"Reizvoll" Berlin wird offenbar Spielort der EM 2020

Diese Idee gleicht einer Revolution: Michael Platini will eine pan-europäische EM 2020 ausrichten. Gespielt wird in ganz Europa, darunter auch in der Hauptstadt. Der DFB findet das "reizvoll".

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Berlin könnte bei der EM 2020 wieder zur großen Fußball-Bühne werden. Geplant ist, dass im Olympiastadion in acht Jahren drei Endrundenspiele stattfinden. Das berichtete die "Bild"-Zeitung. Demnach nehmen die Pläne für die EM nach einem möglichen neuen Format konkretere Züge an. Insgesamt soll das Kontinental-Turnier nicht wie bislang üblich in höchstens zwei, sondern in 13 Ländern ausgetragen werden.

Eine Idee, die UEFA-Präsident Michel Platini durchsetzen will und die beim Deutschen Fußball-Bund positiv gesehen wird. Vor allem, dass auch Deutschland als Austragungsland vorgesehen sein soll. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bezeichnete diesen Gedanken als "reizvoll". Er sagte zudem: "Wir haben das Thema in unserem Präsidium besprochen und stehen den Vorschlägen offen gegenüber." DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock hatte zuvor bereits von einem "gewissen Charme" gesprochen. Es gebe "unter den Nationalverbänden viele Befürworter einer Europa-EM".

Nationalcoach Joachim Löw meinte bei der Pressekonferenz zum Testländerspiel gegen die Niederlande, dass er von den Plänen gehört und gelesen habe. Wie weit diese fortgeschritten seien, könne er aber nicht beantworten.

Käme es tatsächlich dazu, würde sich Berlin in bester Gesellschaft europäischer Metropolen befinden. Laut "Bild" soll auch in London, Madrid, Lissabon, Paris, Amsterdam, Brüssel, Basel, Athen, Rom, Moskau und Zagreb gespielt werden. Istanbul soll Favorit für die Halbfinalpartien und das Endspiel sein.

Am 27./28. November wird es in Brüssel ein weiteres Treffen von UEFA-Chef Platini und einigen Verbandsvertretern geben, an dem dieses Mal auch DFB-Präsident Niersbach und -Generalsekretär Sandrock teilnehmen. Am 7. Dezember berät das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union über die Idee von Platini.

Sein Plan für 2020 sieht vor, 24 Teams auf sechs Vierergruppen aufzuteilen. Die höhere Anzahl an Endrunden-Teilnehmern wird es bereits bei der EM 2016 in Frankreich geben, wenn 24 statt wie bisher 16 Mannschaften antreten.

Vier weitere Jahre später würden im Achtelfinale die sechs Gruppensieger weiter in dem Land spielen, in dem sie auch ihre Vorrundenpartien bestritten haben. Zwei weitere Länder kämen dazu, so dass die Achtelfinals in acht Städten ausgetragen werden. Die Viertelfinals würden an neutrale Standorte vergeben, beide Halbfinals und das Endspiel an ein Land. Sandrock hatte gesagt, dass das die Türkei sein könnte.

Im Berliner Olympiastadion könnte gegebenenfalls also auch ein Achtelfinale stattfinden. Vor sechs Jahren stieg dort das Finale der Heim-WM. Es ist die Spielstätte des aktuellen Fußball-Zweitligisten Hertha BSC. Die maximale Zuschauerzahl beträgt 74 244.

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