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Flüchtlinge in Idomeni "Wir müssen zu unserem Vater in Deutschland"

Die EU will künftig alle Flüchtlinge zurück in die Türkei schicken. Was aber geschieht mit den Gestrandeten in Idomeni? Die Menschen, die Athen umsiedeln will, planen weiter ihren Weg gen Norden.

Die zwischen der EU und der Türkei erzielte Einigung in der Flüchtlingskrise hat sich auch im nordgriechischen Idomeni schnell herumgesprochen - doch die Menschen in dem notdürftig aufgebauten Lager an der Grenze zu Mazedonien lassen sich davon nicht beeinflussen: Auch am Wochenende wollten sie nicht aufgeben, sondern hofften weiter auf eine Wiederöffnung der Balkanroute und ein Weiterkommen Richtung Norden.

"Wir müssen zu unserem Vater in Deutschland", sagte die 17-jährige Imen aus Aleppo. Sie sei mit ihrem Bruder, ihrer Mutter und zwei Tanten im Lager Idomeni, dessen Zustände von Hilfsorganisationen als unmenschlich beschrieben werden. Sie habe eigentlich gedacht, nach dem EU-Türkei-Gipfel kämen alle nach Norden durch, berichtete Imen. Da das nicht der Fall sei, "bleiben wir erst einmal in Idomeni".

Mehr als 46.000 Flüchtlinge stecken derzeit in Griechenland fest, ein Viertel von ihnen in Idomeni. Vor zwei Wochen wurde die Grenze von der mazedonischen Seite abgeriegelt, seitdem ist der gewohnte Weg über den Balkan Richtung Nordwesteuropa versperrt. Er werde "trotzdem die Grenze überqueren, um nach Deutschland zu kommen", kündigte Flüchtling Raed nun an.

Gerüchte über eine neue Italien-Route

Aus Sorge um die Gesundheit der Flüchtlinge hat der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras diese aufgefordert, Idomeni zu verlassen und andere Aufnahmezentren im Land aufzusuchen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appellierte nach dem EU-Türkei-Beschluss in Brüssel an die Flüchtlinge, auf die griechische Regierung zu hören und Idomeni zu verlassen. Es gab schon dutzende Fiebererkrankungen und einen Hepatitis-Fall.

"Ich werde hier ausharren", sagte dessen ungeachtet Saleh Abdalschban. "Wir wollen zu unseren Angehörigen in Deutschland." Irgendwer habe gesagt, es gebe eine Route über Italien, berichtet der Flüchtling aus Damaskus weiter. Eine Teilnahme an den auf dem EU-Türkei-Gipfel beschlossenen Umverteilungen von Flüchtlingen in Europa komme für ihn allenfalls als "allerletzte Möglichkeit" in Frage.

Die EU hatte beim Gipfel mit der Türkei vereinbart, dass neu auf den griechischen Inseln ankommende Flüchtlinge künftig in die Türkei abgeschoben werden können - dafür will die EU syrische Flüchtlinge aufnehmen, die bereits in der Türkei leben. 

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