Rekord-Tief
Deutscher Wasserverbrauch sinkt weiter
Die Deutschen verbrauchen so wenig Wasser wie noch nie seit Einfühung der Statistik 1963. Pro Kopf nutzt der Durchschnittsbürger 121 Liter. Doch die Sparsamkeit hat nicht nur Vorteile.
Die Deutschen verbrauchen immer weniger Wasser. 121 Liter nutzte jeder Einwohner im Jahr 2010 durchschnittlich pro Tag für die Körperpflege, Nahrungsaufnahme, Waschen und Putzen - so wenig wie noch nie seit Einführung der Statistik im Jahr 1963. Das waren täglich ein Liter weniger als 2007 und 23 Liter weniger als 1991, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.
Dabei gibt es große regionale Unterschiede: In den westdeutschen Flächenländern verwendeten die Menschen durchschnittlich 126 Liter pro Tag, in Ostdeutschland (ohne Berlin) nur 93 Liter. Die Stadtstaaten lagen mit 121 Litern genau im Durchschnitt.
Fast die gesamte Bevölkerung Deutschlands ist an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen (99,3 Prozent). Das gilt für Ost und West in etwa gleich. Anders sieht es beim Abwasser aus: Rund 2,8 Millionen Bürger sind nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen. Das waren etwa 400.000 weniger als 2007. Grund ist meist eine abgelegener, kleiner Wohnort, so die Statistiker. Dabei schneidet der Osten schlechter ab: In den westdeutschen Flächenländern sind 97,6 Prozent der Bevölkerung an die öffentliche Kanalisation angeschlossen, in Ostdeutschland (ohne Berlin) aber nur gut 90 Prozent.
Der immer sparsamere Wasserverbrauch rechnet sich oft aber nicht. Denn je weniger die Versorgungsrohre durchgespült werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ablagerungen die Rohre angreifen. Zudem können sich Keime leichter absetzen. Wasserversorger spülen die Leitungen und Kanäle deshalb zusätzlich - und legen die Kosten auf die Verbraucher um.