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Nach den Anschlägen in Brüssel Mehrere Terrorverdächtige in Frankreich und Belgien verhaftet

Keine Ruhe in Brüssel: Sieben Verdächtige wurden nach Razzien in der Nacht und am Morgen festgenommen. Auch in Paris vereitelte die Polizei Terrorpläne im "fortgeschrittenen Stadium".

Nach den Bombenexplosionen in Brüssel und der Pariser Anschlagserie vom November sind bei Anti-Terror-Razzien in beiden Ländern mehrere Verdächtige festgenommen worden. Allein in der belgischen Hauptstadt gab es am Donnerstagabend gleich mehrere Polizeiaktionen, bei denen laut Staatsanwaltschaft sechs Verdächtige abgeführt wurden.

Laut dem Radiosender RTBF wurde am Freitag ein weiterer Verdächtiger festgenommen. Die Razzia sei morgens in der Gemeinde Forest abgeschlossen worden, berichtete der Sender. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.  In Forest war der 35-jährige Algerier Mohamed Belkaid in der vergangenen Woche bei einer Polizeiaktion erschossen worden. Von Forest aus waren die Polizisten auch auf die Spur des inzwischen inhaftierten Terrorverdächtigen Salah Abdeslam gekommen - er soll an den Pariser Anschlägen vom vergangenen November beteiligt gewesen sein. 

Das französische Innenministerium teilte unterdessen mit, einen Anschlagsplan im "fortgeschrittenen Stadium" vereitelt zu haben. In einem Pariser Vorort lief zu später Stunde ein Anti-Terror-Einsatz.

Am Dienstag waren bei den Bombenanschlägen am Brüsseler Flughafen und in der U-Bahn-Station Maelbeek mindestens 31 Menschen getötet und rund 300 verletzt worden. Die Polizeiaktionen am Donnerstag betrafen die Innenstadt und die Gemeinden Schaerbeek und Jette. Spezialkräfte und ein Hubschrauber der Polizei waren im Einsatz, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Die Fahnder nahmen drei Verdächtige fest, die in einem Auto in unmittelbarer Nähe des Gebäudes der Staatsanwaltschaft im Stadtzentrum unterwegs waren.

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Die Ermittlungsbehörde teilte am späten Abend mit, dass am Freitag entschieden werden solle, ob gegen die insgesamt sechs Festgenommenen Haftbefehl erlassen wird. Auch weitere Details würden erst im Laufe des Tages veröffentlicht. Über die Identität der Verdächtigen war zunächst nichts bekannt. Ob unter den Festgenommenen zwei von Überwachungskameras aufgenommene Komplizen der Attentäter waren, war ebenfalls unklar.

Bei einer früheren Durchsuchung im Bezirk Schaerbeek hatte die Polizei nach den Anschlägen vom Dienstag in einer Wohnung eine Bombenwerkstatt gefunden. Dort sollen Terrorverdächtige Sprengsätze gebaut haben. Zu den Anschlägen bekannte sich die Islamistenmiliz IS.

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Frankreich verkündet "bedeutende Festnahme"

Kurz vor der belgischen Staatsanwaltschaft hatte Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve bereits einen Ermittlungserfolg verkündet: Am Donnerstagmorgen habe es eine bedeutende Festnahme gegeben, durch die Terrorpläne im "fortgeschrittenen Stadium" durchkreuzt worden seien. Die betreffende Person sei Franzose und stehe im Verdacht, eine wichtige Rolle bei der Anschlagsplanung gespielt zu haben. Sie habe sich in einem Terrornetzwerk bewegt, das in Frankreich zuschlagen wollte. Der Festnahme durch den Inlandsgeheimdienst seien wochenlange intensive Ermittlungen vorausgegangen.

Bislang gebe es keine greifbaren Hinweise auf einen Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris und Brüssel, sagte Cazeneuve. "Die laufende Untersuchung wird die Umrisse dieses kriminellen Unterfangens und die möglichen Komplizenschaften klären."

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In Argenteuil nordwestlich von Paris durchsuchten Beamte in der Nacht zum Freitag ein Apartment in einem Wohngebäude. Das Gebäude sei geräumt worden, sagte Cazeneuve, Sprengstoffexperten seien vor Ort. Details zu dem Anschlagsplan, der festgenommenen Person und dem Ziel der Operation in Argenteuil nannte der Minister nicht.

Frankreich ist seit den Pariser Terroranschlägen am 13. November mit 130 Toten und Hunderten Verletzten in höchster Alarmbereitschaft. Cazeneuve zufolge gab es seit Beginn dieses Jahres bereits 75 Festnahmen, 28 Verdächtige seien inhaftiert worden. Malaysia hat seine Sicherheitsstufe nach den Anschlägen im benachbarten Indonesien am 14. Januar erhöht und in den vergangenen zwei Jahren mehr als 160 Menschen mit möglichen IS-Verbindungen festgesetzt.

Verbindungen zwischen Terroristen in Frankreich und Belgien

Die Brüsseler Attentäter sollen Verbindungen zu den islamistischen Drahtziehern der Anschläge von Paris und Saint-Denis gehabt haben, bei denen am 13. November 130 Menschen ermordet wurden. In Frankreich gilt seitdem der Ausnahmezustand, die Behörden warnen regelmäßig vor einer hohen Bedrohung.

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Ein CNN-Bericht scheint diese Warnungen zu stützen: Demnach liegen US-Sicherheitsbehörden Erkenntnisse über weitere Terrorpläne des IS in Europa vor. Eine Auswertung von elektronischer Kommunikation und Aussagen von Informanten deute auf mehrere mögliche Ziele hin, die der IS in den vergangenen Monaten ausgewählt habe, berichtete der Sender unter Berufung auf Sicherheitskreise in den USA. Die Rede war von Plänen in unterschiedlichen Stadien mit mehreren Anschlagszielen.

Der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat führte auch in Malaysia zu weiteren Festnahmen von Verdächtigen. Die Verdächtigen sollen nach Behördenangaben Terrorangriffe im Inland geplant sowie versucht haben, Chemikalien für den Bau von Sprengsätzen zu erhalten. Der nationale Polizeichef Khalid Abu Bakar erklärte, unter ihnen seien vier Frauen. Die Festgenommenen sollen Anweisungen von einem Malaysier in Syrien erhalten haben, Attacken in ihrem Land zu verüben.

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