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Terrorermittlungen in Belgien Abdeslam plante wohl auch Anschläge in Brüssel

Der Terrorverdächtige Salah Abdeslam soll auch Pläne für Brüssel gehabt haben. Ermittler berichten von schweren Waffen, die gefunden wurden, und einem "neuen Netzwerk" rund um den Festgenommenen.

Nach der Festnahme des Terrorverdächtigen Salah Abdeslam erfahren die Ermittler immer neue Einzelheiten über die Planung der Pariser Anschläge. Nach Aussagen der belgischen Regierung habe Abdeslam auch "etwas" in Brüssel geplant. Er habe am Samstag ausgesagt, er sei "bereit" gewesen, "etwas in Brüssel zu tun", berichtete Belgiens Außenminister Didier Reynders am Sonntag. "Das könnte die Wahrheit sein, denn wir haben bei den ersten Ermittlungen viele Waffen gefunden, schwere Waffen."

Zudem seien die belgischen Ermittler auf ein "neues Netzwerk" rund um Abdeslam in Brüssel gestoßen, sagte Reynders bei einer Veranstaltung der US-Stiftung German Marshall Fund, die die Äußerungen des Ministers in einer Erklärung zitierte.

Mehr zum Thema:  Abdeslams Anwalt will Staatsanwalt verklagen

Parallel sickerten Details aus den 55-Seiten umfassenden Polizeiakten durch, die eigentlich nur dem französischen Innenministerium vorliegen. Eine Kopie davon wurde nun der "New York Times" zugespielt. Demnach trug einer der drei Selbstmordattentäter, die sich am Stade de France in die Luft sprengten, einen Trainingsanzug mit dem Vereinslogo des FC Bayern München. Französische Ermittler hätten Gliedmaßen des Selbstmordattentäters darin gefunden, heißt es in dem Polizeibericht.

Die drei Selbstmordattentäter hatten sich vor dem Stadion in die Luft gesprengt, weil sie nicht hineingelangten. Das Fußball-Outfit sollte offenbar als Tarnung unter den Fans der deutschen Nationalmannschaft dienen. Abdeslam hatte ausgesagt, dass er sich ebenfalls am Stade de France in die Luft habe sprengen wollen, das aber doch nicht getan habe. Ein Passant starb neben seinen Komplizen; Abdeslam floh.

"Entschuldigung" bei den Passanten

Im Gegensatz zu seinem Bruder machte Ibrahim Abdeslam keinen Rückzieher. Er sprengte sich in der Rue Voltaire vor einem Bistro in die Luft. Vorher entschuldigte er sich laut Augenzeugenberichten bei den Gästen, die vor dem Lokal saßen. Er bitte, "eventuelle Unannehmlichkeiten" zu entschuldigen. Dann habe er den Sprengstoffgürtel gezündet, zitiert die "New York Times" aus dem Polizeibericht.

Abdeslam war wegen der Pariser Terrorserie vom November monatelang gesucht und am Freitag schließlich in Brüssel gefasst worden. Gegen ihn wurde am Samstag in Brüssel offiziell ein Ermittlungsverfahren wegen Terrorvergehen eingeleitet. Anschließend wurde er in ein Gefängnis in Brügge gebracht. Er soll bei den Pariser Anschlägen mit 130 Toten eine tragende Rolle gespielt haben.

Abdeslams Anwalt will am Montag Klage gegen die Staatsanwaltschaft wegen der Preisgabe vertraulicher Informationen einreichen und zudem die Auslieferung seines Mandanten an Frankreich verhindern.

Nun wird noch nach zwei Verdächtigen gefahndet, die an den Anschlägen beteiligt gewesen sein sollen. Die internationale Polizeibehörde Interpol rief alle Mitgliedsländer zu erhöhter Wachsamkeit bei Grenzkontrollen auf. Frankreich entsandte zusätzlich 5000 Polizisten an seine Grenzen, wie Innenminister Bernard Cazeneuve mitteilte.

 

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