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Nacht-und-Nebel-Aktion Israel evakuiert Juden aus dem Jemen

Es ist das Ende einer knapp 2000-jährigen Geschichte: Israel hat in einer Geheimoperation fast alle Juden aus dem Jemen evakuiert. In dem Land mussten sie um ihr Leben fürchten.

Israel hat in einer Geheimoperation die letzten Juden aus dem Jemen ausgeflogen, die aus dem Bürgerkriegsland fliehen wollten. Die unter großen Schwierigkeiten vorbereitete Aktion sei in der Nacht abgeschlossen worden, teilte die Jüdische Agentur für die Einwanderung nach Israel mit. Damit ende die 2000-jährige Geschichte einer der ältesten jüdischen Bevölkerungsgruppen außerhalb Israels, erklärte Agentur-Präsident Natan Scharanski.

Die Umsiedlung hatte Mitte 1949 mit der Geheimoperation "Fliegender Teppich" begonnen, als binnen 15 Monaten 49.000 jemenitische Juden in den frisch gegründeten Staat Israel ausgeflogen wurden. Etwa 2000 weitere folgten, als der Jemen im Jahr 1993 die Ausreisebeschränkungen lockerte.

Weil sich dort antisemitische Übergriffe seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs häuften, wurden schrittweise weitere 200 Juden heimlich ausgeflogen. Die jetzt eingetroffenen 19 Juden waren die letzten, weshalb die Geheimaktion am Montag bekanntgemacht wurde. Neben einer Familie aus der Hauptstadt Sanaa kamen 14 Juden aus der Stadt Raida, deren Rabbiner auch die mehr als 500 Jahre alte Tora-Rolle mitbrachte.

Etwa 50 Juden hätten sich entschieden, trotz der Kriegswirren und der zunehmenden Bedrohung ihrer Glaubensgemeinschaft im Jemen zu bleiben, teilte die Jüdische Agentur mit. 40 von ihnen leben demnach in Sanaa in einem geschützten Wohnblock neben der US-Botschaft, verzichten aber künftig zu ihrem Schutz auf jegliches Gemeindeleben.

Streit um Aufnahme der Nachfahren äthiopischer Juden

Im Jemen fliegt eine Militärallianz unter Führung Saudi-Arabiens seit einem Jahr Luftangriffe auf die schiitischen Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten in der Armee, um Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi eine Rückkehr an die Regierung zu ermöglichen. Trotz der Unterstützung durch Bodentruppen der Militärkoalition gelang es den Regierungstruppen bisher nicht, die Hauptstadt Sanaa von den Huthis zurückzuerobern.

Während Israel den Abschluss der Umsiedlung aus dem Jemen am Montag feierte, gibt es heftigen Streit um die blockierte Aufnahme der Nachfahren äthiopischer Juden. Fast 2000 Demonstranten zumeist äthiopischer Abstammung forderten am Sonntag bei einer Demonstration in Jerusalem, etwa 9100 ihrer seit Jahren in einem Übergangslager bei Addis Abeba wartenden Verwandten endlich einreisen zu lassen.

Bei diesen sogenannten Falasch Mura handelt es sich um die Nachfahren von Juden, die im 18. und 19. Jahrhundert oftmals unter Zwang zum Christentum konvertierten. Israels Regierung hatte im November ihre Aufnahme "aus humanitären Gründen zum Zweck der Familienzusammenführung" beschlossen, vor zwei Wochen aber überraschend erklärt, es gebe dafür nun keine Haushaltsmittel.

Häufige Diskriminierung

Die Demonstranten beschuldigten die rechtsgerichtete Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor dessen Amtssitz, aus rassistischen Motiven die Umsiedlung zu verhindern. Die 135.000 israelischen Bürger äthiopischer Abstammung, die in den 80er Jahren ins Land kamen, beklagen sich häufig über Diskriminierungen aufgrund ihrer Hautfarbe.

Zwei Parlamentsabgeordnete aus Netanjahus Likud-Partei boykottieren aus Protest gegen den mit Budgetzwängen begründeten Aufnahmestopp gegenwärtig alle Abstimmungen in der Knesset. Da die Regierungsparteien dort nur mit einer Stimme die Mehrheit hält, könnte der Streit um die Falasch Mura in eine ernsthafte Koalitionskrise münden.

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