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Faycal C. Früher Reporter, heute Attentäter

Einer der Hauptverdächtigen der Brüssel-Anschläge ist gefasst. Dieser präsentiert sich im Netz als Reporter. Auf YouTube kursiert ein Video von ihm. Sein zentrales Thema: Behandlung von Migranten.

Nach den Bombenanschlägen von Brüssel geht für die Ermittler die Suche nach weiteren Hintermännern weiter. Neben der Festnahme eines algerischen Verdächtigen in Italien in der Nacht sitzt in Belgien weiter ein Mann namens Faycal C. in Haft. Der Zeitung "Le Soir" zufolge ist C. derjenige, der auf einem Überwachungsvideo mit heller Jacke und einem Hut in Begleitung der beiden Selbstmordattentäter Najim Laachraoui (24) und Ibrahim El Bakraoui (29) zu sehen ist. Die Staatsanwaltschaft wollte sich dazu nicht äußern.

Faycal C. ist seit 2003 polizeibekannt, sein Bruder Karim wurde 2005 im Alter von 23 Jahren in Schaerbeek von der Polizei erschossen. Die Polizei fand bei Karim damals eine Kalaschnikow und Sprengsätze.

Faycal C. schrieb für das "Journal du Musulman" und arbeitete nach eigenen Angaben als freier Journalist. Nach einem Bericht des britischen "Guardian" veröffentlichte C. 2014 ein YouTube-Video, in dem er sich über die Behandlung muslimischer Migranten in einem Abschiebegefängnis im flämisch-belgischen Steenokkerzeel beschwerte.

Die mutmaßlichen Attentäter vom Brüsseler Flughafen: Najim Laachraoui (24, links) und Ibrahim El Bakraoui (29, mitte) sprengten sich den aktuellen Ermittlungen zufolge als Selbstmordattentäter in die Luft. Faycal C. (35) soll Medienberichten zufolge rechts im Bild zu sehen sein. Die Polizei nahm Faycal C. fest, bestätigte eine Verbindung zu dem Flughafenattentat bislang jedoch nicht. (Foto: AFP)

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Er berichtete demnach davon, dass während des Fastenmonats Ramadan den Gefangenen Mahlzeiten nach Sonnenuntergang verweigert wurden. Dem Islam nach dürfen Muslime zu dieser Zeit tagsüber nichts essen.

Um das Jahr 2005 soll C. zudem teilweise als Moderator bei Radio Contact-Inter gearbeitet haben, einem Radiosender für die nordafrikanische Gemeinschaft in Belgien. In dieser Zeit hätte er sich mehrfach beschwert, das andere Radiostationen die gleiche Frequenz benutzten, um die Übertragungen des Radiosenders zu stören.

C. von Taxifahrer wiedererkannt

Nach den Anschlägen in Brüssel werde C. laut Staatsanwaltschaft nun die "Mitwirkung in einer Terrorgruppe, bei terroristischen Morden und versuchten terroristischen Morden" vorgeworfen werden. Dem Bericht zufolge wurde er von dem Taxifahrer wiedererkannt, der die drei Männer zum Flughafen gefahren habe.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung seien aber weder Waffen noch Sprengstoff gefunden worden. Belgische Medien hatten berichtet, C. sei vom Flughafen geflohen, nachdem zwei mutmaßliche Komplizen sich dort am Dienstag in die Luft gesprengt hätten. Bei der Terrorserie in der belgischen Hauptstadt hatten Attentäter auf dem Flughafen und ein weiterer in einer Metrostation mindestens 28 Menschen mit in den Tod gerissen. 270 weitere wurden verletzt. Zu den Anschlägen bekannte sich die Terrormilz Islamischer Staat.

Neben Faycal C. wurde zudem gegen zwei weitere Verdächtige - Rabah N. und Aboubakar A. - Haftbefehl wegen Beteiligung an den Aktivitäten einer Terrorgruppe erlassen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Die zwei mit C. am Donnerstag verhafteten Khalid A. und Mariam A. wurden am Freitag wieder freigelassen, wie das belgische Portal "LaCapitale" schreibt.

Einen vierten Mann habe die Polizei am Karfreitag an einer Straßenbahnhaltestelle angeschossen und festgenommen. Er solle noch mindestens weitere 24 Stunden im Gewahrsam bleiben. Schwerbewaffnete Polizisten hatten am Karfreitag bei Zugriffen in der belgischen Hauptstadt insgesamt drei Verdächtige festgenommen.

Diese hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht nur mutmaßlich Verbindungen zu den Anschlägen am Dienstag, sondern hatten offenbar auch einen neuen Angriffsplan für Ziele in Frankreich. Die Behörden gehen davon aus, dass sowohl die Anschläge von Paris am 13. November mit 130 Toten als auch die von Brüssel in Belgien ausgeheckt wurden.

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