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Terror in Brüssel Immer mehr Spuren führen zu Pariser Anschlägen

Wie konnte es zu den Brüsseler Terroranschlägen kommen? Statt Antworten gibt es vorerst viele Fragen. Doch immer deutlicher werden die Querverbindungen zwischen den Anschlägen von Paris und Brüssel.

An den Anschlagswellen von Paris und Brüssel waren offenbar zum Teil dieselben Terroristen beteiligt. Wie am Mittwoch aus Sicherheitskreisen bekannt wurde, war einer der Attentäter vom Brüsseler Flughafen der Mann, der die Bomben für die Pariser Terrorserie vom November gebaut haben soll: der Extremist Najim Laachraoui.

Nach ihm war zuletzt als Komplize des mutmaßlichen Paris-Attentäters Salah Abdeslam gefahndet worden. Der sitzt seit Freitag in belgischer Untersuchungshaft.

Nach den Terroranschlägen in Brüssel mit mindestens 31 Toten sind die drei Selbstmordattentäter identifiziert. Alle sind in Belgien geboren und hatten Verbindungen zu den islamistischen Drahtziehern der Anschläge von Paris. Es handelt sich um die Brüder Ibrahim (29) und Khalid (27) El Bakraoui und Medienberichten zufolge um den 24-jährigen Najim Laachraoui. Noch gefahndet wird nach einem Komplizen, der vom Flughafen geflüchtet sein soll.

Die Türkei will Belgien im Sommer offiziell vor einem der drei gewarnt haben, doch hätten die Behörden den Mann freigelassen. Laut Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw waren die Brüder El Bakraoui belgische Staatsbürger und wegen verschiedener nicht terroristischer Taten polizeibekannt. Der Ältere, Ibrahim, sprengte sich auf dem Flughafen Brüssel in die Luft, nach Berichten belgischer Medien ebenso wie Laachraoui, der im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen gesucht wurde. Der jüngere Bruder, Khalid, zündete seine Bombe in der Metro-Station Maelbeek.

Verletzt wurden nach jüngsten Angaben 300 Menschen, darunter auch mehrere Deutsche und rund ein Dutzend US-Bürger. Es ist zu befürchten, dass sich die Zahl von 31 Toten noch erhöht. Aus Sorge vor neuen Anschlägen blieb die höchste Terror-Warnstufe in Kraft. Der Flughafen Zaventem bleibt bis einschließlich Freitag weitgehend geschlossen.

Auf einem Foto einer Überwachungskamera im Flughafen wurde einer von drei abgebildeten Männern von der Staatsanwaltschaft als Ibrahim El Bakraoui identifiziert. Einer der beiden anderen dürfte Laachraoui sein. Dies wurde von den belgischen Behörden aber zunächst nicbht bestätigt. Der Dritte aber entkam und ist bislang unbekannt. Das Trio war gemeinsam per Taxi zum Airport gekommen.  

Die Spuren führen nach Paris und Deutschland

Der 24-jährige Najim Laachraoui stammt aus dem Stadtteil Schaerbeek, wo am Dienstag ein mutmaßlicher Unterschlupf der Attentäter ausgehoben wurde. Der Dschihadist soll im Februar 2013 nach Syrien gereist sein. Anfang September 2015 geriet er - mit falscher Identität unter dem Namen Soufiane Kayal - zusammen mit Salah Abdeslam und Mohamed Belkaid in eine Kontrolle an der Grenze zwischen Ungarn und Österreich. Abdeslam und Belkaid gelten als mutmaßliche Beteiligte der Pariser Anschläge, bei denen im November 130 Menschen getötet wurden.

Laachraouis DNA soll auch auf Sprengstoff gefunden worden sein, der bei den Anschlägen in Paris verwendet wurde. Er war erst vor kurzem identifiziert und zur Fahndung ausgeschrieben worden. Möglicherweise gibt es bei ihm auch eine Verbindung nach Deutschland. Wie Bayerns Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer sagte, hat inzwischen gefasste Abdeslam im September in Bayern übernachtet. Er sei damals mit zwei anderen Männern im Landkreis Kitzingen in einem Gasthof gewesen. Geprüft werde, ob einer der beiden Laachraoui gewesen sei.

Es soll noch weitere Querverbindungen zwischen den Bluttaten von Paris und Brüssel geben: Khalid El Bakraoui soll nach Informationen des belgischen Senders RTBF in Brüssel eine Wohnung gemietet haben, in der Spuren von Abdeslam gefunden worden sein sollen. Und in der Brüsseler Wohnung der Brüder fanden Ermittler nach offiziellen Angaben 15 Kilo desselben Art Sprengstoff TATP,  wie er auch in Paris verwendet wurde.

Dreitägige Staatstrauer in Belgien

Nach dem Hinweis eines Taxifahrers wurde im Brüsseler Stadtteil Schaerbeek ein Laptop mit Bakraouis Testament gefunden. In einer nahen Wohnung entdeckten Ermittler weitere 15 Kilogramm Sprengstoff und anderes Material zum Bau von Bomben. Dort fand sich auch eine Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die sich zu den Anschlägen bekannt hat.

In Belgien gilt noch bis Karfreitag eine dreitägige Staatstrauer. Am Mittwoch gab es eine Schweigeminute in Brüssel und mehreren anderen Teilen des Landes. Aus Solidarität wurden Wahrzeichen vieler anderer Metropolen in den Nationalfarben Belgiens angeleuchtet. Dazu gehörten auch das Brandenburger Tor in Berlin und der Eiffelturm in Paris.

"Es war eine sehr bewegende Minute"

 

In ganz Europa herrscht seit den Anschlägen Terrorangst. Vielerorts wurden Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Die US-Regierung warnte ihre Bürger angesichts der jüngsten Anschläge vor Gefahren bei Reisen nach Europa.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) geht davon aus, dass das Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen England am Samstag in Berlin stattfinden kann. Kurz nach den Anschlägen von Paris war ein Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande in Hannover kurzfristig abgesagt worden.

Nach dem Terror von Brüssel wollen die für Innere Sicherheit zuständigen EU-Minister an diesem Donnerstag zu einem Sondertreffen zusammenkommen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wies darauf hin, dass konkrete Vorschläge für mehr Sicherheit in Europa seit Monaten auf dem Tisch liegen.

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