Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Pressestimmen zum Flüchtlings-Gipfel "Europa ertränkt seine letzten Werte im Mittelmeer"

In der Flüchtlingskrise geht die EU einen Deal mit der Türkei ein. Ein "erschreckendes Gefeilsche" nennt das die internationale Presse und fragt: "Hat Viktor Orban jetzt gewonnen?"

Die EU steht kurz vor einem Deal mit der Türkei: Das Land nimmt alle Flüchtlinge zurück, die es bis zu den griechischen Inseln schaffen. Für jeden Syrer, den die Türkei zurücknimmt, würde die EU einen syrischen Flüchtling aufnehmen. Allerdings ist noch nicht geklärt, wohin diese Flüchtlinge kommen. Im Gegenzug sollen Türken unter anderem ab Ende Juni ohne Visa in die EU einreisen dürfen.

"Le Républicain Lorrain", Frankreich: Erschreckendes Gefeilsche

"Um ihren Komfort zu bewahren und um zu vermeiden, ein von Extremisten gefärbtes Wahlvolk zu vergrämen, sollen sich die 28 (EU-Staaten) verpflichten, ihre Augen vor den Methoden des türkischen Herrschers zu schließen. Der Zoll ist hoch, aber es ist der geforderte Lohn des Hüters des Einfalltors (nach Europa). Am wenigsten akzeptabel bei diesem erschreckenden Gefeilsche ist nicht die Haltung der Türkei. Vielmehr diejenige der Europäer (...), die ihre letzten Werte im Mittelmeer ertränkt haben."

Mehr zum Thema: Diese Fragen entscheiden den Flüchtlingsdeal

"Aftenposten", Norwegen: Ein nützliches Eingangstor zur muslimischen Welt

"Selten hat man eine Versammlung mit so vielen widerstreitenden Interessen gesehen wie jetzt beim EU-Gipfel zu der umfassenden Vereinbarung mit der Türkei. Europa sollte erkennen, dass es zu viel zweideutige Kommunikation gibt, wenn es um die Türkei geht. Auf der einen Seite ist das Land mit dabei, gilt als westlich orientierter Unterstützer und ein nützliches Eingangstor zur muslimischen Welt. Auf der anderen Seite wird das Land als byzantinisch und unberechenbar dargestellt und gesagt, dass es am sichersten ist, es außen vor zu halten. Der Katalog der rechtlichen und praktischen Fragen auf dem EU-Gipfel hat ein beunruhigendes Ausmaß. Aber wenn es den politischen Willen gibt, ist keines der Probleme unlösbar."

"De Morgen", Belgien: Deal gab es schon vor zwei Jahren - jetzt ist er teurer

"So neu ist diese Abmachung gar nicht. Bereits am 16. Dezember 2013 hatten EU-Kommissarin Cecilia Malmström und der damalige türkische Außenminister Ahmet Davutoglu in Ankara eine grundsätzliche Einigung zur damaligen Flüchtlingsbewegung erreicht. Darin versprach die Türkei, illegale Migranten aus anderen Ländern zurückzunehmen, wenn sie von türkischem Boden aus in die EU gekommen waren. Im Gegenzug sollten die Türken das Recht erhalten, ohne Visum in die EU zu reisen. (...) Der Deal, der jetzt auf dem Tisch liegt, baut auf diesen Absprachen auf. Freilich sind die Beträge der finanziellen Unterstützung nun erheblich höher und das Datum für die Visafreiheit ist nach vorn gerückt, während die EU nun bereit ist, für jeden zurückgeschickten syrischen Flüchtling einen anderen Syrer aus der Türkei aufzunehmen."

Mehr zum Thema: Mehrheit der Deutschen fordert ein Eingreifen in Idomeni

"La Repubblica", Italien: Kraftprobe zwischen Ankara und Europa

"Die europäischen Regierungschefs sind mit angezogener Handbremse nach Brüssel gereist. Der x-te Gipfel mit der Türkei in der Migrationsfrage läuft Gefahr, sich in einem Netz aus Einsprüchen, Schweigen und Ratlosigkeit zu verstricken, das die Inhalte des vor zehn Tagen skizzenhaft vereinbarten Abkommens immer weiter aushöhlt. In der Nacht haben die Regierungschefs immerhin die Differenzen reduziert und eine gemeinsame Plattform geschaffen. (...) Das alles verschärft dennoch die Unsicherheit über mögliche Alternativrouten, die sich öffnen könnten, wenn die Route über Griechenland geschlossen wird. Viele fürchten, dass die dort festsitzenden Migranten nun über Albanien nach Italien kommen könnten."

"Nepszabadsag", Ungarn: Hat Orban also gewonnen?

"Hat Viktor Orban also gewonnen? Brüssel und Angela Merkel scheinen sich damit abgefunden zu haben, dass sie keine verpflichtende Verteilung der Flüchtlinge durchsetzen können – und das kann jeder als Erfolg verkaufen, der dagegen gekämpft hat. Ob sich auch Viktor Orban über seinen Sieg freut, wird bald über alle Kanäle bekanntgegeben werden. Das Problem der Regierungskommunikation besteht darin zu erklären, wie Europa in sein Verderben rasen kann, obwohl es jetzt auf Viktor Orban gehört hat. Es soll sich bloß nicht herausstellen, dass diese Aussage keinen Widerspruch enthält."

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Für diese Seite sind keine Kommentare vorgesehen.