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Erika Steinbach Die Wahrheit hinter dem rassistischen Twitter-Foto

Mit dem Twitter-Foto eines Blondschopfs inmitten dunkelhäutiger Frauen hatte CDU-Politikerin Erika Steinbach einen Shitstorm ausgelöst. Nun erklärt der Fotograf, was das Bild wirklich zeigt.

Erika Steinbachs Tweet hatte Ende Februar für einen Sturm der Entrüstung gesorgt: Überschrieben mit "Deutschland 2030 - Woher kommst Du denn?", zeigt es ein kleines, blondes Kind umringt von dunkelhäutigen Frauen. Rassistisch, lautete das einhellige Echo - egal ob aus der Opposition oder der Großen Koalition. Auch die CDU-Spitze um Kanzlerin Angela Merkel distanzierte sich.

 

Eine Reaktion, die Steinbach nicht nachvollziehen konnte. "Es ist kein aggressives Foto", verteidigte sie sich in der "Bild"-Zeitung. "Es sind auch keine arabischen Flüchtlinge darauf zu sehen, sondern freundliche Inder, die das Kind neugierig und interessiert ansehen."

Nun hat das Medienmagazin "Zapp" des NDR die Geschichte hinter dem Foto recherchiert - und den Fotografen ausfindig gemacht. Dieser ist entsetzt, wie das Foto missbraucht wird.

Betroffenheit bei Fotograf und Kinderheim-Mitarbeitern

"Dass ein so schönes, vorurteilsfreies Aufeinandertreffen von Kindern in solcher Weise verdreht wird, zeigt, wie arm Rassismus ist", kritisierte der nicht namentlich genannte Fotograf in dem "Zapp"-Beitrag. Der Mann stammt aus Australien und hat 2011 gemeinsam mit seiner Frau und dem damals 18 Monate alten Sohn ein Kinderheim in Indien besucht.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach. (Foto: DPA)

Das Foto sei "in einem sehr schönen Moment voller Liebe und Freude" entstanden. "Wir sind sehr traurig, dass das Bild für solche Propaganda verwendet wird. Wir hatten genau das Gegenteil im Sinn", zitiert "Zapp" die Mutter des Jungen. Die Familie habe während eines Indien-Urlaubs Spenden in dem Heim übergeben.

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Auch eine Vertreterin des Kinderheims zeigte sich verärgert: "Ich erkenne unsere Kinder auf dem Foto wieder. Wir sind sehr bestürzt." Und weiter: "Als ich gehört hatte, wofür das Foto meiner Mädchen missbraucht wurde, konnte ich den ganzen Abend nichts mehr machen. Ich habe mir die ganze Zeit nur die Frage gestellt: Warum macht jemand so etwas? Ich habe mir sowohl Sorgen um meine Kinder gemacht, aber auch darüber, wie Inder in der Welt gesehen werden."

Das Motiv kursiert schon seit Jahren in ähnlicher Form im Netz: Mit Parolen wie "Italien 2030" oder "Russland 2050" wird das Bild auf Websites und Social-Media-Profilen aus verschiedenen europäischen Ländern benutzt, um Stimmung gegen Migranten zu machen.

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