Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Nordrhein-Westfalen Polizeieinsatz in Flüchtlingsheim gerät außer Kontrolle

In Nordrhein-Westfalen sollen drei Polizisten eine Syrerin und ihre Kinder bedroht und gestoßen haben. Ein Handy-Video wurde dem WDR zugespielt. Innenminister Jäger fordert Aufklärung.

In einer Flüchtlingsunterkunft in Warburg in Nordrhein-Westfalen ist offenbar ein Einsatz der Polizei aus dem Ruder gelaufen. Am 9. März soll es in dem kommunalen Flüchtlingsheim zwischen drei Polizisten und Bewohnern zu verbalen und körperlichen Auseinandersetzungen gekommen sein, wie die Staatsanwaltschaft Paderborn und die Polizei Bielefeld am Freitag mitteilten.

Die Staatsanwaltschaft leitete demnach ein Ermittlungsverfahren ein. Dabei werde geprüft, ob sich die am Einsatz beteiligten Polizisten strafbar gemacht haben. Die polizeilichen strafrechtlichen Ermittlungen wurden auf das Polizeipräsidium Bielefeld übertragen.

"Ist mir scheißegal"

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren die Polizisten von der Stadt Warburg angefordert worden, weil es bei einem geplanten Umzug von Bewohnern in eine andere Unterkunft zu Schwierigkeiten gekommen sei. Nach Informationen des WDR, der als erstes über den Fall berichtete, sollte eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern aus Syrien zwangsweise in eine andere Unterkunft gebracht werden.

Videomaterial, das dem WDR-Magazin "Westpol" vorliegt, zeige Drohungen und einen Einsatz von Gewalt durch die Polizisten. Auf dem Video ist dem WDR zufolge festgehalten, wie ein Polizist der syrischen Flüchtlingsfrau mit den Worten droht: "Wenn sie nicht mitkommt, leg ich sie in Ketten und zerre sie raus. Ist mir scheißegal."

Zu sehen sei ebenfalls, dass ein Polizeibeamter den zwölfjährigen Sohn festhalte und ein anderer die Mutter zu Boden stoße. Die Vorfälle während des Polizeieinsatzes hätten mehrere Augenzeugen dem WDR-Magazin bestätigt.

Das könnte Sie auch interessieren: Übergriffe auf Frauen - Auf der Flucht ist Sex eine gängige Währung

Hintergrund des Einsatzes war dem Medienbericht zufolge, dass die alleinerziehende Mutter zuvor sexuelle Belästigungen in der Einrichtung durch Mitbewohner beklagt habe. Als Reaktion darauf habe die Stadt entschieden, die Familie zu verlegen. Der mutmaßliche Täter blieb nach WDR-Recherchen dagegen in der Einrichtung.

Innenminister Ralf Jäger (SPD) kritisierte die Beamten für ihr Vorgehen. "Es wird nichts unter den Teppich gekehrt", versicherte er. "Die in dem Video dokumentierten verbalen Entgleisungen sind nicht akzeptabel." Es sei Aufgabe jedes Polizisten, "auch in problematischen Einsatzsituationen stets die Lage und sich selbst im Griff zu haben". Darauf müssten die Menschen sich verlassen können.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Für diese Seite sind keine Kommentare vorgesehen.