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Wirt in Österreich "Gäste haben Angst" - Hausverbot für Flüchtlinge

Aus "Rücksicht" auf andere Gäste verweigert ein Österreicher allen Flüchtlingen den Zutritt zu seinem Café – per Brief auf Facebook. Auf die Empörung im Netz reagiert er nur noch gereizter.

Peter Moser könnte man als "besorgten Bürger" bezeichnen. Der österreichische Gastwirt betreibt ein Café im Zentrum von Althofen in Kärnten und macht sich Sorgen wegen der 28 Flüchtlinge, die in der 5000-Einwohner-Stadt wohnen. Mit ihrer puren Anwesenheit versetzen sie die Gäste seinen Angaben zufolge in Angst.

Und das ist offenbar schlecht für Geschäft. Aus vermeintlicher Rücksichtnahme auf die Gäste schrieb er den Flüchtlingen am Karfreitag einen offenen Brief auf Facebook, in dem er ihnen Hausverbot erteilte.

"Liebe Flüchtlinge", begann er seine Zeilen in englischer Sprache, "es tut uns sehr leid, aber es ist uns nicht möglich, euch ein Getränk auszuschenken. Viele unserer Gäste sind bereits wirklich sauer auf euch und uns, einige von ihnen haben Angst und fühlen sich nicht wohl, wenn ihr hier in der Bar seid. Deswegen müssen wir uns um unsere Gäste kümmern und können euch nicht erlauben, hier in dieser Bar zu bleiben." Unterzeichnet hatte er den Brief mit "der Boss".

Was war passiert? Im Interview mit dem österreichischen "Kurier" berichtete Moser konkret von einem Livemusik-Abend vergangene Woche, an dem seinen Angaben zufolge auch zwei Flüchtlinge teilnahmen. "Wie sie die Frauen anstarren. Sie ziehen sie mit ihren Blicken regelrecht aus, wenn sie auf die Toilette gehen", echauffierte sich Moser darin.

Hausverbot für Flüchtlinge. Wtfhttps://www.facebook.com/Cafe-am-Platz-Lilli-AlthofenCafe-Venezia-Kappel-156219851137402/?refid=12&ref=bookmarks&notif_t=page_message

Posted by Enno Lenze on Samstag, 26. März 2016
 

Moser hätte sie aufgefordert, sich wegzudrehen – was sie ihm zufolge auch taten, am Montag aber habe sich die Szene wiederholt. Zwar würde er auch "starrenden" Einheimischen Hausverbot erteilen, aber: "Die Flüchtlinge, die schauen irgendwie anders."

Handgreiflich sei niemand geworden, sagte Moser der " Kleinen Zeitung" – "aber reicht es nicht, dass die Leute Angst haben?" Die Stimmung gegen Flüchtlinge sei negativ, Wirbel wolle er vermeiden. Der Bürgermeister von Altenhofen, Alexander Benedikt, sagte indes dem "Kurier": "Mir sind keinerlei Zwischenfälle mit Asylbewerbern bekannt."

Trotzdem: "Ich will nicht, dass hier alles kurz und klein geschlagen wird", ergänzte Moser. Er bezeichnete sein Vorgehen deswegen als "Schutz für beide Seiten". Flüchtlingen erhielten keine Getränke und kein Essen mehr. Ausländerfeindlich sei er aber nicht, schließlich sei seine Ehefrau Ungarin.

Der Sturm der Entrüstung aber war so stark, dass er den Eintrag mittlerweile gelöscht und seine ganze Facebook-Seite geschlossen hat.

Bevor er dies aber tat, schickte er allen "Falschverstehern" und "Sinnverdreher" eine unmissverständliche Botschaft. Auch davon kursiert ein Screenshot im Netz. "Seid stolz auf euch, ihr habt euer Ziel erreicht. Wir müssen zusperren", fuhr er die gesamte Facebook-Gemeinde an. "Zwar nur bis Dienstag, aber besser wie nix."

Über Ostern wird "zugesperrt". (Foto: Facebook/Kathrin Petrovna)

Nach österreichischem Hausrecht dürfen Lokalbesitzer grundsätzlich jedem verbieten, seine Räumlichkeiten zu betreten. Eine Ausnahme wäre, wenn der Wirt eine Monopolstellung – zum Beispiel in einem kleinen Dorf – besäße und Personen mit einem Hausverbot vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden würden. Das ist in Althofen nicht der Fall.

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