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Tihange und Doel in Belgien So schützt das Land seine Atomkraftwerke

Die Nachricht sorgte für Wirbel: Nach den Anschlägen in Brüssel hat Belgien seine Atomkraftwerke "evakuiert". Es ist ein Schutzmechanismus bei terroristischen Bedrohungen.

Nach den Anschlägen in Brüssel haben die belgischen Atomkraftwerke an den Standorten Doel und Tihange ihr Personal auf ein Minimum reduziert. "Nur wer wirklich da sein muss, bleibt", sagte ein Sprecher der belgischen Atomaufsicht AFCN, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Die von der Atomaufsicht angeordneten Vorkehrungen sollen dem Bericht zufolge das Risiko minimieren, dass Personen, die Böses im Schilde führen, auf das Gelände gelangen.

"Etwa tausend Personen arbeiten in solch einer Anlage. Sie werden alle einer genauen Prüfung unterzogen, aber wir gehen kein Risiko ein", hieß es bei der AFCN. Auch in Deutschland gehören Kernkraftwerke zu den am besten bewachten Anlagen in der Industrie.

Über Details, beispielsweise wie die Steuerzentrale eines Kernkraftwerkblocks gegen mögliche Angriffe gesichert wird, will naturgemäß niemand reden. "Es gehört zur Sicherungsphilosophie, dass keine Einzelheiten genannt werden", sagt ein Sprecher der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit. Grundsätzlich sei die Leitzentrale aber besonders geschützt, erklärte die Organisation in Köln.

Experten halten Schritt für sinnvoll

Branchenkenner sprechen von schusssicherem Panzerglas, besonders dicken Wänden und mehreren Zugangsschleusen zur Leitzentrale. Dort könnte sich eine Kernmannschaft, die etwa aus fünf bis zehn Personen besteht, in einer Gefahrensituation abschotten. Die dicken Wände dienen auch zum Schutz der Mannschaft bei einem Bersten der Turbinen.

Die Steuerung eines Kernkraftwerks von außerhalb des abgeschirmten Bereichs sei dagegen nicht möglich, hieß es bei der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit. In der Regel gibt es auf dem Gelände des Atomkraftwerks aber in besonders geschützten Gebäuden sogenannte Notstandswarten, die ein sicheres Herunterfahren des Kraftwerksblocks im Notfall ermöglichen sollen.

Angesichts der Terroranschläge in Brüssel halten Experten die Vorsichtsmaßnahmen in Belgien für sinnvoll. "Auf einem Kernkraftwerksgelände gibt es meist auch Beschäftigte von Fremdfirmen. Bei Terrorgefahr macht es Sinn, wenn ich die Zahl der Personen auf dem Gelände verringere. Dadurch kann ich die Kontrolle verbessern", sagt ein Experte, der anonym bleiben möchte, der "Welt".

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