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Guido Westerwelle Ex-Außenminister mit 54 Jahren gestorben

Ex-Außenminister Guido Westerwelle ist tot. Der frühere FDP-Vorsitzende ist am Freitag im Alter von 54 Jahren an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung gestorben.

Der frühere FDP-Vorsitzende und Bundesaußenminister Guido Westerwelle ist tot. Der 54-Jährige starb am Freitag an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung, wie die von ihm gegründete Westerwelle Foundation mitteilte. Westerwelle war von 2001 bis 2011 FDP-Chef und von 2009 bis 2013 Bundesaußenminister. Im Juni 2014 war er wegen akuter Leukämie in stationäre Behandlung gekommen.

Ein Jahr nach der Diagnose hatte sich Westerwelle zuversichtlich über eine Genesung gezeigt. Im November 2015 hatte er in Fernsehauftritten über seine Krankheit gesprochen und sein Buch "Zwischen zwei Leben" vorgestellt. Seit Ende November befand sich Westerwelle jedoch wieder im Krankenhaus.

Wir trauen um unseren Chef Guido Westerwelle. Er verstarb am 18. März 2016 in der Uni-Klinik Köln an den Folgen seiner...

Posted by Westerwelle Foundation on Freitag, 18. März 2016
 

"Er hat unserer Demokratie gedient"

"Mir fehlen die Worte", schrieb FDP-Chef Christian Lindner in einer ersten Reaktion auf Twitter. "Guido hat so gekämpft. Die Trauer ist groß." Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) nannte Westerwelle einen "großartigen Kämpfer für die liberale Sache und ein engagierten Parlamentarier". "Er hat unserer Demokratie gedient", erklärte Kauder. Grünen-Chefin Simone Peter twitterte: "Viel zu jung aus dem Leben gerissen. Wir trauern um Guido Westerwelle."

Westerwelle gehörte zu den bekanntesten deutschen Politikern der vergangenen Jahre. Der am 27. Dezember 1961 in Bad Honnef bei Bonn geborene Anwaltssohn war Anfang der 80er Jahre Mitbegründer der Jungen Liberalen, wurde mit nur 32 Jahren FDP-Generalsekretär, 2001 mit 39 Jahren der bis dahin jüngste Parteichef.

Im Bundestagswahlkampf 2002 reiste der gelernte Jurist mit einem knallgelben "Guidomobil" durch die Lande. Sogar in der damals viel diskutierten TV-Reality-Show "Big Brother" trat er auf. Dass etablierte Kreise ihn zum Spaßpolitiker stempelten, scherte Westerwelle damals nicht. Der FDP-Vorsitzende hatte das Ziel, für die FDP 18 Prozent der Wählerstimmen zu erreichen, was er allerdings verpasste.

Auch der Linkspartei wird er fehlen

"Ich habe seinen Ehrgeiz, die FDP zu einer 18-Prozent-Partei zu machen, bewundert und zugleich für überzogen gehalten", erinnerte sich Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch am Freitag. "Umso mehr war ich beeindruckt, dass er dieses Ziel immerhin fast erreichte." Bartsch fügte hinzu: "Er wird mir fehlen."

Später bemühte sich Westerwelle darum, das Image des Spaßpolitikers wieder loszuwerden. Das galt ganz besonders ab 2009, nachdem er die FDP zu einem Wahlergebnis von 14,6 Prozent führte und im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Bundesaußenminister wurde.

Doch die FDP zerrieb sich in der Koalition mit der Union. Zwei Jahre nach Eintritt in die Regierung gab Westerwelle 2011 unter innerparteilichem Druck nach zehn Jahren den FDP-Vorsitz an Philipp Rösler ab. Bei den Bundestagswahlen 2013 verpasste die FDP den Wiedereinzug in den Bundestag und Westerwelle musste seinen Posten als Außenminister räumen.

Die Nachricht auf der Website der Westerwelle-Stiftung.

Seit 2010 mit seinem Lebenspartner verheiratet

Mit der schwersten Krise der Partei begann auch Westerwelles gesundheitlicher Leidensweg. Im Juni 2014 gab die Westerwelle Foundation die schwere Erkrankung ihres Gründers bekannt. Westerwelle machte aus seiner Homosexualität kein Geheimnis. Er lebte seit 2010 mit Michael Mronz in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft.

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