Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Paris-Attentäter festgenommen Abdeslams Spuren führen auch nach Ulm

Der in Brüssel gefasste mutmaßliche Islamist Salah Abdeslam will sich gegen eine drohende Auslieferung nach Frankreich wehren. Indessen werden immer mehr Details über seine Komplizen bekannt.

Der mutmaßliche Paris-Attentäter Salah Abdeslam, der mit vier weiteren Verdächtigen in Brüssel festgenommen worden ist, hat offensichtlich im vergangenen Herbst in Ulm mögliche Komplizen abgeholt. Wie der Südwestrundfunk unter Berufung auf polizeiliche Ermittlungen berichtete, fuhr er in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober mit einem auf seinen Namen angemieteten Wagen nach Ulm und offenbar nach nur rund einer Stunde wieder zurück.

Bei dem Abstecher nach Ulm könnte Abdeslam dem SWR-Bericht zufolge drei Männer, die sich als Syrer ausgegeben hatten, aus einer Flüchtlingsunterkunft abgeholt haben, in deren Nähe er geparkt hatte. Die drei Männer fehlten dort seither. Ihre Identität werde vom Bundeskriminalamt (BKA) gemeinsam mit französischen und belgischen Sicherheitsbehörden geprüft, hieß es. Die deutschen Behörden wollten sich demnach nicht zu dem Vorgang äußern.

Mehr zum Thema: Paris-Attentäter Salah Abdeslam - Eine Festnahme mit bitterem Beigeschmack

Die belgische Staatsanwaltschaft teilte außerdem mit, dass die deutsche Polizei am 3. Oktober zwei Männer in Ulm angehalten habe. Dabei seien auch Abdeslams Fingerabdrücke genommen worden. Wer die andere Mann war, ist offenbar noch unklar. Es gebe aber Dokumente, die auf den mysteriösen Mann ausgestellt worden waren. Sie wurden bei einer Razzia in demselben Apartment im Brüsseler Stadtteil Forest nahe Molenbeek entdeckt, in der Ermittler auch Fingerabdrücke von Abdeslam gefunden hatten, wie die Staatsanwälte auf einer Pressekonferenz sagten.

Darunter waren demnach ein gefälschter syrischer Reisepass, der auf den Namen Monir Ahmed Alaadsch ausgestellt wurde, sowie ein ebenso gefälschter belgischer Personalausweis, der den Namen Amine Chukri trägt.

"Es ist eine Person, deren wahre Identität wird nicht kennen", sagte der Sprecher der belgischen Bundesstaatsanwaltschaft, Thierry Werts. "Was wir haben, sind gefälschte Dokumente unter zwei Namen." Die Fingerabdrücke des Mannes seien außerdem in einer Wohnung in Auvelais südlich von Brüssel entdeckt worden.

Abdeslam offiziell angeklagt

Der Mann wurde bei der Festnahme den Angaben zufolge leicht verletzt und kam wie Abdeslam zur Behandlung in ein Krankenhaus. Mittlerweile seien sie aus der Klinik Saint-Pierre abgeführt worden, schrieb der Brüsseler Bürgermeister Yvan Mayeur im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Inzwischen wurde offiziell ein Ermittlungsverfahren wegen Terrorvergehen eingeleitet. Dem 26-Jährigen würden "terroristische Morde" sowie die "Teilnahme an Aktivitäten einer terroristischen Gruppe" vorgeworfen, teilte die belgische Staatsanwaltschaft mit. Abdeslam wurde demnach am Nachmittag einem Untersuchungsrichter vorgeführt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde auch ein gemeinsam mit Abdeslam festgenommener Komplize wegen dieser beiden Vergehen offiziell beschuldigt und inhaftiert. 

Der französische Staatschef François Hollande Hollande hatte am Freitag angekündigt, sein Land werde umgehend einen Auslieferungsantrag für Abdeslam stellen.

Terrorverdächtiger wehrt sich gegen Auslieferung

Nach Angaben seines Anwalts will sich Abdeslam gegen die drohende Auslieferung nach Frankreich wehren. Verteidiger Sven Mary sagte nach einer Anhörung am Sitz der Bundespolizei in Brüssel, sein Mandant kooperiere mit der belgischen Justiz.  "Wir werden zunächst schauen, ob der europäische Haftbefehl rechtens ist, und dann sehen wir weiter", sagte der Verteidiger Sven Mary zudem am Samstag. Von Journalisten danach befragt, ob sein Mandant am Tag der Attentate in Paris war, sagte der Anwalt: "Er war da."

Abdeslam, der 26-jähriger Belgier marokkanischer Abstammung, steht im Verdacht, die Anschläge vom 13. November in Paris mit organisiert zu haben. Dabei starben damals 130 Menschen. Über den mutmaßlichen Aufenthalt des 26-jährigen Islamisten in Ulm hatte es schon zuvor Berichte gegeben. Auch sollen er und zwei mögliche Komplizen am 9. September unter Flüchtlingen an der österreichisch-ungarischen Grenze aufgetaucht und kontrolliert worden sein – obwohl Abdeslam kein Flüchtling war und sich als Belgier frei in Europa bewegen konnte.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Für diese Seite sind keine Kommentare vorgesehen.
 
Die Hamas hat für heute zu einem «Tag des Zorn» aufgerufen. Foto: Atef Safadi
8000 Polizisten im Einsatz
Spitzenpolitiker aus aller Welt beim Begräbnis von Peres
Vergangenen Jahr war der damalige Generalstaatsanwalt bei einem ähnlichen Anschlag getötet worden. Foto: Esslam Gomaa
Bombenexplosion
Vize-Generalstaatsanwalt entgeht Attentat in Kairo
Der Sarg von Schimon Peres vor der Knesset in Jerusalem.
Beisetzung von Peres in Jerusalem
Spitzenpolitiker aus aller Welt erweisen letzte Ehre
US-Präsident Barack Obama in Saudi-Arabien.
US-Gesetz zu 9/11
Riad warnt USA vor "gefährlichen Folgen"
Syrische Truppen im Norden von Aleppo: Die Stadt liegt inzwischen in Schutt und Asche.
Harte Kritik an Russland
Obama und Merkel verurteilen "barbarische" Luftangriffe
Hillary Clinton bewundert nach eigenen Angaben den Mut der Bundeskanzlerin.
"Wirklich große Weltführerin"
Clinton und Trump singen Loblieder auf Merkel
Die Vorwürfe gehen mehrere Jahre zurück auf Taubers Zeit als Kreisvorsitzender. Foto: Uwe Anspach/Archiv
Nach Mobbing-Vorwürfen
CDU-Generalsekretär Tauber spricht zur Basis
Donald Trump ist in der Forbes-Liste der Superreichen auf Rang 505 abgerutscht.
Neues Forbes-Ranking
Donald Trump verliert in einem Jahr 800 Millionen Dollar
An der Marienbrücke in Dresden ist eine Sprengsatz-Attrappe entdeckt worden.
Nach Bombenanschlägen in Dresden
Sprengsatz-Attrappe an Brücke entdeckt
Flüchtlinge im französischen Calais. Die Regierung will sie nun auf das ganze Land verteilen.
Flüchtlingsverteilung in Frankreich
"Wir wissen sehr gut, dass es Probleme mit solchen Leuten gibt"
Gedenkt der Nazi-Verbrechen in der Ukraine: Bundespräsident Joachim Gauck.
Gauck in Babi Jar
"Wir Deutschen sprechen von unermesslicher Schuld"
Jürgen Todenhöfer will in Syrien einen Kommandeur der Nusra-Front interviewt haben.
"Das alles ist ein Witz"
Große Zweifel an spektakulärem Todenhöfer-Interview
Ahmed al-Assiri berät den saudischen Verteidigungsminister.
Saudi-Arabien fordert Kurswechsel in Syrien
"Die Ursache für den IS sind die Gräuel des Regimes"
In Singapur leben mehrere Kulturen miteinander. Damit das so bleibt, sollen alle Bürger gemeinsam mit der Polizei gegen Terror kämpfen.
Angst vor Anschlag
Singapur bildet Bürger zu Antiterror-Kriegern aus
Flüchtlinge sollen in der Unterkunft in der Berliner Zobeltitschstraße in der Nacht zu Donnerstag rebelliert haben.
Aufstand in Flüchtlingsunterkunft
Asylbewerber stürmen Büro von Berliner Wachdienst
Teure Gesundheit: Privat Krankenversicherte müssen zum Jahreswechsel mit zum Teil zweistelligen Tariferhöhungen rechnen. Foto: Armin Weigel/Symbol
Auswirkungen der Niedrigzinsen
Zweistellige Tariferhöhung bei privaten Krankenversicherern
Beate Zschäpe wird in München der Prozess gemacht.
NSU-Prozess
Beate Zschäpe bricht ihr Schweigen
Die im vergangenen Jahr eingeführte bundesweite Maut-Erweiterung soll nach Aussage des Verkehrsministeriums rund 380 Millionen Euro Mehreinnahmen im Jahr einbringen.
"Gute Nachrichten"
EU-Kommission verklagt Deutschland wegen Pkw-Maut
Eine schwedische Soldatin bei einer gemeinsamen Übung mit Russland. Die Wehrpflicht soll auch für Frauen gelten.
Comeback der Wehrpflicht
Schweden müssen wieder antreten - auch Frauen
Syriens UN-Botschafter Baschar al-Dschaafari.
Entsetzen über Video
Und der syrische UN-Botschafter lacht nur