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Haushaltsgeräte-Test Hersteller tricksen bei Verbrauchsangaben

Zehn Milliarden Euro gehen Verbrauchern verloren, weil Hersteller ihre Produkte falsch kennzeichnen, behaupten Verbraucherschützer. Denn jedes fünfte Haushaltsgerät halte EU-Vorgaben nicht ein.

Haushaltsgeräte verbrauchen nach einer Untersuchung europäischer Verbraucherverbände oft mehr Strom als von den Herstellern angegeben. Getestet wurden stichprobenartig 20 Gerätegruppen wie Kühlschränke, Lampen oder Fernseher, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe, denen das Ergebnis der Tests vorliegt.

"18 von 100 Geräten hielten nicht die EU-Effizienzvorgaben ein. Einige benötigten bis zu 30 Prozent mehr Strom als angegeben", sagte Energieexpertin Johanna Kardel vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der an der Untersuchung beteiligt war. "Die Stichprobe macht deutlich, dass viele Hersteller gesetzliche Vorgaben missachten und umgehen", betonte Kardel.

Durch die falsche Kennzeichnung gehen den Haushalten nach Angaben der Verbraucherschützer europaweit jedes Jahr mehr als zehn Milliarden Euro an möglichen Einsparungen verloren. Erhebliche Mängel wurden vor allem bei vernetzten Produkten mit WLAN-Funktion und beim Standby-Verbrauch festgestellt.

Damit die Werte eingehalten werden, fordert die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, Bärbel Höhn (Grüne) ein Zulassungsverfahren, das nicht auf Herstellerangaben beruht.

Erst im Dezember war bekannt geworden, dass der Stromverbrauch und die Leistung von Lampen häufig von den Angaben auf der Verpackung abweichen. Die EU-Kommission führte dies darauf zurück, dass Hersteller teils erlaubte Fehlertoleranzen ausschöpfen, und kündigte eine Überarbeitung der entsprechenden Richtlinie an.

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