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Volksentscheid Eine neue Flagge für Neuseeland? Nein, danke!

15 Millionen Euro hat Neuseeland investiert, um aus 10.000 Entwürfen eine neue Flagge für die britische Ex-Kolonie zu wählen. Nun aber haben die Bürger entschieden: Sie wollen den Union Jack behalten.

Neuseeland behält seine 114 Jahre alte Flagge mit dem Union Jack. Mit deutlicher Mehrheit hat die Bevölkerung den Vorschlag für ein neues Design mit einem Silberfarn und drei roten Sternen auf blauem Grund abgelehnt. Wie die Wahlkommission am Donnerstag mitteilte, waren 56,6 Prozent für die Beibehaltung der alten Flagge, 43,2 Prozent für das neue Muster.

Nach Angaben der Organisatoren war es das erste derartige Votum weltweit. Regierungschef John Key zeigte sich als Initiator des Flaggenprojekts geknickt über das Ergebnis.

Der neue Flaggenentwurf hatte sich vor drei Monaten bei einem ersten Votum gegen mehr als 10.000 andere Motive durchgesetzt. Unter den Vorschlägen von Bürgern fand sich ebenso Ernstes wie Skurriles, etwa ein Entwurf mit einem Kiwi-Vogel, aus dessen Auge ein grüner Laserstrahl schießt.

Am endgültigen schriftlichen Votum über das Silberfarn-Design und im Wettstreit mit der bisherigen Flagge nahmen dann bis Donnerstag 2,1 der insgesamt 3,2 Millionen registrierten Wähler teil. Die Beteiligung lag somit bei 67 Prozent.

Teurer Versuch

Die Befürworter einer Änderung führen an, dass das derzeitige Flaggendesign ein Relikt aus der Zeit Neuseelands als britische Kolonie darstelle. Regierungschef Key wiederum verwies darauf, dass er und Sportteams im Ausland immer mal wieder vor die falsche Flagge gestellt würden: Australien hat ein ganz ähnliches Design mit Union Jack in der Ecke.

Stattdessen bleibt die Flagge mit dem Union Jack in Produktion. (Foto: REUTERS)

Doch die Silberfarn-Alternative konnte offenbar nicht die nötige Begeisterung entfachen. Zwar gefiel vielen Bürgern das Flaggenmotiv, im ganzen Land wurde es an Häusern und Firmen gehisst. Doch einige empfanden es als zu grell.

Auch ehemalige Militärangehörige machten Stimmung gegen den neuen Entwurf. Zu viele Neuseeländer seien unter der alten Fahne für ihr Heimatland gefallen, argumentierten sie.

Anderen war der Prozess zu politisch aufgeladen. Denn Keys Einsatz für die Neuerung wurde von Kritikern als Versuch gesehen, sich ein Vermächtnis zu zimmern. Einige schreckten schlicht die Kosten der Initiative ab: 26 Millionen neuseeländische Dollar (rund 15,1 Millionen Euro).

Herbe Niederlage

Das Nein der Neuseeländer zu einer neuen Flagge markiert nun eine seltene politische Niederlage für Key. Er entschied drei Wahlen in Folge für sich und lenkt das Land seit acht Jahren.

"Natürlich bin ich ein bisschen enttäuscht, dass die Flagge heute Abend nicht geändert wurde", erklärte Key am Abend. Dass jedes Schulkind an der Debatte beteiligt gewesen sei, sei jedoch gut für die Nation gewesen. Er sei stolz, dass so viele Flaggen in den vergangenen Wochen gehisst worden seien. Er werde nun aber die derzeitige Flagge unterstützen, auch wenn sie nicht seine erste Wahl sei, teilte er auf Twitter mit.

Juraprofessor John Burrows leitete ein Gremium, das eine Vorauswahl aus den alternativen Flaggenvorschlägen traf. Der Prozess sei von Anfang an eine Herausforderung gewesen, die Prüfkommission habe da Neuland betreten, sagte er. Dabei hätten er und seine Kollegen eines gelernt: Jeder habe einen anderen Geschmack, und eine perfekte Flagge gebe es nicht.

Oppositionsführer Andrew Little schloss indes eine weitere Debatte über die neuseeländische Flagge nicht aus. Diese werde es aber wohl erst nach dem Tod von Queen Elizabeth II. geben, prognostizierte er. Die Flaggenfrage wäre dann Teil einer breiteren Diskussion über die Verfassung des Landes – und ob Neuseeland eine Republik werden solle.

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