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Anschläge durch den Islamischen Staat Die neue Generation der Dschihadisten

Bislang glaubten Ermittler, der IS setze eher auf Einzeltäter, auf "einsame Wölfe". Tatsächlich aber arbeiten die Terroristen an komplexen Attentaten. Und noch etwas beunruhigt die Behörden.

Der Mann vom französischen Inlandsgeheimdienst DGSI stellt eine fast schon routinemäßige Frage: "Wissen Sie von einem möglichen Anschlag in Frankreich oder Europa?" Ihm gegenüber sitzt der französische Dschihadist Réda Hame.

Zwei Tage zuvor ist er festgenommen worden. Hame, eben aus Syrien zurückgekehrt, war dort Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Seine Antwort kommt einer Warnung gleich: "Alles, was ich Ihnen sagen kann, ist, dass es sehr bald passieren wird. Dort (in Syrien) gibt es eine regelrechte Fabrik, und sie versuchen, in Frankreich oder in Europa zuzuschlagen."

Das Verhör des französischen Syrien-Rückkehrers fand am 13. August 2015 statt. Das Protokoll liegt der "Welt am Sonntag" vor.

Genau drei Monate später wurde aus der Warnung des Dschihadisten Hame blutige Realität. An einem Freitagabend, dem 13. November 2015, ermordete ein islamistisches Killerkommando in Paris 129 Menschen.

In Cafés, in einem Konzertsaal, vor einem Fußballstadion. Die Männer waren in Syrien vom IS ausgebildet und auf ihre todbringende Mission geschickt worden.

Sie hatten Helfer in Frankreich, Belgien und vermutlich noch anderenorts in Europa. Die Ermittler in Belgien sind dabei, das Unterstützernetzwerk der Attentäter aufzudecken – auf Razzien folgen Festnahmen, Person um Person wird enttarnt, doch es dauert lange. Möglicherweise zu lange.

Die Hintergründe der Attentate von Paris sind noch nicht restlos aufgeklärt, da erschüttert neuer Terror Europa. Am Dienstagmorgen dieser Woche schlugen die Dschihadisten wieder zu, diesmal in Brüssel. 31 Menschen wurden durch Kugeln aus Kalaschnikows und Bomben am Flughafen und in der U-Bahn der belgischen Hauptstadt getötet.

Die Anschläge erfolgten mit Ansage

Drei Attentäter, die Brüder Khalid und Ibrahim El Bakraoui und der mutmaßliche Bombenbauer Najim Laachraoui, sprengten sich in die Luft. Ein vierter Mann entkam, aber Fayçal C. wurde am Donnerstag in Brüssel verhaftet. Wenige Stunden nach den Anschlägen bekannte sich der IS zu den Anschlägen. Und kündigte weitere an. "Wir versprechen den Kreuzzügler-Staaten, welche sich gegen den Staat des Islams verbündet haben, schwarze Tage!"

Zwischen dem IS und den europäischen Sicherheitsbehörden hat ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel begonnen. Und bisher ziehen die Geheimdienste meist den Kürzeren. Mehr als 160 Tote und über 700 Verletzte allein seit dem 13. November 2015 – das ist die Bilanz der Terroristen in Europa. Der IS hat den Kontinent ins Visier genommen. Er trägt seinen blutigen Krieg ausgesprochen erfolgreich in die Metropolen der demokratischen Staaten.

Die Terroranschläge von Paris und Brüssel waren nicht nur von langer Hand vorbereitet – sie erfolgten mit Ansage. Als der IS vor über zwei Jahren seinen mörderischen Feldzug in Syrien und im Irak begann, waren die europäischen Sicherheitsbehörden zunächst nicht sonderlich alarmiert. Die Agenda der Dschihadisten sei nur "regional", es gehe um "Gebietserweiterung", hieß es, um "Einflusszonen" und "Geländegewinne". Die Terrororganisation al-Qaida sei viel gefährlicher und professioneller als der Islamische Staat.

Heute ist klar: Das war reines Wunschdenken. In Wahrheit hat der IS nicht nur Tausende Kämpfer aus dem Westen in seinen Ausbildungscamps gedrillt, ihnen das Bomben-Handwerk, den Umgang mit Sturmgewehren und Kommando-Taktik beigebracht. Der Miliz ist es auch gelungen, in Europa, von den Sicherheitsdiensten ungestört, Fuß zu fassen. Sie hat erfolgreich ein Netzwerk aus Schläferzellen, Logistikern und Helfern aufgebaut – eine terroristische Infrastruktur, die nun mit aller Rücksichtslosigkeit zuschlägt. Und der Zeitpunkt ist kein Zufall.

In seinem angestammten Gebiet ist der IS unter Druck

"Der sogenannte Islamische Staat ist in Syrien und im Irak geschwächt", sagte der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA) Holger Münch diese Woche. "Damit steht die Terrorgruppe unter Druck und braucht spektakuläre Aktionen, um Aufmerksamkeit zu erregen und Macht zu demonstrieren."

Tatsächlich geht es in Syrien und im Irak mit der Terrororganisation in nahezu jeder Beziehung bergab. Im Irak hat der IS mittlerweile bis zu 40 Prozent an Boden verloren, in Syrien sollen es rund 20 Prozent seines früheren Gebiets sein. Über 10.000 Kämpfer wurden nach US-Angaben getötet. Und mit den Gebietsverlusten sinkt die Moral in den IS-Reihen, Aussteiger berichten von internen Querelen.

Die Dschihadisten, die vor einem Jahr noch die ganze Welt erobern wollten, sind in die Defensive geraten. Erst am Freitag musste das Kalifat einen schweren Schlag hinnehmen: Das Pentagon meldete, bei Luftschlägen seien der Vize- und Finanzchef des IS und weitere Führungsfiguren getötet worden. Zuvor war der Militärchef getroffen worden.

Schon am Donnerstag begann die Offensive der irakischen Armee und kurdischer Peschmerga gegen die irakische IS-Hochburg Mossul. Und die syrische Armee rückte am Samstag in die antike Stadt Palmyra vor. Der Angriff auf das syrische Rakka, die IS-Hauptstadt, steht bevor. Deren Bewohner sind seit Wochen durch Flugblätter instruiert, Wasser und haltbare Lebensmittel zu horten. Der IS muss in seinem Kerngebiet ernsthaft um seine Existenz fürchten.

Syrische Regierungstruppen erobern Palmyra zurück:

 

Doch zu Terrorschlägen in der westlichen Welt sind die Killer des IS anscheinend fähiger denn je. "Ein verwundeter Islamischer Staat ist ein gefährlicher Islamischer Staat", schrieb dieser Tage das US-Magazin "Foreign Policy". Der Terrorismus-Forscher Peter Neumann vom Londoner King's College sagt nach den Attentaten in Brüssel weitere Gewalt voraus.

Tod nach Europa tragen

"Ich bin überzeugt, dass dies nicht der letzte Anschlag dieser Art sein wird", sagte Neumann der "Welt am Sonntag". "Der IS hat mehrfach angekündigt, all jene Staaten anzugreifen, die ihn vor Ort, in Syrien und im Irak, bekämpfen. Das sind keine leeren Drohungen. An solchen Attentaten wird intensiv gearbeitet."

Der selbst ernannte Terror-Kalif und IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi hat dem Westen den Krieg erklärt. Er ruft seine Anhänger nicht nur weltweit zu Attentaten gegen "Ungläubige" auf, er lässt auch spektakuläre Anschläge von einem speziellen Planungsstab erarbeiten.

Nach Informationen deutscher Sicherheitsbehörden ist der bisherige Sprecher des IS, ein Mann mit dem Kampfnamen Abu Mohammed al-Adnani, inzwischen der Chef für externe Anschlagsplanungen.

Unter sich hat er eine Riege von Dschihadisten, deren Aufgabe es ist, sich Mordpläne auszudenken und ausgewählte Attentäter auf Suizidmissionen zu schicken. Sie sollen den Tod nach Europa tragen.

Ein Rückkehrer brach sein Schweigen

Wer genau diesem IS-Planungsstab angehört, darüber herrschen unterschiedliche Ansichten. Die Geheimdienste gehen davon aus, dass es Männer sind, die in Europa aufwuchsen.

Der Franzose Fabien Clain etwa soll dazu gehören, ein 35-jähriger Islamist aus Toulouse. In Sicherheitskreisen ist man überzeugt, dass er die Bekennerbotschaft zu den Paris-Anschlägen verfasst hat.

Auch für das französischsprachige IS-Magazin "Dar al-Islam" soll Clain verantwortlich sein. An Clains Seite wird Salim Benghalem vermutet, ein algerisch-französischer Terrorist, der Sicherheitschef des IS in Aleppo war.

Eine zentrale Rolle soll außerdem Charaffe el-Mouadan gespielt haben, ein langjähriger Freund des späteren Paris-Attentäters Samy Amimour aus dem Pariser Vorort Drancy. El-Mouadan soll im Dezember bei einem US-Luftangriff in Syrien getötet worden sein.

Wie ernst es dem IS mit seinem Terrorexport nach Europa ist, wussten die Sicherheitsbehörden nach Informationen der "Welt am Sonntag" schon vor den Pariser Anschlägen vom 13. November. Einige Syrien-Rückkehrer in Frankreich und Deutschland brachen im vergangenen Jahr während Verhören ihr Schweigen. Als Réda Hame den französischen Geheimdienst im August 2015 vor der "Terror-Fabrik" in Syrien warnte, nannte er auch den Namen eines Mannes, der vom IS den Auftrag erhalten habe, Anschläge in Europa zu verüben: Abdelhamid Abaaoud.

Der Belgier, den französische Polizisten wenige Tage nach den Anschlägen vom 13. November in einem Pariser Vorort erschossen, habe ihn gefragt, ob er bereit sei, an solchen "Operationen" teilzunehmen, berichtete Hame den Ermittlern. Abaaoud sei sogar ins Detail gegangen. Hame solle nach seiner Rückkehr in Frankreich ein "leichtes Ziel wählen, eine Menschenansammlung, ein Konzert etwa, dort wo es eine große Gruppe gibt".

Polizei nimmt nach Anschlägen in Brüssel gesuchten Algerier fest:

 

Abaaoud sei in diesem Rekrutierungsgespräch sogar noch präziser geworden, sagte Hame: "Ich sollte nach dem Anschlag warten, bis die Sicherheitskräfte kommen, und dann dabei sterben, während ich die Geiseln umbringe." Abaaoud verriet ihm auch, was der IS mit solchen Anschlägen erreichen wolle: Frankreich werde seine Außenpolitik ändern, prophezeite er, wenn viele Zivilisten getroffen würden.

Réda Hameds Berichte decken sich mit denen anderer französischer Dschihadisten, die der IS anzuwerben versuchte. Der Islam-Konvertit Nicolas Moreau berichtete in einem Verhör im Juni 2015 von derartigen Plänen. Die Sicherheitsabteilung des IS namens "Amni" sei mit dem Training nach Europa entsandter Kommandos betraut worden. Moreau erzählte, für Europa sei ein "Abu Omar al-Belschiki" zuständig, er wähle die Attentäter aus – das ist der Kampfname von Abdelhamid Abaaoud.

Der Planer der Pariser Anschläge ist seit einer Woche tot

Dieser gilt als Drahtzieher vieler gescheiterter oder aufgeflogener Terrorpläne. Er soll Mehdi Nemmouche gekannt haben, der, aus Syrien heimgekehrt, im Mai 2014 im Jüdischen Museum Brüssel vier Menschen erschoss. Im Januar 2015 flog im belgischen Verviers eine Terrorzelle auf, die die Ermordung von Polizisten plante. Angeleitet wurde sie nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft von Abaaoud.

Und auch der Infomatikstudent Sid Ahmed Ghlam, der im April 2015 verhaftet wurde, soll von Abaaoud instruiert worden sein, während einer Sonntagsmesse in einer Kirche in Frankreich ein Blutbad anzurichten. Ebenso soll der Belgier in die Planung eines Anschlags auf einen Thalys-Schnellzug im August vorigen Jahres verwickelt gewesen sein.

Wie die "Welt am Sonntag" aus europäischen Sicherheitskreisen erfuhr, halten französische Ermittler Abdelhamid Abaaoud nicht für den Europa-Chef des IS. Aber er soll das Terrorteam in Paris angeführt haben. Für die Planung und Steuerung der Pariser Anschläge hingegen war ein anderer zuständig. Die Sicherheitsbehörden glauben, der 35-jährige Algerier Mohamed Belkaid, der unter dem falschen Namen Samir Bouzid in Belgien lebte, sei der Mastermind. Er starb vor einer Woche bei einem Feuergefecht mit der Polizei im Brüsseler Stadtteil Forest.

Der professionelle Stil des IS bei der Anschlagsplanung in Europa, die umfassende Logistik, die Zahl der Unterstützer – all das überrascht die Ermittler. Bislang vermuteten sie, die Dschihadisten setzten eher auf Einzeltäter, "einsame Wölfe". In seiner Propaganda rief der IS stets zu solchen eher amateurhaften Attacken auf. Egal ob mit dem Küchenmesser, durch vergiftetes Essen oder per Auto in der Fußgängerzone – die Ungläubigen sollten auf jede erdenkliche Art getötet werden. Die Planung dafür solle "nicht zu kompliziert sein", riet das IS-Propagandamagazin "Dabiq", sonst drohe der Anschlag zu scheitern oder aufzufliegen.

Ein neuer Tätertypus beunruhigt die Ermittler

Insgeheim aber arbeiteten die Terroristen sehr wohl an erstaunlich komplexen Attentaten, wie man heute weiß. Vor allem Franzosen und Belgier wurden dafür rekrutiert. Ausgestattet mit gefälschten syrischen Pässen, wurde zumindest ein Teil der Terroristen als Flüchtlinge getarnt nach Europa eingeschleust. Auch das hatten die Geheimdienste nicht erwartet.

"Wir haben derzeit keine konkreten Hinweise darauf, dass unter den Flüchtlingen Terroristen sind", sagte der Präsident des Bundesnachrichtendienstes Gerhard Schindler noch im September. Der IS müsse keine Terroristen in Flüchtlingsboote setzen, um nach Europa zu gelangen, beschwichtigte Schindler. Doch die Miliz tat genau das, wie wir heute wissen.

Was die Geheimdienste beunruhigt, ist nicht nur die hohe Planungskompetenz des IS, es ist auch ein neuer Tätertypus. Ein Blick in die belgisch-französische Terrorzelle zeigt, dass es sich bei vielen Dschihadisten um frühere Kleinkriminelle handelt. Junge Männer, die schon in früher Jugend mit dem Gesetz in Konflikt kamen.

So wie die Brüder Khalid und Ibrahim El Bakraoui, die sich am Dienstag im Brüsseler Flughafen und in der U-Bahn in die Luft sprengten. Sie standen mehrfach vor Gericht und wurden teilweise zu langen Haftstrafen verurteilt. Khalid hatte eine Wechselstube überfallen und auf die anrückende Polizei mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr geschossen. Sein Bruder klaute Autos.

"Wir haben es mit einer anderen Generation von Dschihadisten zu tun. Diese Leute waren mehr oder weniger erfolgreiche Kriminelle. Jetzt sind sie erfolgreiche Terroristen." So fasst es ein deutscher Sicherheitsbeamter zusammen, der seinen Namen nicht veröffentlicht sehen will. Er beschreibt einen wachsenden Trend: Die Islamisierung der Kriminalität.

Alltägliches Handwerk von Dealern und Kleinkriminellen

Für den IS birgt sie Vorteile – die Attentäter von Paris und Brüssel brachten wichtige Eigenschaften für ihr terroristisches Vorhaben mit. Sie unterhielten Kontakte in das kriminelle Milieu, dem sie teils selbst entstammten. So konnten sie offenbar problemlos Waffen und falsche Pässe beschaffen und auf Helfer zurückgreifen, die ihnen sichere Verstecke boten.

Polizei und Justiz zu entkommen war für viele dieser Rekrutierten eine gewohnte Übung. Ihre Kommunikation lief konspirativ ab, sie nutzten Dutzende SIM-Karten und diverse Handys, die sie stets nur für einen Tag gebrauchten. Was wie aufwendige Terrorausbildung wirkt, ist alltägliches Handwerk von Drogendealern und anderen Kleinkriminellen. Kurzum, die Mörder von Paris und Brüssel mussten ihr eingeübtes Verhalten nicht groß verändern.

"Diese Verbindung mit der kriminellen Welt gab es bei Osama Bin Laden nicht", sagt Mohammad-Mahmoud Ould Mohammedou vom Zentrum für Sicherheitspolitik in Genf. Bei al-Qaida habe der Terrorismus noch auf fundamentalistischen Überzeugungen beruht. Die IS-Attentäter von heute seien ideologisch und religiös lange nicht so gefestigt – aber darum nicht minder entschlossen.

Genau das bereitet den Sicherheitsdiensten die größte Sorge. "Wenn sogar Helfer bereit sind, zu Tätern zu werden, und sich in die Luft sprengen, dann zeigt es, mit welch gefährlichen Leuten wir es hier zu tun haben", resümiert ein deutscher Verfassungsschützer. Was die Frage aufwirft: Gibt es IS-Terrorzellen auch hierzulande?

Mehr als 800 Islamisten nach Syrien ausgereist

Konkrete Hinweise auf Anschläge in Deutschland liegen den Sicherheitsbehörden aktuell nicht vor. Deutschland aber ist zweifelsfrei ein Ziel des IS. So steht es in deren Propagandaschriften, so haben es deutsche Dschihadisten in Videobotschaften mehrfach verkündet. Bislang aber versuchte der IS vor allem, hier lebende Islamisten zu Anschlägen zu motivieren.

Immer wieder gibt es zwar Meldungen von ausländischen Geheimdiensten, Terrorkommandos seien auch auf dem Weg nach Deutschland – zuletzt in München in der Silvesternacht. Diese Warnungen aber stellten sich bislang als unbegründet heraus.

Allein ein Blick auf die wachsende Islamisten-Szene in Deutschland belegt, dass durchaus Anlass zur Sorge besteht. Der Verfassungsschutz zählt mittlerweile rund 8000 Salafisten in der Bundesrepublik. Mehr als 800 Islamisten sind zudem nach Syrien und in den Irak ausgereist, ein Drittel davon befindet sich wieder in Deutschland.

IS will Attentäter für Deutschland gewinnen

Das BKA stuft rund 440 Islamisten als sogenannte "Gefährder" ein, also Personen, denen jederzeit ein schwerer Anschlag zugetraut wird. Von ihnen befinden sich derzeit rund 220 im Land, die restlichen Extremisten halten sich in Syrien oder dem Irak auf – oder sie sind tot.

Kein Zweifel besteht daran, dass der IS Attentäter für Anschläge in Deutschland gewinnen will. Das wissen die Behörden spätestens seit Oktober vergangenen Jahres, als ein Syrien-Rückkehrer in Bremen auspackte. Harry S., ein zum Islam konvertierter Sohn ghanaischer Einwanderer, war im Frühjahr nach Syrien gereist. Vor Ort soll er an Schusswaffen trainiert worden sein und wohnte auch Exekutionen bei.

Irgendwann erkrankte er an Hepatitis und reiste schließlich über die Türkei zurück nach Bremen. Seitdem sitzt Harry S. in Untersuchungshaft und wartet auf seine Anklage. Zweimal sprach der Islamist im Oktober mit dem Bremer Verfassungsschutz. Am Ende umfasste das Gesprächsprotokoll ganze 100 Seiten. Im syrischen Rakka sei eines Tages ein Jeep vorgefahren, erzählte Harry S. seinen Vernehmern. Schwarz maskierte Männer seien ausgestiegen und hätten ihn gefragt, ob er bereit sei, Terrorakte in Deutschland zu verüben.

Harry S. behauptet, er habe abgelehnt. Jedem europäischen Dschihadisten habe man diese Frage gestellt, berichtete er den Verfassungsschützern und lieferte eine düstere Vorhersage: "Die wollen etwas, das überall zeitgleich passiert."

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