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Gefahr für die Gesundheit Darum stinken viele neue Haushaltsgeräte

Bei der ersten Inbetriebnahme verströmen viele Haushaltsgeräte einen unangenehmen Geruch. Diese Ausgasungen sind nicht nur unangenehm, sie können auch krank machen.

Dass der neue Toaster schon am ersten Tag leckere Sandwiches liefert, darauf sollte sich niemand verlassen. Bevor er seinen Auftrag erfüllt, lässt er stinkende Gase entweichen. Wenn dann noch der neue Fernseher und der Kontaktgrill das erste Mal laufen – oder das Bügeleisen, der Föhn und die Kaffeemaschine –, wird die Luft in Küche und Wohnzimmer ganz besonders schlecht. Sie alle dünsten etwas aus, das nicht nur unangenehm müffelt: In manchen Fällen können die Gerüche auch die Gesundheit beeinträchtigen.

"Zu Ausgasungen kann es immer dann kommen, wenn sich Bauteile, Dämm- und Isolierstoffe oder Oberflächenbeschichtungen über eine bestimmte Temperatur hinaus erwärmen", sagt Ralf Diekmann von der Produktsicherheit des TÜV Rheinland. Dann wabern Gase aus Klebstoffen und Flammschutzmitteln – gern auch mal Weichmacher – durch die Räume. Manchmal ist es auch nur Wachs, das Oberflächen vor Korrosion und dem Zerkratzen schützt und sich nach dem Erhitzen verflüchtigt.

Günstige Toaster stinken immer weiter

Was verwandelt Küchendüfte eigentlich in die miefige Luft eines Chemielabors? Und sind die Gase gefährlich? "Meist sind es flüchtige organische Verbindungen wie Benzole oder Phenole oder auch Formaldehyde. In den Ausdünstungen sind also durchaus schädliche Stoffe enthalten – allerdings meist in gesetzlich zugelassenen Mengen", sagt Diekmann.

Doch die Gesamtdosis mache das Gift. Nach einem Bewertungskonzept des Umweltbundesamtes sind Räume, die insgesamt mit 300 Mikrogramm pro Kubikmeter mit flüchtigen organischen Verbindungen belastet sind, hygienisch unauffällig. "Im Haushalt kämen aber zum Bügeleisen noch der Fernseher, der Herd, der Toaster, der Wasserkocher oder der Föhn dazu. Wenn also allein ein Gerät schon so viel emittiert, ist das aus unserer Sicht ungünstig."

Schließlich kommt es nicht nur in den eigenen vier Wänden zu solchen Ausdünstungen, sondern auch am Arbeitsplatz und im Auto. Das kann sich zu Mengen summieren, die den Körper belasten. Manche reagieren darauf mit Kopfschmerzen, andere mit gereizten Schleimhäuten. Und nicht immer gelangen die Gase nur nach der ersten Inbetriebnahme in Bewegung. 

"In vielen modernen Backöfen gibt es beispielsweise die Funktion der Selbstreinigung, also die Pyrolyse. Die soll den Schmutz bei rund 500 Grad Celsius automatisch 'wegbrennen'. Dabei werden dann aber auch die umliegenden Dämmmaterialien stark erhitzt, sodass darin eventuell enthaltene Schadstoffe über einen längeren Zeitraum ausgasen können", sagt Diekmann.

Ein anderes Beispiel: "In einfach hergestellten Toastern mit Flächenheizelementen haben wir in unseren Tests Formaldehyd ermittelt. Das Formaldehyd stammt dabei aus Verklebungen, die heiß werden. Die Menge ist zwar gering, aber manche Menschen reagieren darauf mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Husten oder allgemeinem Unwohlsein", sagt Diekmann.

Auf das GS-Zeichen achten

Damit zumindest die ersten Ausdünstungen nicht zur Gefahr werden, rät der Experte: "Unbedingt die Bedienungsanleitung lesen und die Anweisungen des Herstellers befolgen." Auf jeden Fall helfe es, nach dem ersten Einschalten für eine ausreichende Belüftung zu sorgen. Das senkt die Konzentration der Schadstoffe in der Luft deutlich. Bevor die Geräte mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, sollten sie einige Male in Betrieb genommen werden.

Und es sei wichtig, "seiner Nase zu vertrauen": Wenn es zu sehr stinkt und dies auch nach mehrmaliger Nutzung nicht aufhöre, solle man das Gerät reklamieren und dem Händler oder Hersteller zur Überprüfung bringen beziehungsweise zurückschicken.

Wer sein Bügeleisen oder seinen Toaster allerdings bei einem dubiosen Online-Händler gekauft hat, dürfte damit seine Schwierigkeiten haben. "Wir raten daher dazu, Elektrogeräte aus sicheren Quellen zu beziehen und auf das GS-Zeichen zu achten", sagt Diekmann. "Sichere Quellen sind beispielsweise große Handelsunternehmen oder Discounter, die selbst eine Marke darstellen und einen Ruf zu verlieren haben. Dort gibt es eine eigene Qualitätssicherung, und viele dieser Häuser arbeiten auch mit Testinstituten zusammen."

Auch Wandfarben setzen Schadstoffe frei

Externe Tests würden dann in den meisten Fällen rechtzeitig zeigen, ob zu viele Schadstoffe in die Umgebung gelangen oder ob es irgendwelche Sicherheitsrisiken gibt. "Man kann nicht pauschal sagen, dass alle Geräte relevante Mengen an Schadstoffen ausdünsten. Das hängt von den eingesetzten Materialien, der fachgerechten Konstruktion und schlicht von der Sorgfalt des Herstellers ab", sagt Diekmann.

"Kopfzerbrechen" bereiten ihm und seinen Kollegen aber auch die Ausdünstungen anderer Materialien in Wohn- und Arbeitsräumen: "Bodenbeläge, Teppiche, Möbel und Wandfarben geben häufig auch Schadstoffe an die Innenraumluft ab." In manchen Fällen ist das sogenannte Sick-Building-Symptom die Folge, das bei sensiblen Menschen zu unterschiedlichsten Krankheitsbildern führen kann und auch von Ärzten nur schwer als Quelle der Probleme erkannt wird.

Der "Schadstoffcocktail" sei besonders tückisch, warnt Diekmann. Schließlich sei man ihm dauerhaft ausgesetzt. Zudem würde man die Gase oft gar nicht riechen können – denn viele von ihnen sind geruchlos.

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