutmaßliche NSU-Komplizin Beate Zschäpe wiederholt verprügelt haben - vor allem "wenn ihm die Argumente ausgingen". Einmal eskalierte der Streit wegen einer herumliegende Waffe.

Die mutmaßliche NSU-Rechtsterroristin Beate Zschäpe ist nach eigenen Angaben während ihres Untergrundlebens von ihrem Komplizen Uwe Böhnhardt geschlagen worden. In einer weiteren vor Gericht verlesenen Aussage berichtete sie in München, das sei vor allem in der Anfangszeit nach dem Abtauchen der drei im Jahr 1998 passiert. Und zwar häufig dann, wenn Böhnhardt "verbal die Argumente ausgingen".

Zschäpe schilderte beispielhaft, wie es einmal Streit gegeben habe "wegen einer Pistole, die offen auf dem Tisch in der Wohnung herumlag". Sie habe das nicht gewollt. "Uwe Böhnhardt war das egal, und er beendete den lautstarken Streit mit Schlägen", heißt es in Zschäpes Erklärung.

Streit habe es auch beim Thema Internet gegeben. Sie wie auch der dritte im NSU-Trio, Uwe Mundlos, hätten gern einen eigenen Anschluss in der Fluchtwohnung gehabt. "Uwe Böhnhardt war jedoch strikt dagegen, da er darin ein Sicherheitsrisiko sah." Darüber habe es mehrmals Auseinandersetzungen gegeben, "bis er mich erneut schlug, um das Thema zu beenden". Erst Jahre später habe Mundlos sich gegen Böhnhardt durchsetzen können, das Trio bekam einen eigenen Anschluss.

Bönhardt fehlten die Argumente

Nach Zschäpes Darstellung sei Böhnhardt sowohl ihr als auch Mundlos in Diskussionen unterlegen gewesen. Wenn er nicht weiterwusste, sei er gewalttätig geworden. Mit der Zeit habe sie sich darauf eingestellt und einschätzen können, "wann es besser ist, eine Diskussion zu beenden" und "eine Eskalation zu vermeiden".

Zschäpe enthüllte erstmals auch Einzelheiten über den Kontakt zu ihrem mitangeklagten mutmaßlichen Helfer André E. und dessen Ehefrau. Beide - E. und seine Frau - hätten über die Banküberfälle Bescheid gewusst, die Böhnhardt und Mundlos verübt haben sollen. Davon habe sie ihnen selbst erzählt. Von den Morden und Sprengstoffanschlägen soll das Ehepaar E. dagegen nichts gewusst haben.

In den letzten Jahren im Untergrund etwa ab 2006 sei vor allem E.s Ehefrau fast jede Woche zu Besuch gekommen und habe auch ihre Kinder mitgebracht. Das, so Zschäpe, habe ihr "gut getan, da diese für mich eine Art Ersatzkinder waren, da ich selbst keine Kinder bekommen konnte".

Zschäpe nennt Details von der letzten Flucht

Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt waren 1998 aus Jena verschwunden und versteckten sich zunächst bei rechtsradikalen Gesinnungsgenossen in Chemnitz. Später zogen sie nach Zwickau. Während dieser Jahre sollen Mundlos und Böhnhardt zehn Menschen in ganz Deutschland aus überwiegend rassistischen Gründen ermordet und zwei Sprengstoffanschläge in Köln verübt haben. Zschäpe muss sich dafür wegen Mittäterschaft verantworten.

In ihrer ersten Aussage hatte sie bestritten, in die Mordpläne eingeweiht gewesen zu sein. Zschäpe gab auch Auskunft über den Tag, an dem das NSU-Trio nach einem missglückten Banküberfall ihrer beiden Komplizen in Eisenach aufflog und sich Mundlos und Böhnhardt dort das Leben nahmen.

Nachdem sie die Wohnung in Zwickau in Brand gesteckt hatte, habe sie sich mit André E. getroffen. Die beiden seien dann zu ihm gefahren, wo E. ihr frische Sachen seiner Frau gegeben habe, "da meine Kleidung stark nach Benzin roch". Anschließend habe er sie zum Bahnhof gebracht. Nach einer mehrtägigen Irrfahrt mit der Bahn stellte sie sich letztlich der Polizei.  

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