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Flüchtlingskrise Mehrheit der Deutschen fordert ein Eingreifen in Idomeni

Die Mehrheit der Bevölkerung fordert von der Kanzlerin ein Eingreifen in Idomeni. Das ergibt eine N24-Umfrage. Wenig Hoffnung setzen die Deutschen auf den aktuellen EU-Türkei-Flüchtlingsgipfel.

Die Mehrheit der Deutschen wünscht, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für eine Öffnung der griechisch-mazedonischen Grenze stark macht. Das ergibt eine repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag von N24. 

Mazedonien hat die Grenze für Flüchtlinge geschlossen, so dass auf griechischem Gebiet im Ort Idomeni mehrere tausend Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen verharren. 51 Prozent finden, dass Merkel darauf drängen sollte, die Grenzen wieder zu öffnen. 41 Prozent der Befragten sprechen sich dagegen aus. 

Vor allem Unionsanhänger befürworten die Grenzöffnung, hier liegt der Zustimmungswert sogar bei 71 Prozent. Unter den AfD-Wählern sprechen sich lediglich 11 Prozent dafür aus.

Deutsche glauben nicht an den Erfolg von Merkels Türkei-Deal

Die große Mehrheit der Deutschen glaubt nicht, dass der EU-Gipfel mit der Türkei eine nachhaltige Lösung der Flüchtlingskrise bringt. Das gaben 71 Prozent der Befragten an.

Mit 96 Prozent ist die Skepsis unter den Anhängern der flüchtlingskritischen Alternative für Deutschland (AfD) besonders hoch. Doch auch 71 Prozent der Unionswähler antworteten mit "Nein" auf die entsprechende Frage.

Das ist ein alarmierender Wert für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), gilt sie doch als größte Befürworterin des Deals mit der Türkei. Demnach soll das Land alle Flüchtlinge aus dem überlasteten Griechenland zurücknehmen und dafür mit Entgegenkommen der EU sowie weiteren drei Milliarden Euro Hilfe rechnen können. Aus der Türkei, so der Plan, würden dann gezielt Bürgerkriegsflüchtlinge auf die Länder der Europäischen Union verteilt werden.

(Foto: Infografik Die Welt)

Jedoch halten der Umfrage zufolge nur 26 Prozent der befragten Deutschen diesen Vorschlag für eine nachhaltige Lösung. Ob und wann der EU-Gipfel überhaupt eine Einigung präsentiert, ist offen.

Vielmehr fordern die Befragten die Kanzlerin auf, sich direkt für die Flüchtlinge im griechischen Grenzort Idomeni einzusetzen. Dort verharren Tausende in einem Camp direkt am Zaun zu Mazedonien, ohne dass es Hoffnung auf ein Fortkommen gibt. Seit Wochen ist die Grenze geschlossen.

Unions-Anhänger wollen keine Verschärfung der Politik

In der Frage, ob die Kanzlerin nach dem Wahlerfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und vor allem Sachsen-Anhalt ihren Kurs in der Flüchtlingspolitik verschärfen sollte, ist das Meinungsbild gespalten. 44 Prozent der Befragten raten der Kanzlerin zu einer Verschärfung, 47 Prozent lehnen dies ab. Etwas eindeutiger fällt dieser Wert unter den Unionsanhängern aus: 39 Prozent sind für eine Verschärfung der Politik, 54 dagegen.

(Foto: Infografik Die Welt)

Dieses Vertrauen in die eigene Politik drückt sich unter den Unionsanhängern noch in einer anderen Frage aus: der nach den generellen Konsequenzen aus dem Wahlerfolg der AfD. 69 Prozent der CDU/CSU-Wähler finden, dass die etablierten Parteien die Wahlergebnisse ernst genug nehmen. Bei den SPD-Anhängern beträgt der Wert immerhin 58 Prozent.

Parteiübergreifend liegt die Zustimmung ebenfalls bei 58 Prozent. Ein gutes Drittel ist hingegen der Meinung, die Etablierten würden die AfD nicht ernst genug nehmen.

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union auf 36 Prozent der Stimmen – ein leichtes Plus von einem Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche. Die SPD käme unverändert auf 24 Prozent, die Grünen kämen auf elf Prozent (plus eins). Auch die AfD käme unverändert auf elf Prozent der Stimmen. Die Linke verliert in der Sonntagsfrage leicht (minus eins) und kommt auf neun Prozent. Auch die FDP wäre mit fünf Prozent gerade so im neuen Bundestag vertreten.

Für die Erhebung befragte Emnid am 16. März 2016 rund 1000 Personen.

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