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Stiftung Warentest Nur eine Art Türschloss ist wirklich sicher

Wer sein Zuhause vor Einbrechern schützen will, setzt oft auf eine zusätzliche Türsicherung. Die ist oft teuer - und bietet laut einem neuen Test nur selten merklich mehr Sicherheit.

In der eigenen Wohnung will man sich natürlich sicher fühlen. Insgesamt 422 Millionen Euro Schaden entstanden zuletzt im Jahr laut Kriminalstatistik allein in Deutschland durch Einbrüche. Immer häufiger greifen Verbraucher deshalb zu teuren Türsicherungen, die vor Einbrüchen schützen sollen. Eine neue Untersuchung von "Stiftung Warentest" schlägt nun Alarm. Jeder zweite Einbruchsschutz lässt sich schnell knacken. Dabei zahlen die Kunden für die Sicherungen oft hohe Summen.

15 Modelle von Querriegel-, Vertikalstangen- und Kastenzusatzschlössern sowie Bandsicherungen nahm die Stiftung Warentest unter die Lupe. Neun Sicherungen sind mangelhaft – in jeder Kategorie mindestens eine.

Besonders schlecht beurteilten die Verbraucherexperten Kastenzusatzschlösser, bei denen die Schlossseite der Tür mit einem zusätzlichen Riegel verschlossen wird. Hiervon ist keines zu empfehlen. Wer sicheren Schutz vor Einbrechern will, der sollte auf Querriegelschlösser setzen, so das Fazit der Untersuchung.

Schon nach einer Minute geknackt

Mit einem Einbruchtest hatten sich die Experten die Stabilität der Schlösser und Riegel vorgenommen. Das Vorgehen orientierte sich an der Realität. Neben einem statischen Belastungstest mussten die Modelle einem dreiminütigen Werkzeugangriff eines Testeinbrechers standhalten. Etwa drei bis fünf Minuten halten sich die ungebetenen Gäste in der Regel beim Einbruch auf, heißt es in der Untersuchung. So lange sollten die Schlösser dem Widerstand von außen standhalten.

Die Untersuchung bringt Zweifel über die Qualität der Schlösser-Modelle. Nach knapp einer Minute waren die meisten Riegel geknackt. Das ist umso ärgerlicher, da Verbraucher teilweise hohe Summen für den Einbruchschutz zahlen: bis zu 78 Euro für Bandsicherungen, bis zu 155 Euro für Kastenzusatzschlösser und bis zu 695 Euro für Querriegel- und Stangenschlösser.

Zwei von drei Stangenverrieglungen, die die Tür vertikal von oben nach unten verriegeln, bekommen im Test die Note "mangelhaft". Zwar hielten die Schlösser den Attacken des Testeinbrechers stand. Beim Belastungstest fielen die Modelle von Abus und Ikon aber durch.

Laut Warentest sollten Verbraucher auf Econ-Stangenschlösser vertrauen. Die Verriegelung, die besonders für Altbauwohnungen geeignet ist, schnitt hier vergleichsweise gut im Test ab. Kastenzusatzschlösser bieten hingegen keinen umfassenden Schutz vor Einbrüchen. In allen vier Fällen ließ sich die Tür leicht öffnen.

Ein Querriegelschloss sperrt die Wohnungstür über die gesamte Breite ab. (Foto: dpa-tmn)

Querriegelschlösser schützen am besten

Gute und sehr gute Ergebnisse gibt es aber auch. Mit den Querriegeln der Hersteller Abus, Econ und Ikon sowie den Bandsicherungen von Abus und Ikon lassen sich Türen zuverlässig vor Einbrechern schützen. Beim Querriegel werden beide Türseiten gesichert. Ein weiteres Zusatzschloss ist nicht nötig.

Stiftung Warentest empfiehlt Querriegel, die zusätzlich über einen Sperrbügel verfügen. Als besonders sicher erwies sich die Sicherheitstechnik von Abus, die auch einfach zu montieren ist und mit einem Preis von 200 Euro in eine erschwingliche Kategorie fällt.

Auch bei den Bandsicherungen konnten zwei von vier Modellen sehr gut abschneiden. Bei dieser Türsicherung greifen stabile Zapfen in auf dem Rahmen befestigte Bleche, die im Mauerwerk verankert sind. Hier empfehlen die Warentest-Experten vor allem die Modelle von Abus und Ikon. Mangelhaft hingegen sind die Sicherungen von Basi und Brundert, die für wenig Stabilität sorgen und somit leicht auszuhebeln sind.

Die Warentester raten vor allem zur Querriegelsicherung. Die Verriegelung reicht meist aus, um gegen Einbrüche zu schützen. Trotzdem empfiehlt Warentest, den Einbau einem Profi zu überlassen. Montagen sind zum Teil nicht leicht zu handhaben und sollten keinesfalls fehlerhaft durchgeführt werden.

Türkonstruktion muss geeignet sein

Laut den Warentestern bestätigten die fingierten Einbrüche, dass Tür und Zusatzsicherung nur gemeinsam wirken können – also aufeinander abgestimmt sein müssen. So funktioniere ein Querriegel zwar an einer normalen Tür, nicht aber an einer Altbautür mit zwei Flügeln. Hier brauche man ein Stangenschloss und Bandsicherung. Und an einer Röhrenspantür nutze gar kein Riegel, sondern nur eine Verstärkung mit Metall- und Holzplatten.

Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes rät aber auch, vor dem Einbau eines einbruchhemmenden Schlosses zu prüfen, ob die Türkonstruktion ausreichend widerstandsfähig ist. Davon ist abhängig, ob die Zusatzmaßnahmen sich überhaupt installieren lassen. Hier helfen die kostenlosen Beratungsstellen zum Einbruchschutz der Polizei weiter.

Ebenfalls zeigte sich im Test: Sind die Sicherungen falsch montiert, kommen Einbrecher zum Teil in Sekunden durch die Tür. Laien sind damit allerdings schnell überfordert, zumal auf den Produktverpackungen oft wichtige Hinweise zur Montage fehlten. Auf diese Anleitungen sollten Käufer laut Polizei-Experten unbedingt achten, zumal in den technischen Unterlagen beschrieben sein sollte, für welche Arten von Türen sich dieses Zusatzschloss oder der Riegel eignet.

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