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EU-Türkei-Deal Nur noch 135 Flüchtlinge kommen täglich nach Deutschland

Durch die Schließung der Balkanroute staut sich der Flüchtlingsstrom. Nach Deutschland kommen nur noch 135 Asylsuchende pro Tag. Noch im Januar waren es bis zu 2000. Der Rückgang hat Folgen.

Im Spätsommer gingen die Bilder vom Münchener Hauptbahnhof um die Welt: Tausende Flüchtlinge kamen dort täglich an. Doch das ist vorbei. Die Zahl der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge ist einem Bericht zufolge weiter rückläufig.

Wie "Bild" ohne Nennung von Quellen berichtete, griff die Bundespolizei vom 18. bis 23. März im Schnitt 135 Flüchtlinge pro Tag auf. Damit seien seit Jahresbeginn bis zum 23. März fast 109.000 Migranten eingereist. Bei einem ähnlichen Zustrom wären es damit der Zeitung zufolge bis Jahresende knapp eine halbe Million neue Asylbewerber in Deutschland. Bis Mitte Februar waren meist noch mehr als 2000 Flüchtlinge pro Tag eingereist. Danach gingen die Zahlen rapide zurück. Mehr als 300 neue Flüchtlinge an einem Tag wurden zuletzt am 6. März gezählt.

Ein Grund für die sinkenden Zahlen ist die Schließung der Balkan-Route. Die Flucht der meisten Menschen endet in Griechenland - auf den Inseln und an der griechisch-mazedonischen Grenze.

Die Situation ist vor Ort unerträglich, die Flüchtlinge protestieren, Hilfsorganisationen warnen vor einer Explosion der Gewalt. Einige Helfer sind aus Angst abgereist. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat Helfer aus Griechenland aus Protest gegen das am 20. März eingetretenen Regelungen des EU-Türkei-Deals abgezogen.

Während sich die Situation in Griechenland zuspitzt, entspannt sich die Lage in Deutschland. Im Vergleich zum Jahresanfang ist die Zahl der Flüchtlinge um den Faktor 19 gesunken. Im Januar waren es noch rund 2500 Flüchtlinge pro Tag, im Februar noch rund 1500, jetzt also 135.

Auch der Zustrom von Migranten aus der Türkei nach Griechenland hat deutlich abgenommen. Binnen 24 Stunden hätten nur 161 Menschen von der türkischen Küste zu den griechischen Ostägäis-Inseln übergesetzt, sagte ein Sprecher des Athener Flüchtlingskrisenstabes. Der Grund sei vermutlich stürmisches Wetter. Zugleich nahm die Türkei erneut eine größere Zahl von Migranten aus Griechenland zurück – seit Jahresbeginn waren es nach Angaben des Bürgerschutzministeriums insgesamt 673.

Entspannung bei Helfern, in Einrichtungen, bei der Polizei

In Deutschland zeigt sich eine Entspannung nicht nur bei den Helfern, den Bundespolizisten und in Aufnahmeeinrichtungen. Die Bundespolizei war in den vergangenen Monaten in erster Linie für die Registrierung der ankommenden Asylbewerber an den Grenzen zuständig. Nun setzt sie wieder mehr Personal für Grenzkontrollen ein. Zudem will sie mit Binnengrenzfahndungen Schleusern das Handwerk lagen.

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Viele Sport- und Mehrzweckhallen in den Gemeinden, die von den Ländern als Notunterkünfte für Flüchtlinge genutzt wurden, können jetzt wieder an Vereine und Schulen übergeben werden. Der Regierungsbezirk Oberbayern etwa hat die Zahl der Notaufnahmeeinrichtungen von 20 bereits auf 4 reduzieren können.

In den vom Bund betriebenen Warteräumen in Erding und Straubing sieht die Situation ähnlich aus – aktuell halten sich dort kaum Flüchtlinge auf. Auch in Nordrhein-Westfalen werden derzeit viele Notunterkünfte geschlossen. Bis einschließlich April sollen 37 der insgesamt 47 Unterkünfte aufgegeben werden. In Berlin sind ebenfalls viele Einrichtungen nicht mehr voll belegt.

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