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US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump redet vom "Dritten Weltkrieg mit Russland"

Donald Trump hat beschrieben, welche außenpolitischen Ziele er als US-Präsident hätte. Das Engagement seines Landes in der Welt würde er zurückfahren. Deutschland müsste in der Nato mehr tun.

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat die herausragende Rolle der Vereinigten Staaten in der Nato in Frage gestellt. In einem Gespräch mit der "Washington Post" gab Trump einen seltenen Einblick in seine außenpolitischen Prioritäten und deutete an, dass er als Präsident das US-Engagement in der Welt deutlich zurückfahren würde. Nato-Partnern wie Deutschland will er mehr Lasten aufbürden.

"Wir können uns sicher nicht mehr leisten, das zu tun", sagte der populistische Geschäftsmann. "Die Nato kostet uns ein Vermögen. Ja, wir beschützen Europa mit der Nato, aber wir geben viel Geld aus." Im Ukraine-Konflikt würden die Verbündeten der USA "nichts machen". Vor allem Deutschland müsse stärker in die Pflicht genommen werden.

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"Die Ukraine ist ein Land, das uns viel weniger angeht als andere Länder in der Nato, und doch tragen wir die ganze Last", sagte Trump. "Warum kümmert sich nicht Deutschland innerhalb der Nato um die Ukraine?" Warum machen andere Länder nichts, die in der Nachbarschaft der Ukraine liegen? Warum sind immer wir diejenigen, die führen, möglicherweise den Dritten Weltkrieg mit Russland."

Keine kostspieligen Einsätze wie im Irak mehr

Später betonte der Milliardär in einer Pressekonferenz, dass er Washington nicht aus der Militärallianz herausführen wolle. Allerdings bekräftigte er, dass Länder wie Deutschland ihre Sicherheit nicht mehr auf Kosten der USA bekommen sollten. "Es gibt viele Länder, die zahlen können und die viel zahlen können", sagte er. Dazu zähle auch der "Wirtschaftsriese" Südkorea.

"Ich bestelle Tausende Fernsehgeräte aus Südkorea", sagte der Favorit für die republikanische Präsidentschaftskandidatur. Doch sobald Nordkorea auch nur niese, "fangen wir an, die Schiffe, die Flugzeuge, alles andere zu schicken. Dafür erhalten wir keine angemessene Erstattung."

Rücknahme des Iran-Abkommens hat oberste Priorität

In einer Rede vor Vertretern der jüdischen Lobby-Organisation AIPAC erklärte er zudem die Rücknahme des Atomabkommens mit dem Iran zu seiner außenpolitischen Priorität. "Meine Priorität Nummer eins ist, den desaströsen Deal mit dem Iran zu demontieren", sagte Trump. "Ich bin seit langer Zeit in der Geschäftswelt. Ich kenne mich mit dem Abschließen von Deals aus", fuhr er fort. "Und lasst mich sagen: Dieser Deal ist eine Katastrophe. Für Amerika, für Israel und für den ganzen Nahen Osten."

Mitte Januar waren nach dem Inkrafttreten des im Juli 2015 abgeschlossenen Atomabkommens die meisten Handels- und Finanzsanktionen gegen den Iran aufgehoben worden. Teheran hatte sich im Gegenzug zu weitreichenden internationalen Kontrollen seines Atomprogramms bereiterklärt.

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Er bekannte sich zu den engen Beziehungen zwischen den USA und Israel. Der Favorit für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner kündigte an, im Falle eines Wahlsiegs Jerusalem als israelische Hauptstadt anzuerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv in die "ewige Hauptstadt des jüdischen Volkes" zu verlegen.

Zuvor hatte die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton bei der Aipac-Konferenz gesprochen und eindringlich vor einer Präsidentschaft Trumps gewarnt. "Für die Sicherheit Israels und der Welt muss Amerika eine respektierte globale Führungsmacht bleiben", sagte die frühere Außenministerin.

Seine Berater sind weitgehend unbekannte Personen

Trump hatte gegenüber der "Washington Post" zuvor weiter erklärt, dass er aufwändige Militäreinsätze wie im Irak und in Afghanistan ablehne. "Ich glaube, die Welt ist heute anders, und ich denke, wir sollten nicht mehr Nationen aufbauen", sagte er. "Wir haben 19 Billionen Dollar Schulden."

In dem Gespräch nannte Trump die Namen mehrerer Berater, die allenfalls am Rande des außenpolitischen Establishments in Washington verortet sind. Als seinen Anti-Terror-Berater stellte Trump den libanesischstämmigen Politikprofessor Walid Phares vor, der an einer kleinen Privatuniversität in Washington lehrt und als Experte für den konservativen Nachrichtensender Fox News tätig ist.

Im Verteidigungsbereich steht ihm der pensionierte General Keith Kellogg zur Seite, der nach dem US-Einmarsch im Irak im Jahr 2003 für einige Monate in leitender Funktion an der Übergangsverwaltung für das Zweistromland beteiligt war. Ebenfalls auf der Liste stehen die industrienahen Energieexperten Carter Page und George Papadopoulos.

Außerdem nannte Trump den ehemaligen Pentagon-Generalinspekteur Joe Schmitz, der laut "Washington Post" später unter anderem bei der umstrittenen US-Sicherheitsfirma Blackwater arbeitete. Für den wenig bekannten konservativen Think-Tank Center for Security Policy verfasste er einen Bericht mit dem Titel "Scharia – die Bedrohung für Amerika". Geleitet wird das außenpolitische Team laut "Washington Post" vom republikanischen Senator Jeff Sessions aus Alabama.

 

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