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Polizei setzt Wasserwerfer ein Hooligans stören Trauer in Brüssel

Während viele Belgier um die Opfer der Anschläge Trauern, wollen Hooligans ihrem Hass freien Lauf lassen. Für die Brüssler Polizei eine heikle Situation.

Am zentralen Gedenkort der Terroranschläge in Brüssel haben sich mehr als 300 Fußball-Hooligans Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Zwei Beamte seien verletzt, zehn Verdächtige festgenommen worden, teilte die Polizei mit.

Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen die pöbelnde schwarzgekleidete Menge auf dem zentralen Börsenplatz vor. Bei mehreren Anti-Terror-Razzien nahmen derweil die unter gewaltigem Ermittlungsdruck stehenden belgischen Behörden vier Verdächtige fest.

Der Börsenplatz ist nach den Attentaten vom Dienstag mit 28 Toten und 340 Verletzten zu einem zentralen Ort der Trauer geworden. Blumen, Kerzen und geschriebene Botschaften säumen das Gelände im Zentrum der belgischen Hauptstadt. Eigentlich sollte am Sonntagnachmittag ein "Marsch gegen die Angst" von dem Platz aus starten, er wurde aus Sicherheitsgründen aber abgesagt.

Trotzdem versammelten sich im Laufe des Tages zahlreiche Menschen auf dem Platz und zeigten ihre Solidarität mit den Anschlagsopfern. Am frühen Nachmittag dann stürmten vermummte Fußball-Hooligans auf den Platz und riefen Parolen wie "Wir sind hier zu Hause" und "Wir sind Hooligans". Einige warfen der Menge auch vor, "Komplizen der Terroristen" zu sein. Friedliche Demonstranten riefen zurück: "Der Faschismus wird nicht durchkommen."

Bürgermeister Mayeur zeigte sich "entsetzt"

Zunächst hielten die Polizeieinheiten Abstand, dann griffen sie aber doch mit Wasserwerfern ein. Auch den Einsatzkräften warfen die Rechten vor, "Komplizen" der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) zu sein, die sich zu den Anschlägen bekannt hatte. In kleinen Gruppen zogen die Hooligans schließlich Richtung Nordbahnhof in Brüssel ab.

Bürgermeister Mayeur zeigte sich "entsetzt" von den Ausschreitungen. Die Hooligans hätten schlicht Trauernde "provozieren" wollen, sagte er der Nachrichtenagentur Belga. "Wir wurden gestern gewarnt, dass sie kommen könnten und ich sehe, dass nichts getan wurde, um sie davon abzuhalten", kritisierte er an die Adresse der Polizei. Auch der belgische Premierminister Charles Michel verurteilte die Proteste.

Unterdessen wurden bei insgesamt 13 Anti-Terror-Razzien in Belgien am Sonntag mehrere Verdächtige festgenommen. Vier Verdächtige würden weiter befragt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Fünf andere Festgenommene seien wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Unklar war zunächst, ob die Razzien in direktem Zusammenhang mit den Brüsseler Anschlägen vom Dienstag standen. Die Einsätze fanden in Brüssel selbst sowie einige Dutzend Kilometer von der Hauptstadt entfernt statt.

24 der 28 Todesopfer bislang identifiziert

Insgesamt drei Selbstmordattentäter hatten sich am Dienstag am Brüsseler Flughafen Zaventem sowie an einer U-Bahn-Station im Europaviertel in die Luft gesprengt. Neuen Angaben der Behörden zufolge wurden dabei 28 Menschen getötet und 340 weitere verletzt, viele von ihnen schwer. Zuvor war von 31 Toten die Rede gewesen, den Behörden zufolge waren dabei aber die Attentäter hinzugerechnet worden.

Wie das belgische Krisenzentrum außerdem mitteilte, wurden bislang 24 der 28 Todesopfer identifiziert - von ihnen sind 13 Belgier und elf Ausländer, darunter eine Deutsche. Da in den Krankenhäusern noch mehr als 60 Menschen auf der Intensivstation behandelt wurden, schlossen die Behörden weitere Todesopfer nicht aus.

Im Zusammenhang mit den Brüssel-Anschlägen gab es Medienberichten zufolge am Samstag auch in Italien eine Festnahme: Dort wurde der mit europäischem Haftbefehl gesuchte 40-jährige Algerier Djamal Eddine Ouali auf Betreiben der belgischen Justiz in der Region Salerno gefasst. Er sei wegen gefälschter Papiere gesucht worden, die von Selbstmordattentätern in Paris und Brüssel verwendet worden seien, hieß es. Die Polizei fahndete zudem am Sonntag nach einem Komplizen des Mannes.

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