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Immer wieder Belgien Ein Land im Visier der Islamisten

Seit Langem fürchtete Brüssel eine islamistische Attacke. Spätestens seit den Anschlägen von Paris im November 2015 weiß die ganze Welt, dass Belgien ein Problem mit Dschihadisten hat. Eine Chronik.

Brüssel wird vom Terror erschüttert. Bei zwei Anschlägen am Flughafen Zaventem und an der U-Bahn-Station Maelbeek sind mindestens 34 Menschen gestorben und Dutzende verletzt worden. Die belgische Hauptstadt, vor allem der Stadtteil Molenbeek, gilt seit Langem als Rückzugsort für Islamisten. Seit den Anschlägen von Paris im November 2015 führt Belgien groß angelegte Anti-Terror-Razzien durch. Ein chronologischer Überblick.

24. Mai 2014: Im Jüdischen Museum in Brüssel erschießt ein Syrien-Rückkehrer, der Franzose Mehdi Nemmouche, vier Menschen. Eine Woche später wird er in Marseille festgenommen, dann nach Belgien überstellt, wo ihm der Prozess gemacht werden soll.

September 2014: Belgien setzt als Teil der Internationalen Allianz gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) sechs Flugzeuge und 120 Soldaten von Jordanien aus über dem Irak ein. Sie bleiben bis Juli 2015, der nächste Einsatz soll im Juli 2016 starten.

7. Januar 2015: Zwei Islamisten dringen in Paris in die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" ein und erschießen zwölf Menschen. Einen Tag später erschießt der Islamist Amedi Coulibaly in Paris eine Polizistin, noch einen Tag später nimmt er Geiseln in einem jüdischen Supermarkt und ermordet vier von ihnen. Später wird bekannt, dass Coulibaly zuvor mit einem Komplizen aus Belgien über den Kauf von Waffen und Autos verhandelt hatte.

15. Januar 2015: Bei einer Razzia in Verviers durchsucht die belgische Polizei zehn Wohnungen von Syrien-Heimkehrern. Zwei Islamisten, die die Ermordung von Polizisten planten, werden festgenommen, in ihren Häusern findet sich Sprengstoff. Zwei Dschihadisten werden bei dem Einsatz erschossen.

21. August 2015: In einem Thalys-Zug, der von Amsterdam nach Paris fährt, überwältigen zwei Passagiere, US-Soldaten, einen marokkanischen Islamisten, der einen Anschlag begehen wollte. Der Marokkaner lebte im Brüsseler Stadtteil Molenbeek, der nach dem Vorfall erstmals einer breiten Öffentlichkeit als Rückzugsort von Islamisten bekannt wird. In Brüssel hatte er auch seine Waffe gekauft.

13. November 2015: In Paris sterben bei mehreren islamistischen Anschlägen 130 Menschen, 352 werden verletzt. Am Tag darauf wird bekannt, dass drei der Täter in Brüssel-Molenbeek gelebt haben. Zwei von ihnen, Bilal Hafdi und Brahim Abdeslam, sprengten sich bei Selbstmordattentaten in die Luft. Ein weiterer Verdächtiger, Salah Abdeslam, ist flüchtig. Er wird in den Monaten darauf zum meistgesuchten Terroristen Europas. Der Drahtzieher der Anschläge, Abdelhamid Abaaoud, kam ebenfalls aus Molenbeek, hatte sich aber einige Monate zuvor nach Syrien abgesetzt. Er war der meistgesuchte Islamist Belgiens und in Abwesenheit bereits vor den Anschlägen von Paris zu 20 Jahren Haft wegen der Rekrutierung von Kämpfern für den IS verurteilt worden. Auch zum Täter vom Jüdischen Museum hatte er Kontakt. In den kommenden Tagen führt die belgische Polizei mehrere Anti-Terror-Razzien in Molenbeek durch.

18. November 2015: Abdelhamid Abaaoud wird bei einer Anti-Terror-Aktion im französischen Saint-Denis getötet.

19. November 2015: Das belgische Parlament beschließt ein Maßnahmenpaket gegen den Terror. 400 Millionen Euro sollen eingesetzt werden, um Hassprediger und potenziell gefährliche Syrien-Rückkehrer finden, festnehmen und gegebenenfalls abschieben zu können. Zudem werden die Mittel für die Sicherheitskräfte erhöht, die internationale Zusammenarbeit soll verbessert werden.

21. November 2015: Es gibt Hinweise auf geplante Anschläge in Brüssel. Die belgische Regierung ruft für die Hauptstadt die höchste Terrorwarnstufe vier aus, im übrigen Land gilt Warnstufe drei. Die U-Bahn steht still, Schulen und Geschäfte bleiben geschlossen. Wieder finden Razzien statt, zahlreiche Verdächtige werden verhaftet. Am 26. November wird die Terrorwarnstufe in Brüssel auf drei gesenkt.

29. Dezember 2016: Die belgische Polizei nimmt zwei mutmaßliche Islamisten fest, die einen Anschlag in Brüssel in der Silvesternacht geplant haben sollen. Die zentralen Feierlichkeiten zum Jahreswechsel werden abgesagt.

5. Februar 2016: Belgiens Innenminister Jan Jambon stellt einen 15 Millionen Euro schweren Plan vor, um den Terrorismus zu bekämpfen. Innerhalb von drei Jahren werden 1000 zusätzliche Polizisten eingestellt, die radikale Islamisten besser im Auge behalten sollen. Waffen- und Drogenhandel sowie das Fälschen von Pässen sollen besser bekämpft, Moscheen stärker kontrolliert werden.

Ende Februar 2016: Belgische Medien berichten, dass die Geheimdienste schon im Sommer 2014 Hinweise darauf hatten, dass die Brüder Abdeslam extrem radikalisiert und möglicherweise in terroristische Aktivitäten verwickelt seien. Erst Monate später gehen die Ermittler den Hinweisen nach. Bei einer Befragung im Februar 2015 bestreitet Salah Abdeslam die Vorwürfe. Ein Richter entscheidet, dass er nicht gefährlich sei. Obwohl sein Name wenig später auf einer Liste des belgischen Überwachungsdienstes, die auch Interpol vorliegt, auftaucht, wird der Fall von der Staatsanwaltschaft geschlossen.

2. März 2016: Die USA bitten Belgien, die Luftangriffe im Rahmen der Internationalen Allianz gegen den IS ab Juli auf Syrien auszuweiten.

15. März 2016: Vier belgische und zwei französische Polizisten wollen eine Wohnung im Brüsseler Stadtteil Vorst durchsuchen, als von innen durch die Tür auf sie geschossen wird. Es kommt zu einem Gefecht, bei dem ein mutmaßlicher Terrorist erschossen wird: Mohamed Belkaïd, ein 35 Jahre alter Algerier, der sich illegal in Belgien aufhielt und Salah Abdeslam kannte. Abdeslam selbst war auch in der Wohnung, kann aber zusammen mit einem anderen Mann fliehen. Vier Polizisten werden verletzt. In der Wohnung findet die Polizei eine Kalaschnikow, Zünder für Bomben und eine IS-Flagge.

18. März 2016: Salah Abdeslam wird in einer Wohnung in Molenbeek festgenommen.

21. März 2016: Die belgische Polizei schreibt einen möglichen Komplizen Salah Abdeslams, den 24 Jahre alten Najim Laachraoui, zur Fahndung aus. Seine Fingerabdrücke wurden in zwei Wohnungen in Belgien gefunden, die die Attentäter von Paris genutzt haben sollen. Auch Mohamed Abrini, 31, vermutlich der Logistiker des Terrornetzwerkes, wird gesucht. Beide sind in Belgien aufgewachsen. Der zuständige französische Staatsanwalt François Molins und der belgische Staatsanwalt Frédéric van Leeuw warnen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz vor möglichen neuen Anschlägen. Bei Hausdurchsuchungen seien große Mengen an Waffen und Munition sichergestellt worden.

Hier finden Sie alle aktuellen Informationen zu den Terroranschlägen in Brüssel.

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