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Umstrittene AKW-Art Frankreich will Schnelle Brüter bauen

Schnelle Brüter sind wegen ihrer Gefahren heftig umstritten. Einen Vorteil haben diese AKW aber: Sie können ohne Uran betrieben werden. Frankreich will sie daher wieder erforschen und auch bauen.

Während der Bau des ersten Atomreaktors der dritten Generation um Jahre in Verzug geraten ist, entwickelt Frankreich bereits die vierte Generation. "Wir müssen dem Ende der Uran-Vorräte vorgreifen", zitierte die Tageszeitung "Le Figaro" einen leitenden Mitarbeiter des staatlichen Kommissariats für Atomenergie (CEA). Den Schätzungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge werde das weltweit vorhandene Uran in etwa vierzig Jahren, bestenfalls um das Jahr 2080 herum, ausgehen. Frankreich setze deshalb wieder auf sogenannte Schnelle Brüter, die mit radioaktiven Abfällen betrieben werden könnten und soviel Plutonium erzeugten, wie sie verbrauchen. Für die weitere Forschung an den in den 60er Jahren erstmals entwickelten Brutreaktoren stellt die Regierung 650 Millionen Euro aus einer Staatsanleihe bereit, wie der "Figaro" berichtete.

Der für Kernenergie zuständige CEA-Manager Christophe Béhar sagte demnach, derzeit gebe es nur knapp hundert Wissenschaftler in Frankreich, die sich noch mit dieser Art von Reaktoren auskennen würden, und nur ein gutes Dutzend, die einen Bau von A bis Z begleiten könnten. In den kommenden 15 Jahren würden diese Ingenieure und Forscher alle in Pension gehen. Die weitere Forschung diene also auch dazu, das bisher erworbene Fachwissen zu erhalten. Dem Bericht zufolge will das Atomkommissariat im südfranzösischen Marcoule einen ersten Schnellen Brüter der nächsten Generation mit einer Leistung von 600 Megawatt bauen. Der Prototyp solle in zehn Jahren in Betrieb gehen.

In Marcoule steht schon seit Anfang der 70er Jahre ein Brutreaktor. In Deutschland wurde in den 70er Jahren in Kalkar am Niederrhein mit dem Bau eines Schnellen Brüters begonnen; 1991 entschied sich die Bundesregierung wegen Sicherheitsbedenken aber für das Aus des technisch umstrittenen Konzepts. Nicht nur Frankreich setze wieder auf diese Reaktorart, sagte Béhar. "Die internationale Szene ist in Bewegung." Auch China, Russland, Japan und Indien arbeiten demnach an Schnellen Brütern. Frankreich baut derzeit an der Nordküste seinen ersten Atomreaktor der dritten Generation, den zusammen mit Siemens entwickelten Europäischen Druckwasserreaktor (EPR).

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