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Frankfurt am Main Bestatter mit Lassa-Fieber auf Isolierstation

Ein Bestatter aus Rheinland-Pfalz hat sich offenbar an einem Toten mit dem gefährlichen Lassa-Fieber angesteckt. Der Mann liegt jetzt auf einer Spezialstation der Uniklinik.

Ein mit dem Lassa-Virus infizierter Patient ist auf der Sonderisolierstation der Frankfurter Uniklinik aufgenommen worden. Der Mann arbeitet bei einem Bestattungsunternehmen in Alzey (Rheinland Pfalz). Er hatte dort Kontakt mit der Leiche eines Ende Februar in der Kölner Uniklinik gestorbenen Lassa-Patienten aus Togo, wie die Kreisverwaltung Alzey-Worms am Mittwoch mitteilte. Nachdem im Blut des Bestattungs-Mitarbeiters am Dienstag das Lassa-Virus nachgewiesen wurde, sei er umgehend in die Frankfurter Uniklinik gebracht worden.

"Es wäre der erste Fall einer in Deutschland erworbenen Lassa-Virus-Infektion", sagte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Bislang gab es nur sehr wenige Lassa-Fälle in Deutschland, die alle eingeschleppt worden waren.

Am 26. Februar war in Köln ein US-Bürger gestorben, der in Togo als Krankenpfleger gearbeitet hatte. Erst mehrere Tage nach seinem Tod wurde eine Lassa-Virus-Infektion festgestellt.

Der Leichnam des Amerikaners sei am 3. März in einem Spezialcontainer nach Alzey gebracht worden, wo er für den Weitertransport nach Togo konserviert werden sollte, teilte die Kreisverwaltung Alzey mit. Sechs Tage später, am 9. März, habe sich nach Mitteilung der Kölner Uniklinik herausgestellt, dass der Mann an Lassa-Fieber erkrankt war.

Grippeähnliche Symptome

Daraufhin seien dem Mitarbeiter der Bestatterfirma Blutproben entnommen und von Frankfurter Kompetenz-Zentrum für lebensbedrohliche Erkrankungen untersucht worden. Die erste sogenannte Nullprobe vom 10. März habe keinen Hinweis auf das Virus gezeigt. Bei einer erneuten Probe sei am Dienstag das Lassa-Virus nachgewiesen worden. Noch am selben Tag sei der Mann mit einem Spezialfahrzeug nach Frankfurt gebracht worden. Seine Familienangehörigen wiesen zwar keinerlei Krankheitssymptome auf, sie seien aber vorsorglich ebenfalls stationär aufgenommen worden.

Der Mitarbeiter des Bestattungsinstituts habe als einziger Kontakt mit dem Toten gehabt, teilte die Kreisverwaltung mit. Nach eigenen Angaben kam er nicht mit Körperflüssigkeiten in Berührung. Die grippeähnlichen Symptome, über die der Mann klagte, bestanden nach dessen Aussagen bereits vor dem Kontakt zur Leiche.

Das Lassa-Fieber ist eine meldepflichtige Erkrankung, die in Westafrika häufig auftritt. Benannt ist sie nach einer Stadt in Nigeria, in der sie zum ersten Mal beschrieben wurde. Es zählt wie Ebola und Dengue-Fieber zu den hämorrhagischen Fiebern. Die Erreger können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auslösen, später sind Hautblutungen, Durchfall und Erbrechen möglich. Dem Robert Koch-Institut zufolge verläuft die Infektion häufig mild oder ohne Symptome. Hochrechnungen zufolge infizieren sich jährlich 100.000 bis 300.000 Menschen mit dem Virus, von denen 1 bis 2 Prozent am Fieber sterben.

In Deutschland sind seit 1974 sechs importierte Fälle bekanntgeworden. Die Krankheit beginnt zunächst grippeähnlich und ist nur schwer von anderen tropischen Krankheiten zu unterscheiden. In schweren Fällen kann es zu einem Schockzustand kommen, der etwa zu Organversagen führt. Eine Impfung gibt es nicht. Die Frankfurter Uniklinik will an diesem Donnerstag (17.3.) in einer Pressekonferenz über den Fall informieren.

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