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Maaßen IS-Radikalisierung von Jugendlichen weiter stark

Die Präventionsprojekte gegen die Radikalisierung junger Menschen durch die IS-Terrormiliz zeigen offenbar wenig Wirkung. Ins Visier geraten immer jüngere Mädchen. Der Verfassungsschutz setzt auf IT-Experten - und geht bei seiner eigenen Rekrutierung neue Wege.

Die Terrormiliz Islamischer Staat setzt nach Erkenntnissen des Bundesamts für Verfassungsschutz weiterhin erfolgreich auf die Radikalisierung westlicher Jugendlicher. Zudem wächst die Salafisten-Szene nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes weiterhin.

"Die Internet-Propaganda ist nach wie vor sehr stark - die wissen, wie man die Jugendlichen emotional abholt", sagte Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist ein Punkt, wo wir als Gesellschaft trotz aller Präventionsprojekte noch keine Patentlösung haben."

"Wir sehen mit rund 8600 Salafisten in Deutschland seit Anfang des Jahres eine deutliche Steigerung - vor vier Jahren hatten wir gerade mal 3900", sagte Maaßen.

Die IS-Propaganda ziele geschickt auf Jugendliche, deren Charakter noch nicht gefestigt sei. "Die Propaganda ist jedenfalls sehr jugendgerecht und spricht junge Leute an, die auf der Suche nach Hilfe und Orientierung in einer schwierigen Lebensphase sind", erläuterte der Behördenchef. Die Propaganda-Videos im Internet seien "hochprofessionell".

Zunehmend gerieten dabei auch Mädchen in den Fokus der Islamisten. "Wir sehen es als Phänomen an, dass die Mädchen immer jünger werden." Geschlechterspezifisch sei die Motivation der radikalisierten jungen Menschen völlig verschieden. "Für viele junge Männer hat das Ganze eine Art Event-Charakter, die wollen nicht zu den Under-, sondern den Topdogs zählen", sagte Maaßen. "Bei den Mädchen spielt eher die Romantik eine große Rolle; in den sozialen Gruppen gibt es da oft gegenseitige Stimulation."

Maaßen hatte vergangene Woche erstmals an einer öffentlichen Werbe-Veranstaltung für die Rekrutierung talentierter junger IT-Nachwuchskräfte auf der CeBIT-Messe teilgenommen. "Wir haben einen hohen Bedarf und suchen vor allem die fähigen Köpfe", sagte er. Der Verfassungsschutz konkurriert dabei zunehmend mit der Wirtschaft. Thematisch würden die BfV-Fachkräfte etwa in den Bereichen Kryptografie oder Decodierung gesucht, so der BfV-Chef.

Dabei geht es auch um Aufklärung in den sozialen Netzwerken. Maaßen: "Etwa, wenn wir wissen wollen, wie stellen sich die Islamisten nach Anschlägen auf? Wie reagiert die rechte Szene auf Anschläge gegen Asylbewohner-Unterkünfte?" Die Bedrohung aus dem Internet sei ganz allgemein stark gestiegen: "Wenn die gesamte Wirtschaft digitalisiert wird, vergrößert sich damit auch die Angriffsfläche - damit einher geht auch eine hohe Professionalisierung."

Bei den Angriffen aus dem Netz habe es regelrechte Wellen gegeben. "Wir hatten es in den 1990er Jahren vor allem mit Hackergruppen zu tun, ab 2000 dann mit Internet-Kriminellen und nun mit hochprofessionellen Angriffskampagnen." Diese gehen heute auch von Staaten aus. Im Visier stehen sowohl kritische Infrastruktur wie Kraftwerke oder Krankenhäuser wie auch klein- und mittelständische Unternehmen.

Viele seien sich der Gefahr noch immer nicht bewusst, so Maaßen. Seine Behörde hat daher mit dem IT-Branchenverband Bitkom ein Abkommen geschlossen, das auf die intensivere Beratung dieser Betriebe abzielt. Hintergrund ist eine rasante Zunahme an Cyber-Attacken auf die zunehmend vernetzten Unternehmen.

Verfassungsschutz-Homepage

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