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Boko-Haram-Opfer aufgetaucht 15-Jährige will sich nicht in die Luft sprengen

276 Schülerinnen wurden 2014 von Boko Haram in Nigeria entführt. Plötzlich taucht eine 15-Jährige mit einem Sprengstoffgürtel in einer Polizeistation auf. Ihre Aussagen schüren neue Hoffnung.

Eine als Selbstmordattentäterin ausersehene Jugendliche hat sich den Behörden in Kamerun als eines der vor knapp zwei Jahren in Nigeria von Islamisten entführten Schulmädchen vorgestellt. Die etwa 15-Jährige habe sich ergeben, statt ihren Sprengstoffgürtel zu zünden, sagte der Anführer der Selbstverteidigungsgruppe Limani, Idrissou Yacoubou aus Kamerun, der Nachrichtenagentur AP am Samstag.

"Das Mädchen sah müde, unterernährt und seelisch gequält aus und konnte uns keine weiteren Einzelheiten schildern", sagte er. Kamerunische Behörden wollten den Namen des Mädchens nicht nennen, weil es noch minderjährig ist.

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Der Gouverneur der Region, Midjiyawa Bakari, sagte, die Aussagen der Jugendlichen würden überprüft. Nach Behördenangaben sollte sie sich mit zwei anderen jungen Frauen in die Luft sprengen.

Eine ihrer Begleiterinnen sei festgenommen worden, die andere zurück nach Nigeria geflohen, hieß es. Für eine Bestätigung war das Büro von Nigerias Präsident Muhammadu Buhari sowie das nigerianische Militär wegen eines Feiertags zunächst nicht zu erreichen.

Nigeria schickt Eltern vermisster Mädchen zur Identifizierung

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete unterdessen, dass Nigeria nun Eltern von vermissten Mädchen nach Kamerun schickte, um die Identität der 15-Jährigen zu bestätigen.

"Wenn das wahr ist, sind wir darüber sehr glücklich", sagte die Vorsitzende der Initiative der vermissten Schülerinnen, Yana Galang, gegenüber Reuters.

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Galang, deren 16-jährige Tochter nach eigenen Angaben ebenfalls entführt wurde, erhofft sich zudem weitere Informationen über deren Verbleib. "Wenn wir sie mit unseren Augen sehen, werden wir wissen, wo unsere Mädchen sind", fügte sie hinzu.

Sollten sich die Angaben der Jugendlichen bestätigen, wäre dies die erste Nachricht von den in Chibok entführten Schülerinnen seit Monaten. Ein Verantwortlicher in der nigerianischen Stadt sagte AP, die Altersangabe der Jugendlichen könne zutreffen. Das jüngste damals entführte Mädchen sei 14 Jahre alt.

Am 15. April 2014 hatte die islamistische Terrorgruppe Boko Haram in Chibok 276 Schulmädchen entführt. Die Welt fühlte mit: Bei Twitter wurde der Hashtag #BringBackOurGirls millionenfach verwendet.

Zwar gelang einer Reihe von ihnen die Flucht, doch 219 werden bis heute vermisst. Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau sagte später, sie seien zum Islam übergetreten und drohte, sie mit seinen Kämpfern zu verheiraten oder zu verkaufen.

Beobachter fürchten aber auch, das Boko Haram sie zu Selbstmordanschlägen zwingen könnte und verweisen auf die steigende Zahl solcher Attentate, die von jungen Frauen verübt werden. Es ist allerdings nicht bekannt, wie viele Jugendliche Boko Haram aus anderen Orten entführt hat.

Boko Haram kämpft seit sechs Jahren für die Errichtung eines islamischen Staats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 17.000 Menschen wurden in dem Konflikt bisher getötet, mehr als 2,5 Millionen Menschen wurden durch die Gewalt in die Flucht getrieben.

Der Konflikt weitete sich mittlerweile auch auf die Nachbarländer Kamerun, Tschad und Niger aus, deren Armeen sich am Kampf gegen Boko Haram beteiligen. Die Gruppe lehnt westliche Bildung ab. Am Freitag meldete die nigerianische Armee einen Teilerfolg gegen die Terrormiliz. 829 Geiseln seien befreit worden.

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