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Anschläge von Brüssel Belgische Behörden setzen Fayçal C. auf freien Fuß

Nach den Anschlägen von Brüssel hat sich der Tatverdacht gegen den festgenommenen Fayçal C. "nicht bestätigt". Ursprünglich war vermutet worden, dass es sich bei ihm um den "Mann mit Hut" handelt.

Die belgischen Behörden haben bei ihren Ermittlungen zu den Anschlägen in Brüssel einen schweren Rückschlag erlitten. Der Tatverdacht gegen den am Donnerstag festgenommenen Fayçal C. habe sich "nicht bestätigt", der Mann sei wieder freigelassen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. Die Ermittler veröffentlichten ein neues Video vom mutmaßlichen dritten Flughafen-Attentäter - dem sogenannten Mann mit Hut.

Nach dem dritten Flughafen-Attentäter, der nach den Anschlägen entkommen war, wurde schon seit Dienstag mit einem Überwachungsfoto gefahndet. Darauf ist der Mann mit Hut und heller Jacke neben den zwei späteren Selbstmordattentätern Ibrahim El Bakraoui und Najim Laachraoui zu sehen. Wie sich nun herausstellte, handelte es sich bei dem Mann mit Hut nicht um Fayçal C.

"Die Indizien, die zur Festnahme von Fayçal C. führten, haben sich bei den laufenden Ermittlungen nicht bestätigt", teilte die Staatsanwaltschaft lediglich mit. Noch am Samstag hatten die Strafermittler dem Verdächtigen "terroristischen Mord" zur Last gelegt.

Zahl der Todesopfer steigt auf 35

Am Dienstag vergangener Woche hatten sich Laachraoui und Ibrahim El Bakraoui am Brüsseler Flughafen in die Luft gesprengt, Ibrahims Bruder Khalid El Bakraoui beging rund eine Stunde später in einer U-Bahn-Station im Europaviertel ein Selbstmordattentat. Ein weiterer Mann, der auf Überwachungsbildern aus der U-Bahn zu sehen war, ist flüchtig. Auf einem vor knapp einer Woche veröffentlichten Foto war der "Mann mit Hut" und heller Jacke neben den zwei späteren Flughafen-Selbstmordattentätern Ibrahim El Bakraoui und Najim Laachraoui zu sehen.

Nachdem vier Menschen im Krankenhaus ihren Verletzungen erlagen, stieg die Zahl der Todesopfer derweil auf 35. 31 Tote seien an den beiden Anschlagsorten geborgen worden, vier Schwerverletzte seien inzwischen gestorben, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Bislang wurden 28 Todesopfer identifiziert, darunter eine Deutsche und elf weitere Ausländer.

Seit den Anschlägen wird europaweit nach Verdächtigen gefahndet, vor allem die Verflechtungen zwischen Islamistenzellen in Belgien und Frankreich werden immer deutlicher. In Belgien wurden am Sonntag neun Verdächtige festgenommen. Gegen drei von ihnen wurden am Montag Haftbefehle wegen der "Beteiligung an Handlungen einer Terrorgruppe" ausgestellt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gibt es aber "keine direkte Verbindung" zu den Brüsseler Anschlägen.

300 Hooligans sorgen für Krawalle

Eine direkte Verbindung gibt es dagegen offenbar bei dem Algerier Djamal Eddine Ouali, der am Samstag in Italien festgenommen wurde. Er wird verdächtigt, Pässe für die Attentäter von Brüssel und Paris gefälscht zu haben. Er verweigert nach Angaben aus italienischen Justizkreisen aber bislang die Aussage.

Weitere Terrorverdächtige wurden in Belgien und den Niederlanden im Zusammenhang mit Anschlagsplänen in Frankreich festgenommen. In Rotterdam wurde am Sonntag ein Franzose festgenommen, in Brüssel sitzen zudem zwei Verdächtige in Untersuchungshaft. Sie sollen an den Anschlagsplänen des Franzosen Reda Kriket beteiligt gewesen sein, der am Donnerstag bei Paris festgenommen worden war. Kriket gehörte der gleichen belgischen Islamistenzelle an wie der Drahtzieher der Pariser Anschläge, Abdelhamid Abaaoud.

In Belgien sorgten am Ostersonntag rund 300 Hooligans für Entsetzen, die im Stadtzentrum von Brüssel mit nationalistischen Parolen das Gedenken an die Opfer der Anschläge störten. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen die schwarzgekleidete Menge auf dem zentralen Börsenplatz vor.

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